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Tschechien:Miloš Zeman in Tschechien wiedergewählt

Der neue Präsident ist der alte: Der pro-russische Miloš Zeman feiert mit Anhängern seinen Sieg in der Stichwahl.

(Foto: AP)
  • Amtsinhaber Miloš Zeman gewinnt zum zweiten Mal die Präsidentschaftswahl in Tschechien.
  • In der Stichwahl setzt er sich gegen den Liberalen Jiří Drahoš durch.
  • Im Wahlkampf hat sich der alte und neue Präsident entschieden gegen die Aufnahme von Migranten und Flüchtlingen positioniert.

Die Tschechen haben ihren Präsidenten Miloš Zeman im Amt bestätigt. In der zweitägigen Stichwahl setzte sich der 73-Jährige knapp gegen seinen liberalen Herausforderer, den Wissenschaftler Jiří Drahoš durch. Nach dem vorläufigen Endergebnis kam Zeman auf 51,4 Prozent der Stimmen, wie die Statistikbehörde CSU mitteilt. Der Politikneuling Drahoš war zuvor von gleich drei ausgeschiedenen Kandidaten unterstützt worden. Nach verschiedenen Umfragen schien auch eine Niederlage von Zeman möglich, der nun doch weitere fünf Jahre das Land repräsentieren wird.

Der neue und alte Präsident hatte sich im Wahlkampf als entschiedener Gegner von Migranten und Flüchtlingen präsentiert. Er wetterte während seiner ersten Amtsperiode immer wieder gegen die EU und möchte das Volk über einen möglichen Austritt entscheiden lassen. Beobachter hatten die Wahl auch als eine Entscheidung zwischen einem pro-russischen und einem pro-europäischen Kandidaten, Jiří Drahoš, beschrieben.

Der Präsident ist in Tschechien zwar überwiegend repräsentativ tätig, aber nicht nur: Er ernennt Richter und Zentralbanker, vergibt auch den Auftrag zur Regierungsbildung und prägt die öffentliche Meinung mit. Nach einer Verfassungsänderung 2012 durfte das Volk erst zum zweiten Mal seinen Präsidenten direkt wählen. Mit 66,5 Prozent war die Wahlbeteiligung unter den knapp 8,4 Millionen Stimmberechtigten etwas höher als vor fünf Jahren. Vor allem die Bevölkerung auf dem Land ist dem Amtsinhaber zugeneigt. In den großen Städten wie Prag und Brünn sind mehr Menschen liberal und pro-europäisch eingestellt.

© SZ/dpa/AFP/lho/gba
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