Galizien:Die Rückkehr an die Küste des Todes

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Die Justiz hat auch nach drei Jahren noch keinen Schuldigen ausgemacht. Die Richter im Städtchen Corcubión, die sich normalerweise mit Erbstreitigkeiten und Scheidungsfällen befassten, schienen mit den Ermittlungen überfordert.

Aber nun, so heißt es, könnte die Anklage bald fertig sein. Die Ermittler machten fünf "Verdächtige" ausfindig: den griechischen Kapitän, den Ersten Offizier und den Maschinisten des Tankers sowie einen Manager der Reederei und den damaligen Chef der Hafenbehörde.

Suche nach den Schuldigen

Gegen Mitglieder der damaligen spanischen Regierung von Ministerpräsident José María Aznar wird nicht ermittelt. Der Regierung war im Europaparlament vorgeworfen worden, das Ausmaß der Katastrophe noch vergrößert zu haben.

Die spanischen Behörden hatten damals angeordnet, den leckgeschlagenen Tanker aufs offene Meer hinauszuschleppen, statt ihn in einen Hafen zu bringen.

Neben den Ermittlungen in Spanien läuft ein zweites Verfahren in den USA. Dort hat der spanische Staat das American Bureau of Shipping (Amerikanisches Schifffahrtsbüro/ABS) auf eine Milliarde Euro Schadenersatz verklagt.

Der Preis der Nachlässigkeit

Das ABS hatte der "Prestige" die Seetauglichkeit bescheinigt, obwohl sich der Tanker nach einem Bericht der spanischen Regierung in einem verheerenden Zustand befunden hatte. Bei den Kontrollen sei geschlampt worden, die Schiffsmotoren seien monatelang nur im Notbetrieb gelaufen, heißt es.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace bemängelt, dass bis heute noch keine Regelung gefunden wurde, die dafür sorgt, dass bei solchen Katastrophen die Verantwortlichen für die Schäden aufkommen.

Die Initiative "Nunca Más" (Nie wieder), die sich für einen effektiven Schutz der Küsten einsetzt, befürchtet gar: "Der Countdown für die nächste Katastrophe läuft bereits."

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