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Verdacht auf Vorteilsnahme:Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Eckart von Klaeden

Eckart von Klaeden, Visa-Untersuchungsausschuss nimmt nach Beschluß des BVG seine Arbeit wieder auf, 2005

Der ehemalige Staatsminister im Kanzleramt, Eckart von Klaeden, wechselt zum Autokonzern Daimler. Hier ist der CDU-Politiker auf einem Archivbild zu sehen.

(Foto: dpa/dpaweb)

Vom Kanzleramt direkt in die Automobilindustrie: Der Wechsel von Eckart von Klaeden (CDU) zu Daimler hat die Staatsanwaltschaft misstrauisch gemacht. Nach einer Vorprüfung eröffnet die Behörde ein entsprechendes Verfahren wegen möglicher Vorteilsannahme.

Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den früheren Staatsminister im Kanzleramt, Eckart von Klaeden (CDU), im Zuge seines Wechsels zum Autokonzern Daimler. Nach einer Vorprüfung hat die Behörde ein entsprechendes Verfahren wegen möglicher Vorteilsannahme eröffnet. Diese Information des Nachrichtenmagazins Spiegel wurde am Sonntag von einer Sprecherin bestätigt.

Klaeden hatte kurz nach der Bundestagswahl im September um seine Entlassung aus dem Amt gebeten. Bereits im Mai hatte er angekündigt, Ende des Jahres Leiter der Abteilung Politik und Außenbeziehungen bei Daimler zu werden. Die Opposition forderte nach der Ankündigung, Klaeden wegen Interessenskonflikten zu entlassen.

Sowohl Klaeden selbst als auch die Bundesregierung und Daimler wiesen die Kritik stets zurück. Der 47-Jährige war seit Oktober 2009 Staatsminister im Kanzleramt. In seiner Amtszeit bekam er auch interne Vorlagen zu Umweltauflagen für Autos zu sehen.

Anti-Korruptionskämpfer sprechen von einem außergewöhnlichen Vorgang: "Erstmalig wird bekannt, dass gegen einen Spitzenpolitiker wegen des Seitenwechsels in die Wirtschaft strafrechtlich ermittelt wird", sagt Edda Müller, Chefin vonTransparency International Deutschland, zu Spiegel Online.