Übertragung aus Oslo Die Bekanntgabe des Friedensnobelpreises im Video

Griechische Inselbewohner, die Weißhelme oder Angela Merkel? Das Komitee entscheidet sich für den kolumbianischen Präsidenten. Die Pressekonferenz im Video.

Das Komitee in Oslo hat bekanntgegeben, wer den Friedensnobelpreis 2016 erhält: Der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos für seine Verdienste im Friedensprozess mit den Farc-Rebellen.

Mit 376 Nominierungen dürfen sich so viele Kandidaten Hoffnungen auf die Auszeichnung machen wie noch nie zuvor in der über hundertjährigen Geschichte der prestigeträchtigen Auszeichnung. Bei den Nominierten handelt es sich um 228 Einzelpersonen und 148 Organisationen.

Zu den diesjährigen Favoriten gehören griechische Inselbewohner, die Hunderttausende Flüchtlinge und Migranten nach gefährlichen Mittelmeer-Überfahrten aufgenommen haben, sowie die syrische Rettungsgruppe Weißhelme, die Zivilisten im Bürgerkrieg nach Angriffen versorgen. Als mögliche Preisträger werden auch Kanzlerin Angela Merkel, Papst Franziskus und der kongolesische Chirurg Denis Mukwege gehandelt.

Die Auszeichnung ging in der Vergangenheit unter anderem an den jüngst verstorbenen ehemaligen israelischen Präsidenten Schimon Peres, den südafrikanischen Freiheitskämpfer und späteren Präsidenten Nelson Mandela, an US-Präsident Barack Obama, Mutter Teresa und die Europäische Union. 2015 wurde mit dem nationalen Dialog-Quartett die tunesische Demokratiebewegung geehrt, das sich um die Demokratisierung des Landes verdient gemacht hatte.

Friedensnobelpreis Angela Merkel hätte den Friedensnobelpreis verdient
Friedensnobelpreis

Angela Merkel hätte den Friedensnobelpreis verdient

Sie sollte ihn aber nicht bekommen. Er täte der Kanzlerin nicht gut - und Deutschland auch nicht.  Kommentar von Sebastian Gierke

Der Friedensnobelpreis ist der einzige der renommierten Nobel-Auszeichnungen, der in Oslo überreicht wird. Die Verleihung findet traditionell am 10. Dezember statt - dem Todestag des schwedischen Preisstifters und Dynamit-Erfinders Alfred Nobel.