Spanien:Maurische Prachtbauten abseits der Strände

Lesezeit: 3 min

800 Jahre dauerte die arabische Herrschaft in Andalusien. Erhalten bleiben märchenhafte Pläste, imposante Festungen - und der Flamenco.

Die gewaltigen Mauern der Alhambra dominieren das Stadtbild von Granada. In dieser eindrucksvollen Festung haben die Mauren den spanischen Rückeroberern am längsten standgehalten, bis sie im Jahre 1492 endgültig von der iberischen Halbinsel vertrieben wurden.

Zurück blieben vielerorts prachtvolle Paläste, Moscheen und Badeanlagen, die den Reisenden noch heute ins Staunen versetzen. Neben imposanten christlichen Kathedralen geben sie Zeugnis von der bewegten Geschichte Andalusiens im Mittelalter.

Mit der südlichsten Provinz Spaniens verbindet sich meist nur die Vorstellung von einem Strandurlaub. Doch auch die Kulturstätten im Landesinneren ziehen alljährlich Millionen Besucher an - und zu Recht.

800 Jahre in arabischer Hand

Die Vermischungen von orientalischen und westlichen Baustilen, von muslimischen, christlichen und auch jüdischen Elementen, von Vergangenheit und Gegenwart sind hier so ausgeprägt wie kaum anderswo in Europa. Auch der Flamenco, eine vermeintlich urspanische Erfindung, ist das Ergebnis dieser kulturellen Verschmelzung.

Die ersten Mauren kamen im Jahre 711 unter dem Berberkommandanten Tarik von Nordafrika über die Straße von Gibraltar nach Spanien. Damit begann die fast 800 Jahre währende arabische Herrschaft über al-Andalus, wie die Eroberer die iberische Halbinsel nannten. Einige Historiker werten diese Zeit als Epoche einer weit gehenden multikulturellen Harmonie und Toleranz, andere stellen nur die blutrünstigen Seiten in den Mittelpunkt. Unbestritten ist, dass die arabische Kultur insbesondere den Süden Spaniens für alle Zeit bereichert hat.

Wer die Alhambra besuchen will, muss sich schon früh am Morgen anstellen - es sei denn, er konnte per Telefon oder im Internet vorbuchen. Zwar ist es kein Problem, auf das Gelände der Stadtburg zu gelangen, doch der Zugang zu den großartigen Nasriden-Palästen ist begrenzt. An der Tageskasse werden meist nur etwa 800 Karten verkauft, auf denen auch die Uhrzeit des Besuchs vorgeschrieben ist.

Wer jedoch den Einlass geschafft hat, fühlt sich für das Warten schnell entschädigt: Im Sultanspalast beeindrucken an den Wänden die meist in Blau gehaltenen Keramik-Kacheln mit Blumenmustern und Inschriften aus dem Koran, während die Decken kunstvolle Holzverzierungen aufweisen. Innenhöfe mit Wasserspielen wie der Löwenhof untermalen die Leichtigkeit des Baustils.

Der Renaissancepalast, den König Karl V. Nach der Reconquista, der Rückeroberung Spaniens, auf dem Gelände errichten ließ, wirkt da eher behäbig. Die Gartenanlagen von Generalife sowie der Blick von der Zitadelle über Granada bis hin zur Bergkette der Sierra Nevada werden dem Besucher ebenfalls unvergesslich bleiben.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB