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Aderlass-Prozess:Urteil gegen Doping-Arzt Mark Schmidt ist rechtskräftig

Beginn Doping-Prozess gegen Mark S. in München

Mark Schmidt mit seinen beiden Anwälten zu Beginn des Doping-Prozess in München.

(Foto: dpa)

Der Erfurter Sportmediziner zieht seine Revision zurück. Die Hallen-EM in der Leichtathletik findet ohne russische Athleten statt. Basketball-Nationalspieler Moritz Wagner glänzt in der NBA.

Meldungen im Überblick

Radsport, Doping: Das Urteil gegen den Erfurter Doping-Arzt Mark Schmidt ist rechtskräftig. Das teilte das Oberlandesgericht München am Mittwoch mit. Die Revisionsführer Mark Schmidt und Ansgard S. hätten ihre Revisionen in dem Strafverfahren gegen Schmidt und vier weitere Angeklagte zurückgenommen, damit sei das Urteil rechtskräftig, erklärte das Gericht. Mark Schmidt war wegen jahrelangen Blutdopings an Sportlern und gefährlicher Körperverletzung zu vier Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden. Zudem bekam er ein Berufsverbot von drei Jahren. Mitte Januar hatte sein Anwalt Juri Goldstein angekündigt, Revision vor dem Bundesgerichtshof (BGH) einzulegen.

Leichtathletik, Russland: Russische Leichtathleten werden an der Hallen-EM vom 4. bis 7. März im polnischen Torun nicht teilnehmen. Wie der nationale Verband Rusaf am Mittwoch mitteilte, konnten die individuellen Startgenehmigungen von Sportlern aus Russland vom Weltverband World Athletics nicht rechtzeitig erteilt werden. Seit November 2015 ist Russland wegen des Skandals um flächendeckendes Doping suspendiert und darf seitdem nur unbelastete und als neutral eingestufte Athleten nach Prüfung durch World Athletics zu internationalen Wett- und Titelkämpfen schicken. Diese Regelung war wegen des Anti-Doping-Verstoßes des Hochspringers Danil Lyssenko vom Weltverband ausgesetzt worden. Mit gefälschten Dokumenten hatten russische Funktionäre versucht, nicht wahrgenommene Doping-Tests von Lyssenko zu vertuschen. World Athletics teilte mit, dass erst bei der nächsten Exekutivkomiteesitzung am 17. und 18. März über die Wiedereinsetzung des Verfahrens für neutrale Athleten entschieden wird.

Basketball, NBA: Nationalspieler Moritz Wagner hat bei der Niederlage der Washington Wizards geglänzt. Der 23-Jährige erzielte beim 116:135 bei den Los Angeles Clippers 21 Punkte und damit seinen Saisonhöchstwert. Isaac Bonga kam von der Bank auf drei Punkte. Zuvor hatten die Wizards fünf Erfolge in Serie gefeiert.

Nationalmannschaftskollege Daniel Theis kassierte mit den Boston Celtics eine bittere Niederlage in letzter Sekunde. Beim 107:110 gegen die Dallas Mavericks gelang dem überragenden Luka Doncic 0,1 Sekunden vor der Sirene der entscheidende Dreier für die Texaner. Der Slowene kam mit 31 Punkten und zehn Rebounds zu einem Double-Double. Maximilian Kleber stand wegen einer Knöchelblessur nicht auf dem Parkett. Isaiah Hartenstein (4 Punkte) gewann mit den Denver Nuggets 111:106 gegen die Portland Trail Blazers. Der 22-Jährige durfte rund zehn Minuten spielen.

Olympia, Bewerbung: Der australische Bundesstaat Queensland mit der Hauptstadt Brisbane rangiert mit seiner geplanten Olympia-Bewerbung für die Sommerspiele 2032 offenbar sehr weit oben in der Gunst des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Wie der Branchendienst insidethegames.biz berichtet, will die IOC-Evaluierungskommission dem Exekutivkomitee am Mittwoch eine entsprechende Empfehlung aussprechen. Dies könnte die Chancen einer potenziellen Bewerbung der Rhein-Ruhr-Initiative weiter schmälern.

Die sogenannte "Future Host Summer Commission", die sich unter der Leitung der Norwegerin Kristin Kloster Aasen mit der Bewertung zukünftiger Gastgeber befasst, habe die Vorschläge mehrerer Städte und Regionen geprüft. Das Konzept von Queensland habe laut insidethegames den besten Eindruck hinterlassen. John Coates, Vorsitzender des Australischen Olympischen Komitees und enger Verbündeter des IOC-Präsidenten Thomas Bach, leitete 2019 eine Arbeitsgruppe, die eine Änderung des Verfahrens zur Auswahl einer Gastgeberstadt für 2032 prüfte. Dies führte zur Gründung der "Future Host Summer Commission", zu deren weiteren Mitgliedern auch die kanadische IOC-Größe Richard Pound und Andrew Parsons, Präsident des Internationalen Paralympischen Komitees, gehören. Dieses Gremium ist befugt, potenzielle Gastgeberstädte in einem "kontinuierlichen Dialog" zu prüfen.

Neben Queensland und Rhein-Ruhr bekundeten bislang unter anderem auch Katars Hauptstadt Doha, Jakarta/Indonesien, Budapest oder Madrid ihr Interesse an einer Bewerbung für die Spiele in elf Jahren. Immer wieder gehandelt wird auch ein gemeinsamer Anlauf der verfeindeten Bruderstaaten Nord- und Südkorea mit den Hauptstädten Pjöngjang und Seoul. Australien hat bislang 1956 (Melbourne) und 2000 (Sydney) Olympische Sommerspiele ausgerichtet.

© SZ/sid/dpa/tbr
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