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Indonesien von Bali bis Sumatra:Inseln für Abenteurer und Strandliebhaber

Wo kommen Besucher wilden Tieren ganz nah, wo werden Wanderer glücklich und welche Insel sollten sensible Vegetarier besser meiden? Sieben indonesische Inseln im Überblick.

Von Andrea Schuhmacher

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Indonesien Indonesia Insel Inseln Sumatra Bali Java Flores Sulawesi Pulau

Quelle: Andrea Schuhmacher

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Wo kommen Besucher wilden Tieren ganz nah, wo werden Wanderer glücklich und welche Insel sollten sensible Vegetarier besser meiden? Sieben indonesische Inseln im Überblick von Andrea Schuhmacher.

Sumatra: für Abenteurer und Naturfreunde

473.481 km² ist die sechstgrößte Insel der Welt groß und hat 50 Millionen Einwohner; Sumatra bietet ursprünglichen Dschungel, Wasserfälle und Seen zum Entspannen

Aufbruch ins Abenteuer: Indonesien besteht aus mehr als 17.000 Inseln. Wer sie für sich entdecken will, fängt am besten im Norden der gewaltigen Insel Sumatra damit an. Vier Stunden Autofahrt vom nächsten Flughafen entfernt erstreckt sich hier der 9000 Quadratkilometer große Gunung-Leuser-Nationalpark, einer der letzten großen tropischen Regenwälder der Welt. Wer etwa beim Örtchen Bukit Lawang mit dem Schlauchboot den schnell fließenden Grenzfluss überquert hat, kann am ehesten Affen beobachten - die scheuen Leoparden oder Tiger gibt es kaum noch in freier Wildbahn, ebenso wie die Sumatra-Nashörner.

Und keine Angst vor einem unfreiwilligen Bad im Fluss: Das Wasser ist glasklar und bestens zum Schwimmen geeignet.

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Vor dem Beobachten der wilden Tieren von Sumatra steht allerdings die Mühsal des Dschungeltrekkings - geführte Touren dauern zwischen Stunden und mehreren Tagen. Durch das dichte Blätterdach dringt bisweilen nur wenig Licht, es ist schwül-heiß. Und wenn es regnet im Regenwald, verwandeln sich die Trampelpfade in Matsch. Aber die Anstrengung lohnt sich.

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Es ist ein faszinierendes Erlebnis, im Dschungel von Sumatra Orang-Utans zu begegnen und zuzusehen, wie sie lässig an 50 Meter hohen Urwaldriesen entlang hangeln. Der Nachwuchs klammert sich dabei am Fell fest. Am ehesten sichten Besucher Nachkommen von ausgewilderten Tieren. Von diesen haben die Affen gelernt, dass sich in der Nähe der Menschen gelegentlich ein paar Bananen abgreifen lassen. Verantwortungsbewusste Urlauber füttern die Tiere aber nicht und verstecken nichts Essbares in der Tasche: Kommen die Orang-Utans zu nah, ist die Gefahr groß, dass sie sich von den Touristen mit Krankheiten anstecken. Sumatra ist neben Borneo der einzige Ort auf der Welt, wo die gefährdeten Menschenaffen noch leben.

Die nächste Insel im Kurzporträt: Java.

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Java: für Kulturliebhaber und Wanderer

132 107 km² groß, mit 130 Millionen Einwohner; Java bietet die Megametropole Jakarta, das Weltkulturerbe Borobudur sowie spektakuläre Vulkane

Im Licht der Abendsonne meditiert einer der steinernen Buddhas von Borobodur, der größten buddhistischen Tempelanlage Südostasiens. Sie liegt im Zentrum von Java nahe der historischen Stadt Yogyakarta. Die Anlage ist ein willkommener Ort der Ruhe im hektischen und überbevölkerten Java. Am schönsten ist Borobudur bei Sonnenaufgang und -untergang, allerdings auch am vollsten.

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Im islamisch dominierten Indonesien wird die Fastenzeit des Ramadan sehr ernst genommen, und diese überschneidet sich häufig mit den europäischen Sommerferien. Die Straßen und Eisenbahnen sind dann überlastet, an einigen Orten schließen Restaurants tagsüber, Alkohol wird nicht ausgeschenkt. Dafür werden dann nach Sonnenuntergang - wie hier in Yogyakarta - Straßenfeste gefeiert: Auf Nachtmärkten gibt es leckeres Fingerfood und Fahrer schmücken ihre Rikschas mit Leucht-Bildern.

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Von der Stadt aufs Land zum wohl großartigsten Bergpanorama auf Java: Den Blick auf den Vulkan Bromo (links im Bild mit Rauchwolke, 2329 m) und auf seine Nachbarn (gleich rechts daneben der inaktive Batok, der große Vulkan im Hintergrund ist Semeru) teilt man sogar sehr früh am Morgen meist mit ein paar hundert Gleichgesinnten. Wer die Zeit hat, sollte daher zwei oder drei Tage mehr einplanen und mit Leih-Pferd oder Jeep die bizarre Aschelandschaft rund um den Bromo im Nationalpark Bromo-Tengger-Semeru erkunden. Wen es zum Krater des Bromo hinaufzieht, der sollte vorsichtig sein: Nicht nur, weil der Pfad sehr schmal wird, sondern auch wegen des bisweilen Steine schleudernden Vulkans - 2004 starben zwei Menschen bei einem Ausbruch. Es lohnt sich, vorher einen Blick zum Beispiel auf die Seiten des Smithsonian's Global Volcanism Programms zu werfen, auf dem die Aktivitäten von Vulkanen weltweit verzeichnet werden. Mancher will die Schönheit des Bromo danach vielleicht nur noch aus der Ferne bewundern.

Die nächste Insel im Kurzporträt: Bali.

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Bali: für Strand- und Tempelbesucher

5561 km², 3,9 Millionen Einwohner; mit Traumstränden, Reisterrassen, hinduistischen Tempeln

Bali ist zwar kein Geheimtipp, vor allem Australier in Feierlaune lieben die Insel. Andererseits finden sich auf Bali die wahrscheinlich besten Restaurants Indonesiens und postkartentaugliche Badestrände - ein idealer Ort zum Entspannen nach anstrengenden Dschungeltouren und Vulkanbesteigungen.

Wer sich erholt hat, erkundet im Hinterland Reisterrassen und hinduistische Tempelanlagen, alle Strecken sind kurz. Abseits der großen Strandorte wie etwa Kuta und fern großer Sehenswürdigkeiten lassen sich immer noch auf eigene Faust Entdeckungen machen: etwa einen grimmigen Drachen, der den Eingang eines kleinen Tempels in Sanur bei Denpasar bewacht (im Bild), oder prachtvolle Gärten, umrahmt von steinerner Architektur, deren feine Verzierungen wie geschnitzt wirken.

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Und auch auf Bali hat man den Traumstrand mal ganz für sich allein, wie hier in Sanur. Allerdings nur unter einer Bedingung: Man muss früh genug aufstehen. Dafür genießt man dann den Sonnenaufgang in aller Ruhe. Spätestens am Abend ist es mit der Gemütlichkeit vorbei: Dann wird an Balis Stränden gefeiert.

Die nächsten Inseln im Kurzportät: Rinca und Flores.

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Inseln Rinca und Flores: für Entdecker

Auf Rinca leben die berühmten Komodowarane, dazu bieten die Nachbarinseln einsame Buchten und Dörfer

Wer wirkliche Einsamkeit sucht, wird sie auf der noch wenig besuchten Insel Flores finden. Bei einer Fahrt mit einem gecharterten Fischerboot durch den vorgelagerten Archipel macht man Halt an Stränden vor einer reizvollen Berg- und Hügellandschaft, so wie hier bei der Insel Rinca. Dennoch sollte man beim Anlanden ein bisschen auf die heimische Tierwelt achten, denn ...

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... Rinca ist eine der zwei, drei Inseln in der Region (und auf der Welt), auf denen die berühmt-berüchtigen Komodowarane leben. Die bis zu drei Meter langen urzeitlichen Echsen haben einen extrem giftigen Speichel und erlegen sogar Büffel. Menschen gehören zwar nicht zum Beuteschema, sollten aber dennoch respektvollen Abstand halten.

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Das Zentrum des Tourismus auf der Insel Flores ist Labuan Bajo, hier ein Blick auf die Hafenbucht. Noch wohnen hier nur ein paar Tausend Fischer und Händler, doch schon haben sich ein, zwei Dutzend Gästehäuser und Restaurants angesiedelt. Zum Baden selbst ist der Ort nicht sonderlich geeignet.

Die Strände von Labuan Bajo sind ziemlich klein und oft auch nicht besonders breit - zudem schwemmt das Meer hier viele Plastikflaschen und -tüten an. Mit Fischerbooten kann man sich aber in entlegene Buchten und zu Tauch- oder Schnorchelrevieren bringen lassen. Das ist umso reizvoller, weil man diese Stellen dann oft ganz für sich allein hat. Man sollte aber an guten Sonnenschutz denken, da direkt an den Stränden kaum Palmen als Schattenspender stehen.

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Doch eines bietet auch der Strand von Labuan Bajo: einen Sonnenuntergang mit einem Farbenspiel, das beinahe schon kitschig ist.

Die nächste Insel im Kurzporträt: Sulawesi.

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Sulawesi: für Ethnologen

Knapp 190.000 km², 16 Millionen Einwohner; hier finden Sie indigene Kultur, Dschungel und Bergland

Von der indonesischen Hauptstadt Jakarta ist es ein Flug von ein, zwei Stunden, gefolgt von vielleicht neun Stunden Busfahrt hinein in eine andere Welt: in die Kultur der Toraja in Zentral-Sulawesi. Sie sind berühmt für ihre schiffsförmigen Häuser mit den ungewöhnlichen Dächern und für ihren Totenkult, der ihr Leben prägt. Diese Felsengräber etwa liegen direkt über den Reisfeldern der Bauern, die Holzfiguren symbolisieren die Ahnen.

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Im Torajaland finden häufig extrem aufwändige Begräbnisfeiern statt, bei denen schon mal tausend Gäste eine Woche lang feiern. Dutzende Schweine und Büffel werden geopfert und verzehrt - je mehr, desto angesehener war der Verstorbene und desto ruinöser ist die Beerdigung für die ausrichtende Familie. Dennoch sind auch ausländische Gäste gern gesehen: Sie können nach Ansicht der Toraja dazu beitragen, dass die Verstorbenen eine gute Reise ins Jenseits antreten. Achtung: Bringen Sie ein Geschenk mit; wer sich kein Schwein leisten kann, sollte zumindest eine Stange Zigaretten offerieren. Das Geschenk übergibt man an die nächsten Angehörigen des Verstorbenen. Es ist gleichzeitig Mitbringsel und Opfergabe, aber keine Grabbeigabe.

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Allerdings sind die Schlachtzeremonien bei den Feierlichkeiten nichts für Vegetarier und Menschen mit schwachen Nerven.

Je höher der Status eines Verstorbenen, desto mehr Büffel müssen geopfert werden, damit das Begräbnis standesgemäß verläuft. Die Büffelhörner hängt die Familie nach dem Begräbnis in Reihen übereinander an die Wohnhäuser. So kann jeder sehen, wie aufwändig die Familie bislang ihre Toten bestattet hat.

Die nächste Insel im Kurzporträt: Pulau Bunaken

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Pulau Bunaken: für Taucher

Acht Quadratkilometer, 900 Einwohner; die Insel liegt drei Kilometer vor Nord-Sulawesi und bietet Korallen, Fische, Palmen

An der Nordspitze von Sulawesi können Urlauber rund um die Insel Pulau Bunaken einige der besten Tauchgründe Indonesiens und Korallenriffe erkunden. Sie gehören zu den artenreichsten der Welt. Bereits beim Schnorcheln in geringer Tiefe erkennen auch Kinder, dass es den Clownfisch Nemo wirklich gibt ...

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... und Meeresschildkröten sehr elegante Tiere sind - zumindest unter Wasser.

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Neben dem Tauchen drängen sich auf Pulau Bunaken kaum weitere Aktivitäten auf - es sei denn, man wagt sich auf eine Tour durch den Dschungel im Hinterland. Aber das ist vielleicht auch ganz gut so: Wer entspannt auf der Terrasse seines Bungalows sitzt und den Blick genießt, hat das Wesen der tropischen Inseln vielleicht am besten erfasst.

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Informationen

Reisezeit: Zwischen April/Mai bis Oktober herrscht trockenes Wetter, der Rest des Jahres ist eher feucht, wobei sich die klimatischen Gegebenheiten von Insel zu Insel stark unterscheiden. Hochsaison für Reisende ist Juli bis September, auch im Dezember und Januar ist relativ viel los. Die Temperaturen sind auf allen Inseln ganzjährig tropisch hoch. Aber Vorsicht: In Höhenlagen etwa der Vulkane kann es insbesondere in der Nacht empfindlich kalt werden.

Anreise: Es gibt zahlreiche Flugverbindungen, wobei es sich beim Inselhopping lohnen kann, via Kuala Lumpur (Malaysia) oder Singapur einzureisen, gerade wenn man in Sumatra starten will.

Transport im Land: Vor allem auf Java und Bali gibt es ein gut ausgebautes Straßennetz mit komfortablen Schnellbussen. Auch Autos können gemietet werden, wenn man sich das Chaos in den großen Städten und den Linksverkehr zutraut. Wer aber im gesamten weit ausgedehnten Archipel einigermaßen vorankommen will, ist auf den Luftweg angewiesen - zumal es zahlreiche Verbindungen gibt und die Tickets günstig sind, wenn man frühzeitig per Internet bucht. Andererseits stehen außer der - teuren - Staatslinie Garuda fast alle indonesischen Fluggesellschaften auf der schwarzen Liste der EU und dürfen aus Sicherheitsgründen Europa nicht anfliegen. Wer sehr viel Zeit hat, kann sich daher überlegen, ob er lieber den Wasserweg benutzt. Manche Schiffe verkehren allerdings nur im Zwei-Wochen-Rhythmus.

Sonstiges: Zumindest auf den Hauptinseln und in den Städten mit den Hauptattraktionen ist Indonesien ein relativ preisgünstiges Land mit guter touristischer Infrastruktur, das sich auch für Kinder eignet. Etwas anstrengender wird es abseits der ausgetretenen Pfade in Flores, Sulawesi oder Kalimantan.

Die touristische Infrastruktur ist auf diesen Inseln schlechter. Es gibt nur wenige ausgebaute Straßen; gute Hotels und Restaurants mit westlichen Standards findet man nur in den großen Städten, wie etwa Makassar oder Labuan Bajo. In Labuan Bajo, der größten Stadt auf Flores, gibt es bislang noch keine Taxis. Wer von den meist außerhalb der Stadt gelegenen besseren Hotels ins Zentrum (und vor allem dann auch wieder zurück) möchte, muss einen Abholdienst mit dem Hotel vereinbaren.

© SZ.de/kaeb/rus
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