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Wahlen in Algerien:Bouteflika gewinnt Präsidentschaftswahl

Algeria's President Abdelaziz Bouteflika casts his ballot during the presidential election in Algiers

Der gesundheitlich schwer angeschlagene Präsident Abdelaziz Bouteflika gibt am Wahltag seine Stimme ab.

(Foto: REUTERS)

Einen Tag nach der Wahl in Algerien ist Amtsinhaber Abdelaziz Bouteflika zum Sieger erklärt worden. Obwohl der 77-Jährige gegen schwere gesundheitliche Probleme kämpft und Boykottaufrufe die Wahl begleiteten, gewann Bouteflika mit einer überragenden Mehrheit.

Algeriens Staatschef Abdelaziz Bouteflika ist für eine vierte Amtszeit wiedergewählt worden. Bei der von Boykottaufrufen und Betrugsvorwürfen überschatteten Abstimmung erhielt der 77-Jährige nach Angaben des Innenministeriums vom Freitag 81,53 Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag nach amtlichen Angaben bei 51,7 Prozent und damit rund 23 Prozentpunkte niedriger als 2009.

Der wichtigste Rivale Bouteflikas, Ex-Regierungschef Ali Benflis, kam demnach auf 12,18 Prozent. Benflis hatte bereits zuvor angekündigt, er werde das Ergebnis wegen "massiven Betrugs und gravierender Unregelmäßigkeiten" nicht anerkennen. Mehrere Parteien boykottierten den Urnengang aus Protest gegen die Kandidatur Bouteflikas.

Bouteflika war klarer Favorit

Fast 23 Millionen Menschen waren am Donnerstag in Algerien zur Präsidentenwahl aufgerufen. Trotz seiner nach einem Schlaganfall angeschlagenen Gesundheit und obwohl er im Wahlkampf nicht aufgetreten war, galt Bouteflika als klarer Favorit. Bereits in der Nacht hatten seine Anhänger den erwarteten Sieg des Amtsinhabers gefeiert.

Anhänger verehren Bouteflika als Garanten für Stabilität und Unabhängigkeit. Als der ehrgeizige Politiker 1999 an die Macht kam, hatte Algerien einen Bürgerkrieg mit Islamisten mit etwa 150000 Toten hinter sich. Bouteflika gelang es, den Terror einzudämmen und den größten afrikanischen Flächenstaat vorsichtig zu modernisieren. Im Gegensatz zu seinen langjährigen Amtskollegen aus Libyen, Tunesien und Ägypten überstand er die jüngste Revolutionswelle in der Region nahezu unbeschadet.