US-Flugsicherheitsbehörde:Tablets und Reader dürfen eingeschaltet bleiben

Flugzeug

Am Laptop arbeiten - auch während Start und Landung: In den USA nun möglich.

(Foto: Fabrice Coffrini/AFP)

Wenn der Flieger startet, muss das Smartphone aus sein - diese Pflicht fällt für Passagiere in den USA nun weg. Die Aufsicht sieht darin keine Gefahr mehr. Nun hoffen europäische Fluggäste auf ähnliche Lockerungen.

"Bitte schalten Sie Ihre elektronischen Geräte aus": Auf diese Aufforderung warten Flugpassagiere in den USA künftig vergeblich. Wie die Luftfahrtbehörde FAA nun bekanntgab, dürfen elektronische Geräte wie Smartphones, Tablets und E-Book-Reader bei Start und Landung angeschaltet bleiben.

Passagiere können jetzt jederzeit etwa digitale Bücher lesen, spielen oder sich Filme ansehen. Es bleibt allerdings weiterhin verboten, im Flugzeug zu telefonieren oder über eine Mobilfunkverbindung im Internet zu surfen. Bis Ende des Jahres soll der sichere Gebrauch elektronischer Geräte bei allen Airlines funktionieren, sagt die Behörde.

Mit der gelockerten Regelung preschen die USA vor, bereits im Sommer hatte sie entsprechende Änderungen in Erwägung gezogen. International ist es üblich, dass elektronische Geräte bei Start und Landung ganz ausgeschaltet werden müssen - nicht nur wegen der Technik, sondern auch aus pragmatischen Gründen: Die Geräte sind hart und könnten beim Umherfliegen zu Verletzungen führen.

Die Bestimmungen für Fluggesellschaften aus Europa werden von der europäischen Agentur EASA gemacht. Von ihr lag zunächst keine Stellungnahme zu eventuellen ähnlichen Plänen vor. In Deutschland verbietet die Luftfahrzeug-Elektronik-Betriebsverordnung (LuftEBV) den Umgang mit elektronischen Geräten bei Start und Landung. Experten kritisieren diese Vorkehrung als übertrieben. Die New York Times hat die Strahlung eines Kindle-Readers testen lassen - sie war sehr niedrig, 0,00003 Volt pro Meter. Schon jetzt lassen zahlreiche Passagiere ihre Geräte eingeschaltet in den Taschen. Die FAA erklärte, sie setze sich für eine Angleichung der internationalen Bestimmungen ein.

Die Airlines müssten nachweisen, dass die Funktionsfähigkeit ihrer Flugzeugtechnik durch die elektronischen Geräte der Passagiere nicht beeinträchtigt werde, erläuterte die Behörde. In Ausnahmefällen wie einer Landung bei niedriger Sicht könnten die Passagiere auch künftig noch gebeten werden, ihre Elektronik auszuschalten.

Viele hoffen nun, dass der Schritt der USA dabei hilft, international einheitliche Vorschriften zu entwickeln - und dem Wunsch vieler Passagiere nach mehr Geräte-Freiheit nachzukommen. So könnten die Ansagen des Bordpersonals bald auch hierzulande überflüssig werden.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB