Mitten in AbsurdistanSchulwegbegleitung auf Samtpfoten

In Davos regnet es Geld und keiner vermisst es. Eine Katze in München benimmt sich wie ein Hund und bringt einen kleinen Jungen an den Rand der Verzweiflung. Und in Berlin dürfen Touristen ein bisschen Schwarzfahren.

In Davos regnet es Geld und keiner vermisst es. Eine Katze in München benimmt sich wie ein Hund und bringt einen kleinen Jungen an den Rand der Verzweiflung. Und in Berlin dürfen Touristen ein bisschen Schwarzfahren.

Mitten in ... Davos

Ich schaue gerade auf mein Handy, da trifft mich ein Geldschein im Gesicht. 50 Franken. Ein zweiter, 10 Franken, segelt vor mir zu Boden. Ich schaue hoch. Das Geld scheint nirgendwo herzukommen. Auf der anderen Straßenseite ist eine Bank, eine Frau hebt am Automaten gerade etwas ab. Doch nein, die Scheine sind nicht von ihr. "Ich habe mein Geld im Portmonnaie", sagt sie. Ein älterer Herr mit Wanderschuhen schaut herüber: "Na, wie viel sind's? 70 Stutz?" - "60". Immerhin fast 50 Euro.

Wir warten ein paar Minuten, die beiden Scheine in der Hand. Niemand kommt zurück, um sein Geld zu suchen, niemand fragt, worauf wir warten. Der Alte zuckt mit den Schultern. "Das vermisst hier wohl keiner", sagt er. Es vergehen noch ein paar Minuten. Der Alte wendet sich zum Gehen. "Nehmen Sie's mit. Ist ein gutes Souvenir aus Davos."

Charlotte Theile, SZ vom 28./29. Juni 2014

Bild: Bloomberg 27. Juni 2014, 17:132014-06-27 17:13:31 © SZ/cag