Basketball:Trauer um Ademola Okulaja

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Basketball: 2006 im Einsatz für Deutschland: Ademola Okulaja, hier mit einem Dunking gegen Frankreich.

2006 im Einsatz für Deutschland: Ademola Okulaja, hier mit einem Dunking gegen Frankreich.

Der ehemalige Kapitän der deutschen Basketball-Nationalmannschaft ist im Alter von 46 Jahren gestorben. Seine Wegbegleiter reagieren schockiert auf die Nachricht - und würdigen ihn als Legende.

Große Trauer und Bestürzung im deutschen Basketball: Im Alter von 46 Jahren ist der langjährige Nationalmannschaftskapitän Ademola Okulaja in Berlin gestorben. Das gab der Deutsche Basketball Bund (DBB) am Dienstagabend bekannt.

Zur Todesursache gibt es bislang keine Informationen. "Wir sind erschüttert und können Ademolas Tod einfach nicht fassen. In Gedanken sind wir jetzt bei seiner Familie, der wir viel Kraft wünschen", sagte DBB-Präsident Ingo Weiss: "Ademola war ein ebenso großartiger Spieler wie Mensch. Ich persönlich habe einen tollen Basketballfreund verloren und werde ihn sehr vermissen."

Okulaja, "The Warrior" (der Kämpfer) genannt, war jahrelang eines der prägenden Gesichter im deutschen Basketball und der emotionale Leader des Nationalteams. Sein Debüt im Trikot mit dem Adler gab er im Mai 1995 im niederländischen Weert. Sein größter Erfolg war der Bronzemedaillen-Gewinn bei der WM 2002 in den USA an der Seite von Dirk Nowitzki. Insgesamt absolvierte Okulaja, der eine 2008 diagnostizierte Krebserkrankung überstanden hatte, 172 Länderspiele und führte das Team mehrere Jahre als Kapitän auf das Feld. Der Bronze-Coup von Indianapolis jährt sich im September zum zwanzigsten Mal.

In der Bundesliga spielte Okulaja für Alba Berlin, RheinEnergie Köln und die Brose Baskets Bamberg. Der Power Forward, nach vier Jahren am US-College auch bei zahlreichen europäischen Spitzenklubs wie etwa dem FC Barcelona aktiv, gewann mit den Berlinern den Korać-Cup (1995) und die Meisterschaft (2000). Nach anhaltenden Rückenproblemen hatte Okulaja das Olympia-Qualifikationsturnier in Athen und danach auch Peking 2008 verpasst. Wenig später stellte sich heraus, dass ein Tumor einen Bruch des siebten Brustwirbels hervorgerufen hatte - eine Lähmung drohte. "Ich hatte super viel Glück im Unglück", sagte der Flügelspieler später, auf das Spielfeld kehrte er nicht zurück. Bamberg trennte sich im Sommer 2009 trotz laufenden Vertrages von Okulaja, ein Jahr später gab er sein Karriereende bekannt und betreute später unter anderem NBA-Profi Dennis Schröder als Manager.

Sein letztes Länderspiel hatte Okulaja, Sohn einer Deutschen und eines Nigerianers, im September 2007 bestritten. Okulaja kam auf 1794 Punkte im Nationaltrikot und spielte bei sechs Europameisterschaften. "Wir werden uns immer gerne an den kämpfenden und nie aufgebenden Ademola erinnern, der immer alles auf dem Feld gelassen hat. Möge er in Frieden ruhen", sagte Weiss. "Viel zu früh ... Mach's gut da oben!", twitterte Brose Bamberg als Reaktion auf die schlimme Nachricht. Auch der FC Bayern trauerte: "Ruhe in Frieden, Warrior!" "Das ist so schwer zu begreifen und so unfassbar traurig", schrieb Marko Pesic auf Twitter, im DBB-Trikot damals Teamkollege und heute Geschäftsführer der Basketballer des FC Bayern München. Jan Jagla, selbst 141-facher Nationalspieler, würdigt Okulaja als "Legende".

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