America's Cup:Techniker basteln nächtelang

Es war eine Dramaturgie, die einem Hollywood-Drehbuchautor wegen Absurdität und Kitsch um die Ohren gehauen worden wäre: Die US-Mannschaft - ohnehin mit zwei Minuspunkten aufgrund von Manipulationen bei zurückliegenden Wettfahrten belegt - lag scheinbar aussichtslos zurück und kämpfte mit einem Boot, das vor allem im Gegenwind einfach zu langsam war. Nach ein paar Tagen nahm Spithill gar eine Auszeit, um sich und seine Mannschaft zu ordnen.

"Es war fantastisch", sagte Spithill nach der Regatta über die Entwicklung seiner Mannschaft: "Wir haben in den Lauf eines Gewehrs geblickt und nicht einmal gezuckt. Ich hätte es mir nicht anders gewünscht als so."

Die Techniker bastelten nächtelang am Hightech-Katamaran, sie veränderten Segel und Konfiguration - plötzlich war das amerikanische Boot das schnellere und erreichte im Gegenwind fast 32 Knoten (60 Stundenkilometer). Dazu unterliefen den Neuseeländern taktische Fehler, und natürlich gab es ausgerechnet immer wieder dann Unterbrechungen und Verlegungen, wenn die Kiwis dabei waren, endlich den letzten nötigen Punkt zu erreichen.

Das führte dazu, dass es am Mittwoch zum dritten Mal in der Geschichte nach 1920 und 1983 zu diesem entscheidenden Rennen kam, zu einem Hochgeschwindigkeits-Showdown in der Bucht von San Francisco. Mehr als 100.000 Menschen wollten dieses Duell sehen, die Sicherheitsleute schickten Zuschauer zu Hügeln in der Innenstadt, weil es an den Piers zu voll war. Dazu hatten zwei Kreuzfahrtschiffe angelegt, um ihren Passagieren einen Blick auf dieses Rennen zu gewähren.

Dieses letzte Duell war zunächst von Spannung geprägt. Neuseeland gewann den Start, zudem tauchten die Amerikaner bei der ersten Wendemarke weit ins Wasser (Spithill: "Wir wollten es ein bisschen aufregender für die Zuschauer machen."). Es gab drei Führungswechsel, ein Mal sah es gar so aus, als würden die beiden Boote kollidieren.

Auch mutige Manöver Barkers helfen nicht

Dann jedoch wurde die Schnelligkeit des amerikanischen Bootes deutlich, Dean Barker konnte trotz einiger mutiger Manöver nicht mehr aufholen. "Es war ein fantastisches Rennen", sagte Spithill nach dem Duell, das seine Mannschaft mit 44 Sekunden Vorsprung gewann: "Danke an San Francisco, das ist ein unglaublicher Tag."

Es wird vieles in Erinnerung bleiben von diesem 34. America's Cup, auch die sündhaft teuren Katamarane, die bei der nächsten Veranstaltung wohl nicht mehr eingesetzt werden. Es soll mit billigeren Booten gesegelt werden, damit sich mehr Mannschaften die Herausforderer-Runde zutrauen. Es wird auch erwogen, dass auf dem Boot eines bestimmten Landes nur Segler mit dieser Staatsbürgerschaft agieren dürfen. Auf dem amerikanischen Siegerboot 2013 segelte nur ein Amerikaner - und sieben Neuseeländer.

An all diese Dinge will Dean Barker freilich nicht denken. Er hat den America's Cup im Jahr 2000 als Ersatzmann gewonnen, als Skipper unterlag er 2003 und 2007 und beschrieb die Wochen danach als jeweils "schlimmsten meines Lebens". Bei allem Respekt vor dem Comeback der Amerikaner sollte nicht vergessen werden, wie sich dieser Dean Barker, der den Siegern so sportlich gratulierte, in den kommenden Tagen fühlen wird.

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