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Billigflieger Ryanair:Kopiloten? Unnötig!

Ryanair-Chef Michael O'Leary will Jobs kürzen: In Zukunft soll die Stewardess einspringen, wenn der Pilot ausfällt.

Die irische Fluggesellschaft Ryanair ist längst nicht mehr nur eine Alternative für Studenten und junge Familien, die günstig ans Urlaubsziel kommen wollen: Im Juli war die Airline die erste in Europa mit mehr als sieben Millionen Passagieren innerhalb eines Monats. Dafür nehmen die Fluggäste allerdings auch schon seit Jahren mehr und mehr Abstriche bei früher selbstverständlichen Serviceleistungen in Kauf.

Ryanair-Chef O'Leary plant seinen Rückzug

Unter Michael O'Leary stieg die Billigfluglinie Ryanair zu Europas größter Low-Cost-Airline auf. Seine neueste Spar-Idee: Die Abschaffung des Kopiloten.

(Foto: dpa)

Ryanair-Chef Michael O'Leary, bekannt für seine heftig diskutierten Spar-Methoden, erklärte in einem Interview mit der Zeitschrift Bloomberg Business Week jetzt seine neueste Idee zur Kostensenkung: "Wirklich, Sie brauchen nur einen Piloten. Lassen Sie uns den zweiten Piloten abschaffen. Lass doch den verdammten Computer fliegen!"

Falls der erste Pilot während des Flugs einen Herzanfall erleiden und unfähig zur Landung sein sollte, müsse eben ein entsprechend ausgebildetes Mitglied der Kabinencrew das Flugzeug sicher herunterbringen - mit anderen Worten: ein Steward oder eine Stewardess. "Wenn der Pilot in einer Notfallsituation ist, drückt er auf die Klingel und ruft ihn oder sie herein zum Übernehmen", beschreibt O'Leary seine Spar-Vision. Für Verbraucherschützer sind diese Pläne Unsinn. Kate Hanni, Gründerin der Organisation für Fluggastrechte FlyersRight.com kommentierte nur: "O'Leary beleidigt die Würde der Flugpassagiere jedes Mal, wenn er den Mund aufmacht."

Der 49-jährige Firmenchef hat auch schon die Extragebühren für Gepäck erfunden und erfolgreich durchgesetzt. Ginge es nach Michael O'Leary, der bereits seit 17 Jahren an der Spitze von Ryanair ist, gäbe es während des Fluges auch Stehplätze und eine kostenpflichtige Benutzung der Bordtoilette. Der Traum des Iren ist, dass eines Tages alle Fluggäste quasi umsonst mit Ryanair fliegen - und die Gehälter der momentan 7000 Angestellten sich allein aus den individuell buchbaren Zusatzleistungen speisen.