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AC Mailand:Balotelli weint nach Buhrufen

SSC Napoli v AC Milan - Serie A

Mario Balotelli: Traurig auf der Bank

(Foto: Getty Images)

Italiens Nationalstürmer Mario Balotelli bricht auf der Bank des AC Mailand in Tränen aus. Der BVB muss auf Reus und Bender verzichten, Holger Badstuber startet wieder ins Lauftraining. Deutschlands Tennis-Frauen erreichen erstmals seit 1995 das Halbfinale im Fed Cup.

Fußball in Italien, Mario Balotelli: Italiens EM-Held Mario Balotelli ist am Samstag bei der Pleite seines Klubs AC Mailand gegen SSC Neapel (1:3) in Tränen ausgebrochen, als ihn sein Coach Clarence Seedorf in der 73. Minute auswechselte. Zuvor war es zu Buhrufen und Pfiffen der Milan-Fans wegen Balotellis schwachen Leistung gekommen. Die Gazzetta dello Sport sparte nicht an Kritik an den schwachen Leistungen des exzentrischen Stürmers. "Schluss, die Toleranz ist zu Ende! Lieber Mario, raff Dich auf und setzt nicht in Bewegung. Wenn Du weiterhin so schlecht spielst, wirst Du bald nicht mehr zum Einsatz kommen. Das Problem ist weder technisch, noch taktisch. Deine Haltung ist einfach falsch", urteilte das Blatt über den 23-Jährigen.

Die Bilder des tränenüberströmten Balotellis auf der Milan-Bank wurden am Sonntag von allen italienischen Sportgazetten gedruckt. Balotelli hatte die vergangene Woche mit seiner Irokesen-Frisur mit Tattoos im Maori-Stil außerdem für öffentliches Aufsehen gesorgt. Coach Seedorf stärkte seinen Stürmer indes den Rücken. "Es gibt Momente, in denen man Gefühle freien Lauf gibt. Ich habe öfters Spieler weinen sehen. Mit selber ist es oft passiert", sagte der Trainer und zeigte Verständnis für "Super Mario".

Tennis, Fed Cup: Angelique Kerber hat den ersten Halbfinal-Einzug des deutschen Fed-Cup-Teams seit 1995 mit einer Galavorstellung vorzeitig klar gemacht. Die Weltranglisten-Neunte aus Kiel bezwang im Spitzeneinzel die slowakische Australian-Open-Finalistin Dominika Cibulkova mit 6:3, 7:6 (7:5). Nach 1:44 Stunden verwandelte die 26-jährige Kerber in Bratislava ihren ersten Matchball und brachte das DTB-Team gegen den letztjährigen Halbfinalisten Slowakei uneinholbar mit 3:0 in Führung. Die abschließenden beiden Matches hatten nur noch statistischen Wert. In der Runde der letzten Vier warten am 19./20. April nun die Australierinnen, gegen die die deutsche Mannschaft im April 2012 (2:3) verloren hatte. Offiziell wäre die Partie ein Auswärtsspiel - allerdings wird der DTB Australien wohl das Heimrecht abkaufen. Bereits am Samstag hatte Kerber ihr Einzel mit 7:6 (11:9), 6:1 gegen Daniela Hantuchova gewonnen, nachdem Andrea Petkovic (Darmstadt) zuvor beim 2:6, 7:6 (9:7), 6:2 gegen Cibulkova eine dicke Überraschung gelungen war.

BVB, Verletzungen: Borussia Dortmund muss voraussichtlich zwei Wochen auf Marco Reus verzichten. Der Nationalspieler hat sich beim 5:1-Sieg am Samstag bei Werder Bremen einen Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel zugezogen. Das teilte der Bundesligist am Sonntag mit. Mittelfeldspieler Sven Bender zog sich nach Vereinsangaben in Bremen eine Zerrung im rechten Oberschenkel zu. Wie lange Bender fehlen wird, ist noch unklar. Fest steht, dass Reus dem BVB sowohl im Pokal-Viertelfinale am Dienstag und im kommenden Bundesliga-Heimspiel am Samstag gegen Eintracht Frankfurt fehlen wird. Bei Bender wird mit einem einwöchigen Ausfall spekuliert.

Bundesliga, FC Bayern: Nationalspieler Holger Badstuber hat nach seinem zweiten Kreuzbandriss das Lauftraining aufgenommen. "Nach sieben Monaten zum ersten Mal wieder auf dem Rasen zu laufen, das ist ein geiles Gefühl", berichtete der 24 Jahre alte Innenverteidiger des FC Bayern München am Sonntag auf der Internetseite des deutschen Meisters. Badstuber hatte im Dezember 2012 im Bundesliga-Heimspiel gegen Borussia Dortmund einen ersten Kreuzbandriss im rechten Knie erlitten. Nach einem erneuten Riss des Bandes im Mai 2013 wurde ihm im vergangenen Oktober ein neues Kreuzband in dem Knie eingesetzt.

Golf, Cheyenne Woods: Cheyenne Woods, Nichte des Golf-Superstars Tiger Woods, hat ihr erstes großes Profi-Turnier gewonnen. Die 23-Jährige aus den USA siegte am Sonntag bei dem Australian Ladies Masters in Gold Coast mit 276 Schlägen vor der 17-jährigen Australierin Minjee Lee (278). "Wenn man mit dem Nachnamen Woods aufwächst, sind die Erwartungen und der Druck enorm. Aber das wusste ich schon immer und ich habe es geschafft, zu gewinnen", sagte Woods, die seit 2012 Profi ist. Ann-Kathrin Lindner vom Golf Club St. Leon-Rot beendete das Turnier der Ladies European Tour auf dem geteilten 63. Platz.

Tennis, Davis Cup: Eine Woche nach dem Davis-Cup-Skandal von Frankfurt hat sich Tennisprofi Tommy Haas verteidigt und eine Klarstellung von Teamchef Carsten Arriens gefordert. Nach der entscheidenden 3:0-Führung gegen Spanien sei "im Zuge des gemeinsamen Teamdinners am Samstag" eine "klare Übereinstimmung gefunden und von Teamchef Carsten Arriens entschieden" worden, welche zwei Spieler am dritten Tag zu den sportlich bedeutungslosen Einzeln antreten sollten, hieß es am Sonntag in einer Stellungnahme von Haas' Management. "Warum es dann am Sonntag nicht dazu gekommen ist, kann nur der Davis-Cup-Captain selbst beantworten", erklärte Haas.

Primera División: Der spanische Fußball-Rekordmeister Real Madrid hat seinen 18. Saisonsieg gefeiert, die vorläufige Tabellenführung in der Primera División allerdings verpasst. Durch das 4:2 (2:1) gegen den FC Villarreal bleiben die Königlichen aufgrund der um einen Treffer schlechteren Tordifferenz hinter dem punktgleichen Stadtrivalen Atlético (57) und vor Meister FC Barcelona (54) auf Rang zwei. Atlético spielte am Abend in Almeria, Barca tritt am Sonntag beim FC Sevilla an. Ohne den gesperrten Trainer Bernd Schuster hat sich derweil der FC Málaga beim Tabellenvorletzten blamiert. Der Klub des ehemaligen Nationalspielers und Europameisters verlor beim Abstiegskandidaten Rayo Vallecano 1:4 (0:3) und muss nun selbst um den Klassenerhalt bangen. Bei Malaga sah Sergio Sánchez die Gelb-Rote Karte (44.).

Der FC Valencia gewann gegen Schlusslicht Betis Sevilla mit 5:0. 94-Millionen-Neuzugang Gareth Bale erzielte die Führung (7.) für Real und bereitete den ersten Treffer des französischen Nationalspielers Karim Benzema vor (25./76.). Das zwischenzeitliche 3:1 erzielte Jese (64.). Für Villarreal trafen Mario (43.) und Giovani Dos Santos (69.). Schuster muss zwei Partien zuschauen, weil er sich nach dem 3:2 des FC Malaga am vergangenen Samstag gegen den FC Sevilla in der Nachspielzeit auf dem Rasen eine hitzige Auseinandersetzung mit seinem Gegenüber Unai Emery geliefert hatte.

Premier League: Die Nationalspieler Mesut Özil, Per Mertesacker und Lukas Podolski sind mit dem FC Arsenal brutal aus allen Meisterträumen gerissen worden. Das deutsche Trio geriet zum Auftakt des 25. Spieltags der Premier League beim FC Liverpool mit 1:5 (0:4) unter die Räder. Gut zwei Stunden später löste der Lokalrivale FC Chelsea die Londoner als Tabellenführer ab. Beim 3:0 (2:0) gegen Newcastle United war André Schürrle 85 Minuten lang nur Zuschauer. Manchester City kam bei Norwich City nicht über ein 0:0 hinaus und rutschte auf den dritten Platz ab. Liverpool meldete sich eindrucksvoll im Titelrennen zurück. Mit 50 Punkten liegen die Reds nun sechs Zähler hinter dem neuen Spitzenreiter Chelsea. Die Entscheidung an der Anfield Road fiel innerhalb von 18:25 Minuten: Die Reds überrollten die Gunners regelrecht und hätten statt 4:0 auch 6:0 führen können. Nach dem Führungstreffer durch Martin Skrtel aus abseitsverdächtiger Position (1.) legte der Slowake mit einem Kopfballtor nach (10.). Kapitän Steven Gerrard hatte jeweils die Flanke geschlagen. Der in der Anfangsphase wie seine Teamkollegen völlig überforderte Per Mertesacker hatte dann Glück, dass Daniel Sturridge mit einem Lupfer das leere Tor verfehlte (12.) und Luis Suárez mit einem Distanzschuss den Pfosten traf (14.). Vor dem 3:0 durch Raheem Sterling der Gastgeber vertändelte Mesut Özil den Ball (17.).

Beim vierten Treffer durch Sturridge trabte Mertesacker nur hinterher (20.). Es war bereits das 40. Tor für Liverpool in der ersten Halbzeit - zehn mehr als jedes andere Team. "Wir waren ganz schwach - defensiv, offensiv. Sie konnten die Tore in Zeitlupe erzielen", bemängelte Arsenal-Teammanager Arsène Wenger. Auch nach der denkwürdigen Anfangsphase wurde es für Arsenal nicht viel besser. Beim 5:0 durch Sterling kurz nach der Pause (52.) ließ sich Mertesacker überlaufen. Als Podolski nach einer Stunde eingewechselt wurde, war die vierte Saisonniederlage längst perfekt. Der verwandelte Foulelfmeter von Mikel Arteta (69.) änderte nichts mehr. Matchwinner für Chelsea war Eden Hazard. Der belgische Nationalspieler erzielte alle drei Tore (27., 34. und 63.) für die Blues. Schürrle wurde erst fünf Minuten vor Schluss - für Hazard - eingewechselt.

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