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Basketball bei den Olympischen Spielen:James und Bryant führen Dream Team an

Der US-Basketballverband gibt seinen Kader für London bekannt, Clemens Fritz bleibt Kapitän bei Werder Bremen, Seydou Keita verlässt den FC Barcelona, Serena Williams gewinnt in Wimbledon auch im Doppel, Helen Langehanenberg holt Großen Dressurpreis von Aachen, Gianfranco Zola hat einen neuen Job als Fußball-Trainer.

in Kürze

James of the Miami Heat speaks during a news conference for the twelve players selected for the 2012 U.S. Olympic men's basketball team at the Wynn Las Vegas Resort in Las Vegas

Allein diese drei Spieler garantieren großes Spektakel: Kevin Durant, LeBron James und Kobe Bryant.

(Foto: REUTERS)

Basketball, Olympische Spiele: Der US-Basketballverband hat am Sonntag den Kader für die Olympischen Spiele bekannt gegeben. Blake Griffin (LA Clippers), James Harden (Oklahoma City Thunder) und Andre Iguodala komplettieren die Auswahl des fünfmaligen Olympiasiegers und hohen Favoriten. Damit entschied sich Trainer Mike Krzyzewski wie erwartet gegen Anthony Davis, der in diesem Sommer erst gedraftet worden war. Angeführt wird die Mannschaft vom frisch gekürten NBA-Meister und wertvollstem Spieler der Saison, LeBron James (Miami), und vom fünffachen NBA-Champion Kobe Bryant (L.A. Lakers).

Der Kader der USA im Überblick: Guards: Kobe Bryant (Los Angeles Lakers), Chris Paul (Los Angeles Clippers), James Harden, Russell Westbrook (beide Oklahoma City Thunder), Deron Williams (Brooklyn Nets) Forwards: LeBron James (Miami Heat), Kevin Durant (Oklahoma City Thunder), Kevin Love (Minnesota Timberwolves), Blake Griffin (Los Angeles Clippers), Carmelo Anthony (New York Knicks), Andre Iguodala (Philadelphia 76ers) Center: Tyson Chandler (New York Knicks)

Motorradsport, MotoGP: Stefan Bradl hat beim Heim-Grand-Prix erneut Platz fünf in der MotoGP belegt und damit sein bestes Resultat in der Königsklasse egalisiert. Beim Großen Preis von Deutschland fuhr der Neuling aus Zahling am Sonntag auf dem Sachsenring einmal mehr vor Superstar Valentino Rossi aus Italien über den Zielstrich. Besser als der Vorjahres-Weltmeister in der kleineren Klasse Moto2 waren nur Sieger Daniel Pedrosa aus Spanien, dessen Landsmann Jorge Lorenzo, der Italiener Andrea Dovizioso und Ben Spies aus den USA.

Fußball, Olympische Spiele: Der 38 Jahre alte walisische Fußballer Ryan Giggs führt die britische Mannschaft bei den Olympischen Spielen in London (27. Juli als 12. August) als Kapitän aufs Feld. "Offensichtlich habe ich Erfahrung. Hoffentlich kann ich diese als Kapitän an die jüngeren Spieler weitergeben", sagte Giggs auf der Homepage des englischen Verbandes FA. Für den Offensivspieler, der seit 1990 für Manchester United aufläuft und mit dem englischen Rekordchampion zwölf Meistertitel sowie zwei Mal die Champions League gewonnen hat, sind die Olympischen Spiele das erste große internationale Turnier. Sein Debüt als Kapitän des Teams von Trainer Stuart Pearce gibt Giggs am 20. Juli bei einem Test gegen Rekord-Weltmeister Brasilien. Bei den Sommerspielen trifft Großbritannien in Gruppe A auf den Senegal, die Vereinigten Arabischen Emirate und Uruguay.

Weder Bremen, Kapitän: Der frühere DFB-Akteur Clemens Fritz bleibt Spielführer des SV Werder Bremen. Trainer Thomas Schaaf bestätigte den 31 Jahre alten Defensivspieler als Mannschaftsführer beim Bundesligaclub. "Das war keine Entscheidung, über die ich mir Gedanken machen musste. Da wird sich nichts ändern", teilte Schaaf auf der Werder-Homepage zum Start des Trainingslagers auf Norderney mit. Fritz hatte das Amt zu Beginn der Spielzeit 2011/2012 übernommen.

FC Barcelona, Seydou Keita: Der aus Mali stammende Mittelfeldspieler Seydou Keita verlässt den FC Barcelona. Der 32-Jährige wird in der kommenden Saison nicht mehr für Barça spielen, wie der spanische Erstligist am Sonntag auf seiner Website mitteilte. Der katalanische Verein machte keine Angaben über Keitas fußballerische Zukunft. Keita hat mit dem FC Barcelona in vier Jahren 14 Titel gewonnen, darunter drei spanische Meisterschaften und zwei Champions Leagues. Seit der Spielzeit 2008-2009 hat der Afrikaner insgesamt 173 Spiele bestritten und 23 Tore geschossen.

NBA, Dirk Nowitzki: Nach den bislang gescheiterten Transferbemühungen hat die Konkurrenz in der NBA nur noch Mitleid mit Dirk Nowitzki und den Mavericks. "Ich bedaure Dirk und die Trainer aufgrund ihrer Situation. Vor allem für Dirk tut es mir an diesem Punkt seiner Karriere wirklich sehr leid", sagte Tyson Chandler von den New York Knicks, der im vergangenen Jahr an Nowitzkis Seite Meister wurde. Eigentlich wollte Dallas in diesem Sommer einen großen Coup landen und mindestens einen weiteren namhaften Akteur verpflichten, um in der kommenden Saison erneut einen Angriff auf die Meisterschaft zu starten. Doch die Verpflichtung des Aufbauspielers Deron Williams platzte kurzfristig, zudem wechselte Routinier Jason Kidd überraschend zu den Knicks. Andere Verstärkungen sind nicht in Sicht. Wie US-Medien berichten, will Klubbesitzer Mark Cuban die anstehende Spielzeit wohl erneut zur Überbrückung nutzen, um im nächsten Sommer einen weiteren Versuch zu unternehmen, wechselwillige Superstars wie Dwight Howard (Orlando Magic) oder Chris Paul (Los Angeles Clippers) zum Champion von 2011 zu locken.

Radsport, Tour de France: Zwischen dem deutschen Radprofi Andreas Klöden und seinem Team RadioShack-Nissan gibt es anscheinend deutliche Kommunikationsprobleme. "Ich weiß nicht, was für einen Bullshit das Team in seinen Pressemitteilungen schreibt, aber ich hatte heute gute Beine", twitterte Klöden nach der siebten Etappe der Tour de France am Samstag, "es nervt mich, wenn Dinge verbreitet werden, die einfach nicht wahr sind." Kurz zuvor hatte RadioShack Klöden nach dessen 32. Platz mit 2:19 Minuten Rückstand bei der ersten Bergankunft mit den Worten zitiert: "Ich hatte schlechte Beine und keine Erklärung dafür." Um die Verwirrung komplett zu machen, legte der 37-Jährige am Samstagabend noch einmal per Twitter nach: "Heute hatte ich einfach nicht die Beine, um mit den besten Jungs mitzuhalten. Glückwunsch an Chris Froome und Brad Wiggens." Etappensieger Froome und Wiggins, der neue Mann in Gelb, hatten nicht nur die besseren Beine, auch die Kommunikation in ihrem Sky-Team funktioniert augenscheinlich deutlich besser.

Wimbledon, Doppel: Wenige Stunden nach ihrem Sieg im Einzel hat die Amerikanerin Serena Williams auch die All England Championships in Wimbledon im Doppel gewonnen. Zusammen mit ihrer Schwester Venus Williams bezwang die 30-Jährige am späten Samstagabend das tschechische Duo Andrea Hlavackova und Lucie Hradecka 7:5, 6:4. Zuvor hatte Serena Williams ihren fünften Wimbledontitel im Einzel durch ein 6:1, 5:7, 6:2 gegen die Polin Agnieszka Radwanska geholt. Bei den Männern waren Jonathan Marray (Großbritannien) und Frederik Nielsen (Dänemark) im Doppel-Finale erfolgreich. Die beiden setzten sich am Samstagabend im Finale gegen Robert Lindstedt (Schweden) und Horia Tecau (Rumänien) 4:6, 6:4, 7:6 (7:5), 6:7 (5:7) und 6:3 durch.

Reitsport, Olympische Spiele: Nach dem Dreifach-Erfolg in der Kür steht nun auch die deutsche Olympia-Mannschaft für die Dressur. Helen Langehanenberg (Havixbeck) mit Damon Hill wurde nach ihrem Sieg im Großen Dressurpreis beim CHIO in Aachen vom Deutschen Olympiade-Komitee für Reiterei (DOKR) ebenso nominiert wie die zweitplatzierte Kristina Sprehe (Dinklage) mit Desperados und Dorothee Schneider (Framersheim) mit Diva Royal. Als zusätzliche Einzelstarterin wird Anabel Balkenhol (Rosendahl) mit Dablino an den Olympischen Spielen in London (27. Juli bis 12. August) teilnehmen. "Wir sind ein junges Team und haben nichts zu verlieren. Wir werden natürlich unser Bestes geben, ich glaube, wir haben gute Chancen", sagte Langehanenberg.

England, Gianfranco Zola: Der frühere italienische Nationalspieler Gianfranco Zola ist neuer Trainer des englischen Zweitligisten FC Watford. Das teilte Club auf seiner Homepage mit. Der 46-Jährige unterzeichnete an der Vicarage Road einen Zweijahresvertrag. "Die Watford-Fans können einen aufregenden Angriffs-Fußball erwarten. Jeder weiß, dass Gianfranco für attraktiven, offensiven Fußball steht", wird Sportdirektor Gianluca Nani auf der Club-Homepage zitiert. Watford ist der zweite englische Verein, den der frühere Chelsea-Profi Zola trainiert. Zuvor stand er von 2008 bis 2010 bei West Ham United unter Vertrag.

Basketball, Olympische Spiele: Nach Russland hat sich auch Litauen einen der letzten drei Plätze für das Basketballturnier bei den Olympischen Spielen in London (27. Juli bis 12. August) gesichert. Der WM-Dritte aus Litauen schlug im zweiten Halbfinale des vorolympischen Qualifikationsturniers in Caracas (Venezuela) die Dominikanische Republik klar 109:83. Jonas Maciulis war mit 19 Punkten und sechs Rebounds der erfolgreichste Akteur bei den Litauern. Zuvor hatten die Russen das erste Halbfinale gegen Nigeria 85:77 gewonnen. Alexey Shwed (22 Punkte) und der ehemalige NBA-Profi Andrei Kirilenko (19 Punkte) waren die Garanten für den Sieg Russlands. Den letzten Platz für Olympia machen die beiden Halbfinal-Verlierer Nigeria und die Dominikanische Republik nun unter sicher aus.

Basketball, NBA: NBA-Champion Miami Heat hat Dreier-Spezialist Ray Allen von Rekordmeister Boston Celtics verpflichtet. "Heißt unseren neuen Teamkollegen Ray Allen willkommen", twitterte Miamis LeBron James. Auch Heat-Eigentümer Micky Arison bestätigte den Transfer via Twitter. Noch ist der Wechsel jedoch nicht offiziell, die NBA erlaubt Vertragsabschlüsse erst ab dem 11. Juli. Außerdem rückt der Transfer von Jeremy Lin von den New York Knicks zu den Houston Rockets immer näher. Der Shootingstar der vergangenen Saison soll amerikanischen Medienberichten zufolge 28,8 Millionen Dollar in vier Jahren bei den Rockets kassieren. Als "Restricted Free Agent" darf der 24-Jährige allerdings nur wechseln, wenn ihm die Knicks nicht ein Angebot in gleicher Höhe machen.

Turnen, Länderkampf: Die deutschen Turnerinnen haben ihre Generalprobe für die Olympischen Spiele mit ansprechenden Leistungen absolviert. Beim Vier-Länderkampf in Bukarest kamen sie hinter den überragenden Europameisterinnen aus Rumänien (190,2 Punkte) und Frankreich (169,2) mit 167,3 Zählern auf Platz drei. Rang vier ging an die deutlich abgeschlagenen Italienerinnen (160,35). Dabei musste die deutsche Riege vor über 5000 Besuchern mit zwei Handicaps an den Start gehen, denn die für Olympia nominierte Nadine Jarosch aus Detmold konnte wegen einer Zehenverletzung nicht starten. Kim Bui (Stuttgart) wurde wegen einer Erkältung nur am Balken eingesetzt. Beste deutsche Mehrkämpferin war Meisterin Elisabeth Seitz auf Platz sechs. Die Mannheimerin kam trotz Sturzes vom Balken auf 55,9 Punkte und erzielte am Barren mit 14,55 Punkten die Höchstnote.

Leichtathletik, 800 m: Mit Olympiasiegerin Pamela Jelimo ist bei den Sommerspielen in London wieder stark zu rechnen. Die Kenianerin lief beim Leichtathletik-Meeting im belgischen Heusen-Zolder in 1:56,79 Minuten Jahres-Weltbestzeit über 800 m. Für weitere überragende Leistungen sorgten auf der gleichen Disanz der erst 19 Jahre alte Kipchirchir Rotich in 1:43,15 Minuten beim Lauf auf Rang drei in der Welt nach seinem Scheitern bei Kenias Olympia-Trials sowie Landsmann Albert Rop in 13:01,91 über 5000 m. Erneut starke 44,91 Sekunden über 400 m lief Jonathan Borlee, nur 1,94 m schaffte Hochsprung-Olympiasiegerin Tia Hellebaut (beide Belgien).

Golf, Tiger Woods: Tiger Woods ist beim US-Turnier in White Sulfur Springs überraschend am Cut gescheitert. Nur eine Woche nach seinem Sieg in Bethesda spielte der 14-malige Major-Gewinner am zweiten Tag auf dem Par-70-Kurs eine 69. Nach insgesamt 140 Schlägen war für den 36 Jahre alten Kalifornier damit erst zum neunten Mal in seiner Karriere ein PGA-Turnier zur Halbzeit beendet. Auch für seinen Landsmann Phil Mickelson (142 Schläge) war das Turnier frühzeitig beendet. Die Führung übernahm derweil US-Open-Sieger Webb Simpson (USA) durch eine 66 nach seiner starken 65er-Auftaktrunde. Deutsche Golfprofis sind in West Virginia nicht am Start.

Französische Nationalelf, Willy Sagnol: Der ehemalige Bayern-Spieler Willy Sagnol hat als Sportdirektor des französischen Fußballverbandes FFF deutliche Worte zum Verhalten einiger Nationalspieler bei der EM in Polen und der Ukraine gefunden. "Wir werden es nicht hinnehmen, dass bei jedem Turnier einer oder gleich mehrere Spieler ausrasten", sagte Sagnol dem Focus. "Nach der peinlichen WM waren wir überzeugt, dass so etwas nie wieder passieren wird", sagte Sagnol. Samir Nasri vom englischen Meister Manchester City hatte nach dem Viertelfinal-Aus gegen den späteren Europameister Spanien (0:2) einen Reporter beleidigt. Auch gegen Yann M'Vila, Hatem Ben Arfa und Jeremy Menez leitete die FFF Verfahren ein. M'Vila hatte bei seiner Auswechslung dem inzwischen zurückgetretenem Trainer Laurent Blanc den Handschlag verweigert, Ben Arfa und Menez hatten Mitspieler beschimpft. Derweil wartet FFF-Präsident Noel Le Graet nach Angaben des Focus weiter auf die Zusage von Didier Deschamps, die Nachfolge von Blanc anzutreten.

Lazio Rom, Breno: Lazios Sportdirektor Igli Tare hat die Verurteilung von Abwehrspieler Breno, den die Römer unter Vertrag nehmen wollten, stark kritisiert. "Das Urteil ist übertrieben, er hat ja niemanden ermordet", sagte Tare der Sporttageszeitung Gazzetta dello Sport. Der Klub des deutschen Nationalspielers Miroslav Klose bedauert, dass Breno nicht nach Rom wechseln könne. "Ich habe mich bei Nürnberg und bei Bayern München über Breno informiert. Er hat im Team nie Probleme gemacht. Ich wollte ihn schon vor zwei Jahren verpflichten", betonte Tare.

Reitsport, Chio in Aachen: Die deutschen Vielseitigkeits-Reiter haben beim Chio in Aachen den Nationenpreis gewonnen. Nach dem abschließenden Geländeritt waren sie mit 136,40 Strafpunkten vor Großbritannien (141,00) und Schweden (176,80) und zeigten damit eine gelungene Generalprobe für die Olympischen Spiele in London (27. Juli bis 12. August). Weltmeister Michael Jung (40,60) musste sich in der Einzelwertung dem Australier Christopher Burton auf "Underdiscussion" (38,80) geschlagen geben. Dritte wurde die Britin Laura Collett mit "Rayef" (40,60) vor Sandra Auffarth mit "Opgun Louvo" (41,60). Jung und Auffarth hatten ihr Olympia-Ticket bereits vor ihrem Auftritt in Aachen sicher.

© Süddeutsche.de/sid/dpa/dapd/mane/jbe
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