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Prozess in der Türkei:Staatsanwalt fordert bis zu 16 Jahre Haft für Deniz Yücel

Deniz Yücel 2019 in Frankfurt

Deniz Yücel ist bei dem Prozess in der Türkei nicht anwesend.

(Foto: AFP)
  • In der Türkei ist der Prozess gegen den Welt-Journalisten Deniz Yücel fortgesetzt worden.
  • Die Staatsanwaltschaft fordert eine Haftstrafe von bis zu 16 Jahren wegen Propaganda für die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK sowie Volksverhetzung.
  • Yücels Anwalt widerspricht den Vorwürfen und fordert einen Freispruch.

Im Prozess in der Türkei gegen den Welt-Reporter Deniz Yücel wegen Terrorvorwürfen fordert der Staatsanwalt bis zu 16 Jahre Haft, wie die Agentur dpa und türkische Medien berichten. Der Staatsanwalt hat demnach sein Plädoyer nicht laut verlesen, sondern zuvor schriftlich eingereicht.

Yücels Anwalt Veysel Ok forderte mehr Zeit für die Verteidigung. Der Staatsanwalt forderte Strafen wegen Propaganda für die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK sowie Volksverhetzung. "Beides ist rechtswidrig", sagte Ok. Denn es gebe ein Urteil des Verfassungsgerichtes, demzufolge der Inhalt von Yücels Artikeln im Rahmen der Pressefreiheit gewesen sei. "Entweder er hat es nicht gelesen oder er hat es ignoriert", sagte Ok. Die Artikel, die Yücel als Türkei-Korrespondent geschrieben hatte, waren ein zentraler Punkt in der Anklageschrift.

Hinsichtlich des Vorwurfs, für die Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen Propaganda betrieben zu haben, forderte der Staatsanwalt Freispruch. Zusätzlich fordert er aber eine Bestrafung wegen Präsidentenbeleidigung.

Der Fall hatte die deutsch-türkischen Beziehungen schwer belastet. Yücel saß von Februar 2017 bis Februar 2018 ohne Anklageschrift in einem Hochsicherheitsgefängnis westlich von Istanbul in Haft. Gleichzeitig mit seiner Entlassung und der Ausreise nach Deutschland erhob die Staatsanwaltschaft Anklage. 2017 hatte eine ganze Serie von Festnahmen deutscher Staatsbürger aus "politischen Gründen" zu einer tiefen Krise zwischen Berlin und Ankara geführt. Yücel war der wohl prominenteste Fall.

Der Prozess soll nun am 2. April fortgesetzt werden. Yücel selbst ist nicht anwesend.

© SZ.de/dpa/jsa
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Von Christiane Schlötzer

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