Undurchsichtiger Spitzel im NSU-Umfeld:V-Mann "Corelli" starb an Zuckerschock

  • Ermittlungen zu V-Mann-Tod eingestellt: Der Mann mit dem Decknamen "Corelli" verstarb nachweislich durch einen Zuckerschock. Dritte spielten keine Rolle.
  • Der frühere Spitzel aus der rechten Szene war im April überraschend verstorben. Er hatte in den Ermittlungen zur Terrorgruppe NSU eine unklare Rolle gespielt.

Die Staatsanwaltschaft Paderborn hat ihre Ermittlungen nach dem Tod eines V-Manns eingestellt, der im NSU-Skandal eine mysteriöse Rolle gespielt hat. Der Mann mit dem Decknamen "Corelli" sei durch einen Zuckerschock gestorben und nachweislich nicht durch Dritte, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Das habe eine chemisch-toxikologische Untersuchung der Rechtsmedizin in Münster ergeben.

Ein Gutachter habe außerdem festgestellt, dass die Krankheit für Außenstehende nicht erkennbar gewesen sei. Deshalb gebe es auch keine Anhaltspunkte für eine unterlassene Hilfeleistung.

Der Mann war im April 2014 überraschend in einer Wohnung in Paderborn gestorben, wo er unter geänderter Identität versteckt gelebt hatte. Dem Verfassungsschutz hatte er jahrelang Informationen aus der rechten Szene geliefert.

Im Fall der Terrorzelle NSU war nicht klar, inwiefern er womöglich von deren Existenz wusste. Bereits 2005 soll "Corelli" dem Bundesamt für Verfassungsschutz eine CD übergeben haben, auf der sich auch das Kürzel "NSU/NSDAP" fand. Es ist jedoch unklar, ob damit die rechte Terrorgruppe NSU gemeint war, der zehn Morde angelastet werden.

© Süddeutsche.de/dpa/gal/dayk
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