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Reise-Trends in Metropolen:In der Hitze der Stadt

Wohin verschwinden Schnecken in Lissabon? Warum trägt man in Manila Gelb? Und warum kann man sich die Hafenrundfahrt in New York sparen? Die Antworten im Metropolen-Überblick.

Belgrad

Sommerserie Belgrad

Tagsüber Platz zum Flanieren, voll wird es erst, wenn die Hitze nachlässt: die Einkaufsmeile Knez Mihajlova in der Innenstadt von Belgrad.

(Foto: dpa)

Hotspot der Stadt: Tagsüber sind das die Einkaufsmeile Knez Mihajlova mit ihren Restaurants und Cafés, die alte Festung Kalemegdan oder das Erholungszentrum "Ada Ciganlija" an einem künstlich angelegten Seitenarm des Save-Flusses. Ab 22 Uhr ist das Viertel um die Straße Strahinjica Bana hinter dem Nationaltheater angesagt, das die Belgrader "Silicon Valley" nennen. Junge Liebhaber von Salsa treffen sich im Havanna Club. Die heißeste Meile des Nachtlebens liegt an den Flüssen Donau und Save. Dutzende Diskotheken auf dem Wasser haben sich hier seit Jahren einen länderübergreifenden Ruf erarbeitet. Wer festen Boden unter den Füßen bevorzugt, geht ins Musik-Restaurant Reka im Vorort Zemun (nur mit Reservierung).

Außerdem: Im Stadtzentrum sind die vor mehr als zehn Jahren von Nato-Bomben zerstörten Gebäude zu einer Art touristischen Attraktion geworden. Die Wirtschaft liegt nach misslungener Privatisierung danieder. Trotzdem sprüht Belgrad als einzige wirkliche Metropole der Region vor Lebenslust.

Accessoire des Sommers: Stiefeletten-Sandalen. Der Knöchel von Leder oder Wildleder fest eingewickelt, an Zehen und Fersen aber offen, die Sohle flach oder als High-Heels. Dazu unbedingt - egal wie die Beine aussehen - Hotpants oder bis zum Knie reichende Leggins, gern in lila, bevorzugt aber in weiß. Außerdem: Sonnenbrillen. Je größer, desto besser, Marke Windschutzscheibe, meist als "Fakes" von Dior, Chanel oder Versace vom nächsten Straßenhändler.

Sommerhit: Nach wie vor angesagt sind Hits aus Zeiten des "alten Jugoslawiens". Nach Mitternacht dominieren in den Clubs sogenannter Turbo-Folk sowie elektronische Musik "made in Serbia".

Budapest

Budapest

Abkühlen in Budapest, Ungarn.

(Foto: AP)

Hotspot der Stadt: Die Gartenlokale und Bruchkneipen im Gebiet der Kazinczy-Dob-Kiraly-Gasse. Kein Innenhof, keine Baulücke bleibt in diesem Budapester Dreieck ungenutzt. Plätze wie der Köleves-Garten, das Tüzrakter oder der Ellato-Garten sind die bevorzugten Sommernachtsorte von Studenten und Kreativen. Retro-Gartenstühle, Feuermauern mit Graffiti, lauschige Laubbäume - jedes dieser Refugien hat seinen ganz eigenen Reiz.

Außerdem: Das alljährliche Open-Air auf der Alt-Budaer Werfteninsel Sziget zieht jedes Jahr Hunderttausende an, darunter viele Deutsche. 2010 findet es vom 9. bis 16. August statt, bereits zum 18. Mal. Angekündigt sind zum Beispiel die Bands Iron Maiden, Muse und Madness.

Accessoire des Sommers: Plastik-Latschen, auch Crocs genannt. Damit strömt das Volk in die Bäder und zu den Donaustränden. Das schlichte Schuhwerk schließt modischen Schnickschnack aber nicht völlig aus. Gern getragen werden Crocs in grellem Pink.

Sommerhit: Akos mit "Szindbad dala" (Sindbads Lied). Die neue Rock-Ballade der 42-jährigen lokalen Popgröße kündet von der Rastlosigkeit des unsteten Abenteurers. Sindbad, der Seefahrer, kennt sie alle: "Jungfrauen und lustige Witwen/Ich komme auch frei Haus/ Ich weiß, was jeder von ihnen gebührt..." Vergebens sehnt er sich nach einem ruhigen Leben. Auf der Flucht vor den eigenen Gefühlen geht er letztlich in keinem Hafen vor Anker. Metallische Gitarren-Riffs, harter Beat, fetziger Gesang: der Budapester Sommer steht im Zeichen einer Macho-Romantik feinfühliger Art.

Buenos Aires

Panorama der Metropolen - Buenos Aires

Neben den so genannten Milongas, den Tango-Veranstaltungen, wird in Buenos Aires oft Jazz, Pop und Cumbia live gespielt und getanzt.

(Foto: dpa)

Buenos Aires

Hotspot der Stadt: Buenos Aires ist einfach zu groß für nur ein Vergnügungsviertel. Die bekanntesten sind die Altstadt San Telmo, das mondäne Recoleta sowie das gefragte Palermo Viejo. Die Porteños, wie sich die Bewohner von Buenos Aires nennen, sind leidenschaftliche Restaurant- und Kaffeehaus-Besucher. Allerdings drängeln sich die Menschen im Winter drinnen, und die vielen Sonnenterrassen werden nur für eine schnelle Zigarette genutzt.

Außerdem: Neben den sogenannten Milongas, den Tango-Tanzveranstaltungen, wird auch Jazz, Pop und Cumbia live gespielt. Wer Klassik mag, kann seit kurzem wieder das weltberühmte Opernhaus Teatro Colón besuchen: Es wurde nach jahrelanger Restaurierung wiedereröffnet. Bei Getränken gilt: Glühwein in der Kälte ist hier völlig unbekannt, dafür gibt es eher mal einen Whisky. Vor allem aber trinken die Menschen im Winter ihren Matetee. Die getrockneten Mateblätter werden in ein Gefäß aus getrockneter Kürbisschale gegeben, mit heißem Wasser übergossen und der bittere Sud per Metallröhrchen getrunken. Aber Achtung: wer zu hastig saugt, verbrennt sich Lippen und Zunge. Auch im Winter gehen die Argentinier ihrer Lieblingsbeschäftigung, dem Asado, nach: im Garten oder auf dem Balkon Berge erstklassiges Fleisch auf Holzkohle grillen. Über die richtige Technik können sich argentinische Männer dabei so sehr in die Haare kriegen, wie Deutsche, wenn es ums Bier geht.

Accessoires des Winters: Im Sommer schwitzen die Bewohner der Millionenmetropole bei oft mehr als 40 Grad Celsius, und über der Betonwüste liegt eine schwül-feuchte Dunstglocke. Jetzt aber ist auf der Südhalbkugel Winter, und die Menschen bibbern in kaum isolierten Häusern und zugigen Straßen. Dagegen helfen nur die normalerweise gut verstauten Pelze, die jetzt in Bussen und Bahnen nicht gerade den Duft der großen, weiten Welt verströmen, sondern den von Mottenpulver. Pelzmäntel, aber auch Mützen, Schals, Handschuhe und ein Deckchen für das Hündchen gehören zur festen Ausstattung der Porteños. Manchmal mutet das sehr komisch an: Kaum sinken die Temperaturen unter zehn Grad plus, begegnen einem Passanten, die wie für eine Polarexpedition vermummt sind.

Winterhit: Dutzende private Radiostationen spielen vor allem Mainstream. Das Ungewöhnliche oder Gewagte hat es nicht leicht, wenn es vor allem um Werbeeinnahmen geht. Auf einen einzigen Hit kann sich da niemand einigen: die Sender spielen zurzeit zum Beispiel oft Justin Biebers "One Less Lonely Girl".

Istanbul

Istanbul - Europäische Kulturhauptstadt 2010

Der Sonnenuntergang taucht das Hagia Sophia-Museum (rechts) und die Blaue Moschee in Istanbul in rotes Licht.

(Foto: dpa)

Istanbul

Hotspot der Stadt: Das Viertel Asmali Mescit in Beyoglu war noch vor 15 Jahren ein Idyll der linksintellektuellen Szene. In den Straßen am Rande der Einkaufsmeile Istiklal Caddesi machen jetzt Partygänger und Touristen die Nacht zum Tage.

Istanbul

Außerdem: Istanbul ist in diesem Jahr eine der Europäischen Kulturhauptstädte. Die Stadt hofft auf bis zu zehn Millionen Gäste, für die mehr als 400 Kunst- und Kulturprojekte organisiert werden. Istanbuls Lage auf zwei Kontinenten ist so einzigartig wie die mehr als 2000 Jahre alte Geschichte der Metropole, die die Hauptstadt dreier Weltreiche war.

Accessoire des Sommers: Mädchen und junge Frauen tragen in diesem Sommer eine mit kleinen Perlen verzierte Häkelkette, die von den Borten traditioneller Kopftücher inspiriert ist. Das verspielte Accessoire wird zu T-Shirts oder Blusen umgehängt.

Sommerhit: Dem auch international bekannten Popstar Tarkan haben eine spektakuläre Festnahme und die Anklage wegen Drogenbesitzes nicht geschadet. Die Polizei war ihm bei der Überwachung von Rauschgifthändlern auf die Spur gekommen. Tarkans Hit "Sevdanin son vurusu" steht in den Kral TV Top 20 trotz allem ganz oben.

Kapstadt

Abendstimmung in Kapstadt

Nebel zieht kurz nach Sonnenuntergang am Tafelberg vorbei in das südafrikanische Kapstadt.

(Foto: dpa)

Kapstadt

Hotspot der Stadt: Geheimtipp ist zurzeit die Club-Szene in der Edward Street in Bellville, nördlich von Kapstadt. Hier werden zuweilen wilde Straßenpartys gefeiert, bislang meist ohne Touristen. Ansonsten tobt das Leben nachts am Green Point und in Camps Bay.

Außerdem: Die WM hat auch die Szene nicht unberührt gelassen. Normalerweise feiern Schwarze, "Farbige" und Weiße nicht zusammen. Der kollektive Rausch zur WM hat das ein klein wenig gelockert. Im "Mzoli's Place" beispielsweise, einem Nachtclub und Restaurant, tanzen Menschen aller Hautfarben gemeinsam.

Accessoires des Sommers: Klar die Flagge Südafrikas, quer durch Rassen und Generationen. Alle sind stolz auf den WM-Erfolg. Auch Wochen nach dem Finale flattert sie überall - an Autos und Mopeds, in den Bars und Kneipen. Derzeit besonders als modisches Accessoire beliebt: "Madrassa Schals", den Palästinenser-Tüchern nicht unähnlich, allerdings in zuweilen grellen Farben.

Sommerhit: Auch nach der Fußball-WM weckt Shakira mit "Waka Waka" in Bars und Clubs die Erinnerung an das Top-Ereignis des Jahres, das das Land euphorisierte. Der Hype der ganz Jungen gehört aber der lokalen Band Locnville: Die 19-jährigen Zwillinge Andrew und Brian Chaplin, Groß-Cousins von Charlie Chaplin, sind der Schwarm der Teenager am Kap - und auf dem Sprung in die europäischen Charts.

Lissabon

Sommer in Lissabon

Blick vom Castelo de Sao Jorge in Richtung Rossio, Lissabon. Im Hintergrund das Viertel Bairro Alto, das eine große Auswahl an Restaurants, hippen Bars und Clubs bietet.

(Foto: dpa)

Lissabon

Hotspot der Stadt: Tagsüber strömt ganz Lissabon zu den Stränden der Vororte Caparica, Cascais oder Estoril. Nachtschwärmer finden vor allem im Viertel Bairro Alto eine große Auswahl an Restaurants, hippen Bars und Clubs. Das bedeutet Hip-Hop, Punk, Soul, brasilianische Musik, Metal, Reggae und vieles mehr. Die kleinen Gassen füllen sich ab etwa 22 Uhr mit Menschen - hier wird auch auf offener Straße getrunken, getanzt, geflirtet. Die Boutiquen des Stadtviertels bleiben am Wochenende bis weit nach Mitternacht auf. Achtung: In die überteuerten Fado-Lokale verirren sich hier nur Touristen. Die melancholischen Klänge der portugiesischen Musik sollte man nur in Lokalen abseits der Ausgeh-Viertel genießen.

Außerdem: "Há Caracois!" (Es gibt Schnecken!) - Schilder mit dieser Aufschrift prangen dieser Tage vor fast allen Restaurants. Zum "Vinho Verde", dem jungen Wein, oder zur weißen Sangria genießen die Bewohner Lissabons in den Sommermonaten die schleimigen Tierchen gerne. Sehr gerne. Nicht weniger als 42.000 Tonnen Schnecken verputzen die "Lusos" jedes Jahr. Das sind mehr als vier Kilogramm pro Kopf.

Accessoires des Sommers: Teure Marken-Sonnenbrillen sind für die Mädchen und Frauen, die sie sich leisten können, in diesem Sommer ein absolutes Muss. Ebenso die brasilianischen Havaianas-Flip-Flops. Der Sommer in Lissabon ist - für iberische Verhältnisse - sehr mild. Die "Stadt der sieben Hügel" profitiert nämlich vom Einfluss des Atlantiks. Im Juli und August klettern die Temperaturen selten über 30 Grad, oft weht eine erfrischende Brise. Die Portugiesinnen sind modebewusst, kleiden sich aber eher konservativ. Tiefe Ausschnitte und Miniröcke sind auch im Sommer für die meisten tabu.

Sommerhit: Der aktuelle Lieblingssong der Portugiesen ist Owl Citys "Fireflies". Der internationale Hit erreichte im Juli auch in Lissabon die Spitze der Charts und wird immer wieder in den Radios und Tanzlokalen gespielt. Auf Partys und am Strand tanzen alle aber immer häufiger nach "Margem Sul", der portugiesischen Parodie-Fassung von "New York State of Mind" von Jay-Z und Alicia Keys. Das Duo Rui Unas und Diana Piedade veräppelt in dem Lied den Lebensstil in den Schlafvororten auf der südlichen Seite des Tejo- Flusses.

London

Hampstead Heath in London.

(Foto: AP)

London

Hotspot der Stadt: Die Londoner lieben es, im Park zu entspannen, und haben dazu dank der vielen Grünflächen auch genug Gelegenheit. Eine Besonderheit hat der Park Hampstead Heath im Norden der Stadt zu bieten. Hier gibt es drei Teiche, die im 17. und 18. Jahrhundert ausgehoben wurden. Damals dienten sie der Wasserversorgung, heute kann man darin schwimmen. Als die Stadt die Bassins vor einigen Jahren schließen wollte, klagte eine Initiative vor Gericht - und bekam das Recht zum Weiterschwimmen. Die Londoner plantschen hier in Scharen.

London

Außerdem: London hat Big Ben, den Buckingham Palast, rote Busse und Telefonhäuschen - und eine Menge riesiger alter Bäume. Die sonst eher weniger beachteten Sehenswürdigkeiten können jetzt auf einem eigenen Stadtrundgang entdeckt werden. Ein neues Buch weist den Weg zu den vergessenen Giganten und erklärt ihre historische Bedeutung. Auf diesem Weg lassen sich auch Ecken in der Stadt erkunden, die Touristen sonst eher nicht sehen.

Accessoire des Sommers: Blümchen auf dem Rock, auf Taschen, Hüten, Doc-Martens-Stiefeln und eigentlich überall - wer sich auf Londons Straßen umschaut, dem blüht was. Kurze Blumen-Kleidchen für Frauen oder Shirts mit floralem Aufdruck für Männer passen bestens zum Ausspannen im Park. Aber auch abends auf der Ausgehmeile am Leicester Square sind sie zu sehen - dann allerdings kombiniert mit atemberaubenden Highheels bei den Damen oder Sakkos bei den Herren.

Berühmte Madrider Geschäftsstra0e 'Gran Via' wird 100 Jahre alt

Madrider Geschäftsstraße 'Gran Via'.

(Foto: dpa)

Sommerhit: Sie ist zwar Australierin, aber die Briten lieben Kylie Minogue einfach heiß und innig. Kein Wunder, dass ihre Single "All The Lovers" gleich ganz nach oben in die Charts schoss. Nachdem sie auch noch einen Überraschungsauftritt bei der größten englischen Freiluftparty, dem legendären Musikfestival in Glastonbury, gegeben hatte, war Kylie wieder der Star auf der Insel.

Madrid

Madrid

Hotspot der Stadt: Auf verschiedenen Freilichtbühnen im Zentrum Madrids lockt bis 22. August das Festival "Los Veranos de la Villa" (Die Sommer der Stadt) mit Künstlern wie Paco de Lucía, Elvis Costello, Youssou N'Dour, Diana Krall, Patti Smith oder auch Nina Hagen. Neben Musik gibt es auch Tanz, von Klassik bis Flamenco und Theater, allerdings zu teils horrenden Preisen. Billiger ist es hier: Im riesigen Retiro-Park ist immer etwas los. Wer Ruhe und Abgeschiedenheit sucht, findet sie dort auch. Laute Treffpunkte sind die Terrassen-Kneipen rund um den Plaza de Santa Ana sowie die Dachterrasse des dortigen Hotels Reina Victoria, wo einst berühmte Stierkämpfer wie Manolete (1917-1947) einkehrten.

Außerdem: Großen Erfolg hat zurzeit der Roman "El tiempo entre costuras" (Die Zeit zwischen Nähten), das Erstlingswerk der spanischen Schriftstellerin María Dueñas. Die 46-Jährige beschreibt darin das Leben einer Frau, die während der Franco-Diktatur (1939- 1975) zu einer berühmten Modedesignerin wird.

Accessoire des Sommers: Der "tinto de verano" ist eigentlich ein Klassiker, doch in diesem Jahr erlebt er eine Art Revival, denn er erfreut sich auch bei Jüngeren großer Beliebtheit. Der "Sommer- Rotwein" ist eine Mischung aus Rotwein und Zitronenlimonade ("gaseosa") und wird sowohl zum Essen als auch als Aperitif getrunken. Modisch gesehen sind Strohhüte "in", bei Frauen aber auch Männern. Frauen tragen gerne Römersandalen und weiße "Ibiza- Kleider".

Sommerhit: "El run run". Das Lied ist ein Flamenco-Pop-Ohrwurm des katalanischen Duos Estopa. Die Brüder David und José Manuel Muñoz, die einst beim Autobauer Seat am Fließband standen und 1999 mit ihrem ersten Album für Furore sorgten, werden begleitet von der Sängerin Rosario.

Panorama der Metropolen - Manila

Boote am Strand von Manila Bay

(Foto: dpa)

Manila

Manila

Hotspot der Stadt: Ein altes Armee-Depot im Stadtteil Taguig City. Dort entstand "The Fort", ein Komplex mit vielen Restaurants, Cafés und schicken Shops - und mit willkommener Klimaanlage im schwülen Klima. Denn: Als Jahreszeiten gibt es in Manila nur heiß und trocken oder heiß und nass. Im Moment regnet es viel, noch bis Oktober. Der coolste Nachtclub der Stadt befindet sich übrigens auch im "The Fort": Im "Encore" lassen sich Stars und Sternchen gerne sehen.

Außerdem: "In" ist, was gelb ist - die angesagteste Farbe in der Stadt. Der unerwartete Trendsetter: Ein 50-jähriger Politiker mit Beamten-Image. Benigno "Noynoy" Aquino wurde aber im Mai zum Präsidenten gewählt und ist die Hoffnung von Millionen Menschen auf ein besseres Leben. Mit der Farbe, die er im Wahlkampf wählte, signalisieren die Massen: Wir stehen hinter Dir. T-Shirts, Armbänder, Handys, Uhren - alles, was gelb ist, geht gut.

Accessoire des Sommers: Eine Eintrittskarte zur neuesten Attraktion im Großstadt-Dschungel: Wer mitreden will, muss von seinem Superman-Feeling schwärmen können. Abenteuerveranstalter Treetop Adventures macht es im Stadtteil Quezon möglich. Der Kick kommt, wenn man wie Superman 30 Meter über dem Boden durch die Luft rast - allerdings an Seilen befestigt, mit Helm und in gedrosseltem Tempo.

Sommerhit: "Kung Wala Na Nga" von der einheimischen Gruppe 6CycleMind's - eine Mischung aus Alternativ-Rock und Pop. Die fünfköpfige Band brachte vor sieben Jahren ihr erstes Album raus und macht den internationalen Hits seitdem erfolgreich Konkurrenz.

Marrakesch

Marrakesch, Marokko.

(Foto: AFP)

Marrakesch

Marrakesch

Hotspot der Stadt: Hauptattraktion ist nach wie vor der Platz Jamaa el Fna (auch "Djemaa el Fna") am Eingang zur Altstadt (Medina). Diese einstige Hinrichtungsstätte, wo die Häupter der Geköpften aufgespießt wurden, ist heute ein Treffpunkt mit Musikern, Magiern, Geschichtenerzählern und Schlangenbeschwörern. Die Zeit scheint stehengeblieben, doch die Exotik ist seit den 90er Jahren exakt kalkuliert. Um westlichen Touristen genau den richtigen Grad von faszinierender Fremdheit zu bieten, sind Dutzende Sicherheitsleute zivil unterwegs, die mögliche Taschendiebe in Schach halten. Auf diese Weise gilt das Flanieren in den malerischen Souks (Märkten) als sicher. In der Altstadt gibt es viele versteckte Restaurants mit Blumen und Innenhöfen, die das Klischee aus 1001 Nacht bedienen. Danach geht es in Clubs wie das "Pascha". Die Schönen und Reichen und US-Stars residieren meist im Hotel "La Mamounia". Mittlerweile ist auch der verwunschen-schöne Majorelle-Garten (Jardin Majorelle), in dem der 2008 gestorbene Modeschöpfer und Marrakesch-Fan Yves Saint Laurent seine letzte Ruhe fand, ein Hotspot und "Entspannungsort".

Marrakesch

Außerdem: Marrakesch ist im Fokus, so dass manchmal die anderen drei ebenfalls schönen Königsstädte Fès, Meknès und Rabat touristisch vergessen werden. Vor allem die Hauptstadt Rabat hat sich in den letzten Monaten aufgehübscht und "grüner" gemacht. Betonplätze wurden zu Grünflächen, Verkehrsinseln mit Palmen bepflanzt. Ansonsten gilt: Casablanca ist das Nachtleben-Zentrum Marokkos, vor allem an der Strandpromenade Corniche de Aïn-Diab wird kosmopolitisch gefeiert. Viele Lokale haben den Look der 20er und 30er Jahre bewahrt. Viele westliche Frauen dürfte allerdings das vorherrschende Macho-Gehabe vieler Männer stören.

Accessoires des Sommers: In der märchenhaft schicken Stadt am Fuße des Atlas-Gebirges, die bereits in den 80er Jahren, aber seit 2000 verstärkt als eines der Lieblingsziele des internationalen Jet-Sets gilt, ist in diesem Jahr das Buch "L'arc-en-ciel et le papillon" (Der Regenbogen und der Schmetterling) des Schriftstellers und früheren Kulturministers Mohammed Al-Achaar sehr gefragt. Darin geht es um Liebe, aber auch um Politik.

Die Staten Island Fähre passiert die Freiheitsstatue.

(Foto: AFP)

Sommerhit: "Daka Daka" (Langsam) des Sängers Saïd Mouskir.

New York

New York

Hotspot der Stadt: Die Staten-Island-Fähre. Hier kann man kostenlos von der Südspitze Manhattans zur Insel Staten Island fahren. Auf der Rückfahrt nach Manhattan hat man einen tollen Blick auf die Skyline. Nur Touristen machen eine Hafenrundfahrt. Echte New Yorker nehmen zum Nulltarif "the ferry". Sogar einen Cocktail gleichen Namens gibt es - mit Rum, Ananassaft und viel Eis.

Außerdem: Die typische Erfrischung der Stadt sind Hydranten. Immer wieder wird einer aufgedreht, damit sich nicht nur Kinder unter den Strahl des kühlen Wassers stellen können. Eine Alternative für all diejenigen, die es nicht schaffen, an einen der öffentlichen, kostenlosen Pools zu kommen. Deren Kapazität ist nämlich begrenzt und es bilden sich oft lange Schlangen vor den streng kontrollierten Eingängen.

Accessoire des Sommers: Der Regenschirm! Nicht gegen Regen, sondern als Sonnenschirm tragen viele New Yorker den kleinen Schwarzen mit sich herum, auch wenn die High-Tech-Stoffe etwas unter der Hitze leiden und leicht durchhängen. Kein Wunder in einer Stadt, die auf der Höhe Neapels liegt. "Heiße Stadt, Sommer in der Innenstadt" heißt schlicht der Text von "Summer in the City" von The Lovin' Spoonful von 1966, der inzwischen mehr als 25 Mal neu aufgelegt wurde. Das Lied beschreibt genau, was die New Yorker während der heißen Monate zu spüren bekommen: kaum Schatten, Menschen, die unter der Hitze leiden, und der Asphalt, der "heißer als ein Streichholzkopf" sei. Umso mehr wünscht man sich bei der Verabschiedung nicht einen schönen Tag, sondern "Stay cool" (Halte Dich kühl).

Paris Plage, der aufgeschüttete Stadtstrand an der Seine.

(Foto: AP)

Sommerhit: "California Gurls" von Katy Perry, featuring Snoop Dogg. Das Billboard-Magazine sieht den Song voller guter Laune in seiner Liste der Sommerhits auf Platz eins. Das Video zeigt die Sängerin in "Candyfornia", bunt dekoriert mit Zuckerstangen, Eiscreme und Lollis. Zu dem eingängigen Song tanzen Gummibärchen im Takt. Sweet!

Paris

Paris

Hotspot der Stadt: Von Mitte Juli bis Mitte August wird die ganze Innenstadt zu einem großen Festivalplatz: Das "Paris Quartier d'été" hat Live-Konzerte, Theateraufführungen und Tanzdarbietungen in seinem Programm. Das kostet wenig oder nichts. An der Seine sorgt "Paris Plage" wieder für Strandgefühl und abgesperrte Schnellstraßen.

Außerdem: Immer beliebter werden außergewöhnliche Restaurants. Wer das nötige Kleingeld hat, der kann in lauschigen Innenhöfen mit kleinen Gärten oder auf imposanten Dachterrassen essen. Von den Dachterrassen des Kaufhauses Galéries Lafayette, des Hotels "Mama Shelter" oder des Institut du Monde Arabe (Institut der arabischen Welt) hat man einen tollen Blick über die Stadt. Wer es günstiger haben will, setzt sich zum Picknick an die Seine, zum Beispiel an die Spitze der Seine-Insel Île Saint-Louis.

Accessoire des Sommers: Der Apéro ist an einem lauen Sommerabend die Lieblingsbeschäftigung der Franzosen. Die Getränke sind meist traditionell - von Pastis über Kir Cassis (Weißwein mit Johannisbeer-Likör) oder einem schlichten Glas Rosé oder Rosé-Champagner ist alles möglich, immer öfter auch ein Mojito. Zum Knabbern sieht man diesen Sommer auf den Tischen Gebäckteilchen mit Thymian, Rosmarin oder Parmesan.

Saint Peter's Basilica is seen in downtown Rome behind the Tiber river

Petersdom und der Tiber, Rom.

(Foto: Reuters)

Sommerhit: Das Lied "Désolé" (Tut mir leid) vom Rapper-Kollektiv Sexion d'assaut ist in aller Ohren. Die Rapper stammen allesamt aus Paris und wollen sich mit einem authentischen Stil von den vielen französischen "Bling-Bling-Rappern" abheben.

Rom

Rom

Hotspot der Stadt: Noch bis Ende August werden die Ufer des Tiber im historischen Zentrum zur Festivalmeile. Dabei beglückt "Estate Romana" (Römischer Sommer) mit Live-Konzerten, Freiluftkino und Restaurants - und alles zu günstigen Preisen. Besonders frequentiert ist das romantische Open-Air-Kino auf der Tiberinsel. Wer in der Ewigen Stadt auf Jazzmusik steht, kommt dagegen im Park der "Villa Celimontana" direkt am Kolosseum von Juli bis Anfang September auf seine Kosten.

Außerdem: Immer beliebter wird der "Aperitivo", für den eigentlich Mailand so berühmt ist. Anstatt sich bei den heißen römischen Sommertemperaturen ins Restaurant zu begeben, schätzen die Italiener zunehmend eine ausgedehnte Cocktail-Stunde. Die Getränke gehen vom traditionellen Bier oder Prosecco bis hin zu klassischen Longdrinks wie Cuba Libre oder Caipirinha. Gegessen werden dazu Kartoffelchips und Erdnüsse oder Focaccia-Häppchen mit dem Rinder-Trockenfleisch Bresaola. Immer mehr Bars haben sich auch auf den neuen Trend eingestellt und bieten "Aperitivo mit Buffet inklusive" an - der Fixpreis liegt dann oft zwischen sechs und acht Euro.

Accessoire des Sommers: Wer keine "Stiefelsandalen" in Italiens Hauptstadt trägt, ist "out". Das Sommerschuhwerk 2010 erinnert gewaltig ans antike Rom. Der Fuß ist wie bei "normalen" Sandalen nur von Riemchen unterschiedlichster Art und Farbe bedeckt. In Richtung Bein wird das Schuhwerk fester. Zu finden sind die Schuhe in zahlreichen Versionen: In Glatt- und Wildleder, mal mit Nieten, mal gelocht, mal als einziges Riemenwerk, mal mit Absatz, mal ohne.

Golden Gate Bridge, San Francisco.

(Foto: AP)

Sommerhit: Vor allem der 30-jährige Cesare Cremonini versetzt mit seinem melancholischen Italo-Rap "Mondo" Italien in Bewegung.

San Francisco

San Francisco

Hotspot der Stadt: Es ist laut und stinkt zum Himmel, doch die von Seelöwen besetzten Bootsstege am Hafenpier 39 sind die Attraktion für Touristen und Einheimische. Nach ihrem mysteriösen Verschwinden im vergangenen Winter sind die speckigen Meeressäuger pünktlich zum Sommerauftakt in die Fisherman's Wharf zurückgekehrt. Zur Freude der Schaulustigen ziehen hunderte ihre tägliche Show auf den Docks ab: Sie kämpfen brüllend um die besten Plätze, stoßen Artgenossen ins Wasser und wälzen sich übereinander. Da kann man stundenlang zugucken, selbstverständlich zum Nulltarif.

Außerdem: Die Aktion "Sunday Streets" macht San Francisco zum Fußgänger- und Radlerparadies. An neun Sonntagen in diesem Sommer werden Autos aus wechselnden Stadtvierteln verbannt. Den Auftakt machte die Embarcadero-Hafenpromenade mit einer riesigen Blockparty: Wo sonst der Verkehr fließt, gab es Jonglierer, Jogger und Yogastunden unter freiem Himmel. Der Bürgermeister der Westküstenmetropole hat seiner Stadt ein Fitnessprogramm verschrieben. Damit waren die Proteste von Autofahrern schnell und unbürokratisch vom Tisch. Bis Ende Oktober läuft die Aktion mit verkehrsfreien Straßen.

Accessoire des Sommers: Die obligatorische warme Jacke, wegen des kalten Sommernebels, der oft durch die Straßen von San Francisco zieht. Und dazu ein Eis von Humphry Slocombe, dem kulinarischen Treff für Wagemutige und Geduldige, die sich nicht an langen Schlangen vor dem Eiscremeladen stören. Die beliebteste Sorte, "Secret Breakfast" (heimliches Frühstück) ist ein dekadenter Mix aus Bourbon, gerösteten Cornflakes und Vanilleeis. "Jesus Juice" enthält Rotwein und Coke, "Foie Gras" wird mit Gänseleber veredelt. "Elvis (the Fat Years)" ist Bananeneis mit Speck und Erdnüssen. Chef-Patissier Jake Godby gibt seine täglich zehn bis zwölf frischen Kreationen via Twitter kund.

SMOG ÜBER SANTIAGO DE CHILE

Smoggeplagt: Santiago de Chile.

(Foto: dpa)

Sommerhit: In dem früheren Hippie-Mekka ist der Sound nostalgisch. Scott McKenzies Hymne an die Flower-Power-Bewegung, "San Francisco (Be Sure to Wear Flowers in Your Hair)", ist mehr als 40 Jahre alt, tönt aber gerade im Sommer aus Radios und Kneipen. Schließlich erinnert der Song an den "Summer of Love" im Jahr 1967, als Tausende junge Menschen - mit Blumen im Haar - in die Westküstenstadt pilgerten.

Santiago de Chile

Santiago de Chile

Hotspot der Stadt: Die beliebtesten Bars, Kneipen, Clubs und Restaurants liegen in den Stadtteilen Bellavista und der Avenida Suecia. Und wer gut Fisch und Meeresfrüchte essen will, kommt um den Mercado Central mit Dutzenden kleinen Fischrestaurants nicht herum. Allerdings leidet das Nachtleben unter der Kälte, weil sich viele Menschen derzeit lieber früh in die eigenen vier Wände verziehen.

Außerdem: Auch auf das Essen wirkt sich die Kälte aus: deftige Klassiker sind die sogenannte Carbonada, eine Suppe mit Hackfleisch und Gemüse, sowie die Sopaipillas, ein Nachtisch aus Mehl und Kürbis mit einer Soße aus Rohzucker.

Accessoire des Winters: Gesetztere Damen und Herren tragen meist lange Mäntel, oft braun-beigefarben. Ansonsten sind dicke Pullover, Wattejacken und Schals, Skimützen und sogar Gesichtsmasken, die nur die Augen freilassen, angesagt. Die Chilenen auf der Südhalbkugel bibbern sich derzeit durch den strengsten Winter seit 36 Jahren. Bis auf minus acht Grad fallen die Temperaturen in der Hauptstadt Santiago. Und das in einer Metropole, die besser auf heiße Sommermonate als auf klirrende Kälte vorbereitet ist. Wie in vielen anderen Ländern des Subkontinents geben die Menschen mehr Geld für Klimaanlagen aus als für Heizungen und Isolierung.

Vom Bund hat man einen schönen Blick auf Shanghais Skyline.

(Foto: AP)

Winterhit: Seit Jahren schon beherrscht Reggae die Charts. Seit der WM in Südafrika dudeln die Sender vor allem Shakiras Hit "Waka Waka". Ganz vorn sind aber auch "Arriba la vida" der chilenischen Gruppe Croni-k und "Mientes" der mexikanischen Gruppe Camila dabei.

Shanghai

Shanghai

Hotspot der Stadt: Der Bund, die Uferpromenade am Huangpu-Fluss, ist beliebt bei Shanghaiern und Touristen. Die alten Kolonialbauten erinnern an das "goldene Zeitalter" der Hafenstadt in den 20er und 30er Jahren. Auf der anderen Seite des Flusses bieten heute die Wolkenkratzer des modernen Finanzdistrikts Pudong eine einzigartige Skyline. Der spektakuläre Blick lässt sich abends mit einem Cocktail im Abendwind in den angesagtesten Bars der Stadt genießen: auf den Dächern der Altbauten am Bund.

Shanghai

Außerdem: In Shanghai mischen sich asiatische Exotik und moderner Lebensstil einer Weltmetropole. Der penetrante Geruch von "Chou Doufu", einer stinkenden frittierten Art des Tofu-Sojabohnenkäses, liegt in der Luft, während um die Ecke die Edelboutiquen völlig überteuerte Designer-Klamotten anbieten. In den Parks treffen sich Paare nachmittags zum klassischen Tanz. Abends bietet heute keine chinesische Stadt ein derart ausgefallenes Nachtleben: von alten Jazz-Kneipen bis hin zu modernen Bars mit Whirlpool für die Gäste und Blick auf den Bund. Wie hoch die Metropole hinaus will, zeigt das im Bau befindliche Shanghai Center: Bis 2014 soll der Mega-Turm 632 Meter erreichen. Weltweit ist nur Burj Khalifa in Dubai höher.

Bondy Beach - der angesagte Strand von Sydney

Tausende strömen zum Bondi Beach, Sydney.

(Foto: dpa)

Accessoire des Sommers: Ein Klassiker in Shanghai ist der Pyjama, der wegen der schwülen Sommerhitze seit jeher auch auf der Straße oder zum Einkaufen getragen wird. Um vor den Gästen aus aller Welt nicht "unzivilisiert" zu erscheinen, wollten die Stadtoberen den 18 Millionen Shanghaiern vor der Weltausstellung Expo diese liebenswerte Gewohnheit austreiben, konnten aber wenig ausrichten.

Sommerhit: Die Expo-Hymne "Waiting for You" musste zwar im April zurückgezogen werden, weil die Anleihen bei einem japanischen Hit von 1997 auffällig groß waren, doch ist der Song höchst populär. Auch Lady Gaga ist in China sehr beliebt, doch läuft Jay Chow wohl allen den Rang ab. Der hübsche Taiwanese besingt mit "Hör auf Deine Mutter" (Ting mama de hua) die Liebe zur Mutter. Sein Hit "Der Cowboy ist beschäftigt" (Niuzai hen mang) handelt von einem Rinderhirten.

Sydney

Sydney

Hotspot der Stadt: Nach wie vor ein Hit ist der Bondi Beach. An dem langen Sandstrand trifft sich, wer sehen und gesehen werden will. Surfen, schwimmen, sonnenbaden, Ball spielen bis zum Umfallen - und neuerdings Stars und Sternchen gucken. Wer etwas auf sich hält, zeigt sich am Mittag im Bondi Icebergs Surf Lifesaving Club. Jedoch trifft man hier nicht Nicole Kidman oder Kylie Minogue, sondern vielmehr lokale Rugby-Stars und ihre Model-Freundinnen.

Tel Aviv: Heiße Sommernächte und coole Hornbrillen - Strand

Tel Aviv: Die Schwestern 'Double Da', Odelia und Ornella Samuel, zwei in Israel bekannte Party-Gängerinnen und TV-Moderatorinnen, tragen dunkle Hornbrillen von 'Geek chic' in Israel.

(Foto: dpa)

Außerdem: Guerilla-Stricken! Aus ein paar Wollresten stricken Frauen Mini-Schals und Häubchen und dekorieren damit Bäume, Verkehrsschilder oder Bushaltestellen. Wer mitreden will, darf keinesfalls "Bubble Tea" auslassen. Das ist ein in Asien schon lange populärer süßer Eistee mit einer Art Sago drin - ziemlich farbenfroh.

Accessoire des Winters: Immer mehr Leute tauchen mit "Fixies" auf. Das sind Fahrräder, auf das Nötigste reduziert - keine Gangschaltung, keine Bremsen, aber in knalligen Farben und vor allem: Reifen und Rahmen Ton in Ton.

Winterhit: Die Sydneysider, wie die Einwohner heißen, fahren auf Reggae, Salsa, Latin und Hip-Hop ab - dafür gibt's den perfekten Song in dieser Wintersaison: "Cinema" von der Band The Cat Empire aus Melbourne. Zehn Jahre hätten sie an dem Sound gearbeitet, sagt Sänger Felix Riebl. Im Kommen ist auch Ozi Batla von der Hip-Hop-Band The Herd aus Sydney. Er hat gerade sein eigenes Album rausgebracht.

Tel Aviv

Tel Aviv

Hotspot der Stadt: Eine alte Bahnhofstation im Süden von Tel Aviv ist "der letzte Schrei" in der quirligen Mittelmeer-Metropole. Sie wurde in diesem Sommer nach jahrelangen Renovierungen, die umgerechnet etwa 20 Millionen Euro kosteten, für das Publikum geöffnet. In dem Komplex "Hatachana" (Die Station) im Viertel Neve Zedek sind Geschäfte, Cafés und Nachtclubs untergebracht. Er ist aber auch für Kunstausstellungen und Festivals bestimmt.

Ratgeber Reisen: Wien

Schloss Schönbrunn in Wien, die Sommerresidenz der österreichischen Kaiser, in der auch Kaiserin Elisabeth lebte.

(Foto: ddp)

Tel Aviv

Außerdem: Tel Aviv gilt als liberale Insel in einem sonst eher konservativ-religiös geprägten Land. Wegen ihrer vielen Gebäude im Bauhaus-Stil hat die Unesco die "weiße Stadt" 2003 auf die Liste des Weltkulturerbes gesetzt. Die Stadt mit den lockeren Umgangsformen und dem fröhlichen Strandleben ist eine Schwulen-Hochburg, die auch viele "rosa" Touristen anzieht. Gleichzeitig leben in der Küstenstadt viele junge Familien. Die Freizeitangebote für Kinder sind sehr vielseitig.

Accessoire des Sommers: Modebewusste junge Frauen in Israel tragen in diesem Sommer dunkle Hornbrillen von "Geek chic". Die Nägel an Händen und Füßen lackieren sie in knalligen Neonfarben, vor allem Rosa und Orange. Ihr Haar schmücken viele Mädchen und Frauen mit Bändern mit romantisch-verspielten Blumen-Ornamenten.

Sommerhit: Viele junge Israelis lieben orientalisch angehauchte Musik, von Sängern wie Ejal Golan und Mosche Peretz. Golans "Jafjufa", eine Ode an eine schöne Frau, ist einer der Hits dieses Sommers. Junge Partygänger tanzen in Tel Aviv, der "Stadt ohne Pause", zu Musik wie dieser die heißen Sommernächte durch.

Wien

Wien

Hotspot der Stadt: In Wien ist das der Donaukanal, wo wirklich für jeden etwas geboten wird. Auf dem Donaukanalradweg kann man auch Inlineskaten und Joggen, im "Summerstage" gibt es köstliches Essen und Gratis-Konzerte, auf dem Badeschiff wartet ein 30 Meter langer Pool und in der "Strandbar Herrmann" gibt es zahlreiche Liegestühle für Sonnenhungrige und Cocktailtrinker.

A worker adjusts a Swiss national flag atop of one of the towers of the Grossmuenster church in Zurich

Nationalfahne auf den Türmen des Großmünsters in Zürich.

(Foto: Reuters)

Außerdem: Wenn die Hitze in der Stadt allzu groß wird, weichen die Wiener an ihr hauseigenes "Meer" aus - an den Neusiedler See im Burgenland.

Accessoires des Sommers: Die Wiener haben den "Aperol-Spritzer" (Aperol mit Mineralwasser) als Erfrischungsgetränk entdeckt und schlürfen den orangefarbenen Aperitif nach einem heißen Tag bei Sonnenuntergang. Außerdem darf derzeit das "Gelsenspray" nicht fehlen. Damit bezeichnen die Menschen das, was in Deutschland Mückenspray genannt wird. Da die blutsaugenden Plagegeister in diesem Sommer die Hauptstadt ungemütlich machen, sind die Schutzprodukte fast überall ausverkauft.

Sommerhit: Dieser ist in Österreich kein Lied, sondern eine junge Frau: "Germany's next Topmodel"-Gewinnerin Alisar Ailabouni (21). Darauf, dass eine Österreicherin den deutschen Schönheitswettbewerb von Heidi Klum gewonnen hat, ist die Alpenrepublik mächtig stolz. Außerdem sorgt "DSDS"-Vize Menowin Fröhlich für viel Gekreische: Seit der 22- jährige Sänger einen Vertrag mit dem österreichischen Bauunternehmer Richard "Mörtel" Lugner unterschrieben hat, tingelt er durchs Land und begeistert seine (größtenteils) weiblichen Fans.

Zürich

Zürich

Hotspot der Stadt: Die Zürcher sind wasserverrückt. Sie lieben ihre alten Bäder, vor allem die am Fluss Limmat, der im Zürichsee mündet. Morgens vor dem Büro oder abends nach dem Arbeitstag, zum Beispiel in der Bank, ins frische Nass zu springen, ist vor allem bei jüngeren Zürchern beliebt - zumal sich abends manches Bad in eine angesagte Sommerbar verwandelt. Das schöne hölzerne Flussbad Stadthausquai ist nur Frauen vorbehalten. Im gemütlichen Flussbad Schanzengraben am Botanischen Garten dürfen dagegen nur Männer planschen. Das ist Tradition und es wird überhaupt nicht darüber diskutiert, ob das noch zeitgemäß ist. Abends wird aus dem Frauenbadi die "Barfussbar". Da heißt es tatsächlich Schuhe ausziehen. Abends dürfen auch Männer rein. Und aus dem Männerbad Schanzengraben wird ab der Dämmerung die sehr angesagte "Riminibar" - auch für Frauen. Am Montagabend gibt es dort einen witzigen Klamottenmarkt.

Außerdem: Im Niederdorf - wenige Schritte vom Hauptbahnhof - kann man tagsüber shoppen und abends in Bars und Beizen feiern. Das Shopping-Erlebnis auf der weltberühmten Bahnhofstraße ist dagegen nach wie vor sehr edel.

Accessoire des Sommers: Das Badetuch. Warum? Siehe "Hotspot".

Sommerhit: Während der WM war Lokalfavorit Baschi und sein Fußballsong "Bring en hei" (Bring ihn heim - den Pokal nämlich) gefragt - bis die Schweizer Mannschaft ausschied.