bedeckt München 19°

TV-Debatte der US-Republikaner:"Ich bin Mitt Romney und ja, das ist auch mein Vorname"

Der Wahlkampf der US-Republikaner um die Präsidentschaftskandidatur läuft auf Hochtouren. Vor laufender Kamera streiten sie ungewohnt deutlich über Iran, Afghanistan und die Anti-Terror-Politik - doch schon bei der Vorstellungsrunde passiert der erste Patzer. Ein Bewerber fällt mit merkwürdigen Geographiekenntnissen auf.

Das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur bei den Republikanern wird spannender, die Bewerber offenbar nervöser. Bei ihrer elften TV-Debatte leisteten sich die Kandidaten gleich mehrere Versprecher. Zum Beispiel Mitt Romney, der bislang die besten Chancen auf die Präsidentschaftskandidatur hat.

GOP Presidential Candidates Debate National Security Issues In Washington

Die republikanischen Bewerber um die US-Präsidentschaftskandidatur Rick Perry (li.) und Mitt Romney bei der jüngsten TV-Debatte.

(Foto: AFP)

Der stolperte gleich zu Beginn und stellte sich etwas merkwürdig vor: "Ich bin Mitt Romney und ja, das ist auch mein Vorname." Natürlich ist es sein voller Name, um genau zu sein heißt er sogar Willard Mitt Romney. Eigentlich wollte Romney auf einen Witz des Moderators Wolf Blitzer reagieren, was aber gehörig danebenging.

Mit dem Namen des Moderators hatte Herman Cain so seine Probleme. Er sorgte für einige Lacher, als er dem CNN-Mann zuraunte: "Nein, Blitz" und erst Sekunden später bemerkte: "Entschuldigung, Blitz, ich meine Wolf".

In der Debatte selbst stritten die Bewerber über Kernfragen der US-Außenpolitik. Dabei traten ungewohnt klare Differenzen zum Vorschein: Die Frage des Tempos beim Truppenabzug aus Afghanistan entzweite das Bewerberfeld ebenso wie das Thema, wie im Anti-Terror-Krieg mit der unzuverlässigen Atommacht Pakistan umzugehen sei. Die Runde habe gezeigt, dass der Partei eine gemeinsame Vision für die nationale Sicherheit fehle, schreibt die New York Times.

Dass der texanische Gouverneur Rick Perry eine Einstellung sämtlicher US-Hilfszahlungen an Pakistan fordert, nannte die Kongressabgeordnete Michelle Bachmann "hochgradig naiv". Die USA müsse Pakistan eng an sich binden, um das Terrornetzwerk al-Qaida daran zu hindern, an Nuklearwaffen zu kommen, sagte sie.

Derzeit verhandelt die US-Regierung mit Afghanistan über ein Abkommen zu einer strategischen Partnerschaft nach dem Abzug der internationalen Truppen, der bis 2014 geplant ist. Romney forderte in der Debatte, dass die USA eine minimale Präsenz in Afghanistan beibehalten müssten. Ein "zu schneller Abzug brächte die außergewöhnlichen Opfer, die dort gebracht wurden, in große Gefahr", warnte Romney. Amerika dürfe dieser Region jetzt nicht den Rücken zukehren. Es müssten genügend Soldaten zum Sammeln von Geheimdienstinformationen und für "Sondereinsätze" in Afghanistan bleiben. Eine Zahl nannte Romney nicht.

Punkten mit Paranoia

Der frühere Chef des US-Repräsentantenhauses, Newt Gingrich, sah vor allem eines: überall Feinde. Gingrich führt einer neuen Umfrage zufolge das Feld der Bewerber noch vor Romney an und versucht, mit Paranoia zu punkten: Er warnte eindringlich vor den Gefahren für die nationale Sicherheit: "Wir alle sind für den Rest unseres Lebens in Gefahr." Die Amerikaner müssten darauf vorbereitet sein, sich selbst vor denjenigen zu schützen, die, "wenn sie könnten, nicht nur uns alle einzeln töten, sondern ganze Städte vernichten würden", sagte Gingrich weiter.

Gingrich machte sich für eine Verschärfung der geltenden Anti-Terror-Maßnahmen stark. Der umstrittene sogenannte Patriot Act war im Mai vom US-Kongress bis 2015 verlängert worden.

Dagegen argumentierte einer von Gingrichs sieben Konkurrenten, Ron Paul, die Freiheit dürfe niemals der Sicherheit geopfert werden. Die Anti-Terror-Maßnahmen seien im Gegenteil "unpatriotisch", sagte der für seine liberalen Positionen bekannte Texaner.

Beim Thema Iran warf Romney US-Präsident Barack Obama vor, er sei "unfähig zu einer starken Politik". Nur deshalb werde nun über eine mögliche "Intervention Israels" spekuliert, um das iranische Atomprogramm zu stoppen, sagte der frühere Gouverneur von Massachusetts. Israel müsse gezeigt werden, "dass sie unsere Freunde sind, dass wir an ihrer Seite stehen", fügte Romney hinzu und kündigte an, im Falle seiner Wahl zum Präsidenten seine erste Auslandsreise nach Israel zu unternehmen. Normalerweise führt US-Präsidenten diese symbolische Reise nach Kanada oder Mexiko. Der texanische Gouverneur Rick Perry erklärte zum Thema Iran, für ihn liege die Priorität bei Sanktionen gegen die iranische Zentralbank.

Dem einstigen Senator Rick Santorum entrutschte in der Runde ein Satz, der an seinen Geographiekenntnissen zweifeln lassen könnte. Afrika, sagte er, "ist ein Land am Abgrund". Es wäre nicht das erste Mal, dass ein US-Republikaner mit Äußerungen zu Afrika irritiert: Auch die frühere Vizepräsidentschaftkandidatin Sarah Palin soll den Kontinent für einen Staat gehalten haben.