USA Trumps geschäftsführender Verteidigungsminister tritt ab

Der geschäftsführende US-Verteidigungsminister Patrick Shanahan wird das Pentagon doch nicht auf Dauer leiten.

(Foto: AP)
  • Im Mai hatte Trump verkündet, dass der frühere Boeing-Manager Shanahan das Pentagon dauerhaft als Verteidigungsminister übernehmen solle.
  • Neuer amtierender Chef im Pentagon werde Mark Esper, so Trump auf Twitter. Esper ist bisher als "Secretary of the Army" tätig.

Der geschäftsführende US-Verteidigungsminister Patrick Shanahan wird das Pentagon doch nicht auf Dauer leiten. US-Präsident Donald Trump teilte am Dienstag auf Twitter mit, Shanahan wolle den Nominierungsprozess nicht weiter verfolgen und stattdessen seiner Familie mehr Zeit widmen. Shanahan übte das Amt seit Jahresbeginn kommissarisch aus. Der Senat hätte seiner vollständigen Berufung noch zustimmen müssen.

Einem Bericht der Washington Post zufolge spielten für Shanahans Entscheidung offenbar frühere Gewalttaten in seiner Familie eine Rolle. Sie wären bei den Anhörungen im Senat womöglich vor einer breiten Öffentlichkeit diskutiert worden. Shanahan sagte der Zeitung, das würde "das Leben meines Sohnes ruinieren". Dem Bericht zufolge ging es unter anderem um einen Angriff des damals 17-jährigen gemeinsamen Sohnes auf die von Shanahan getrennt lebende Ehefrau mit einem Baseball-Schläger im November 2011.

Trump hatte im Mai eigentlich verkündet, der frühere Boeing-Manager solle das Pentagon dauerhaft als Verteidigungsminister übernehmen. Auf Twitter schrieb der US-Präsident, Shanahan habe einen "wundervollen Job" gemacht und herausragende Dienste geleistet. Neuer amtierender Chef im Pentagon werde Mark Esper. Esper ist bisher "Secretary of the Army", Heeresminister, und damit als ranghöchster Zivilist verantwortlich für sämtliche administrativen und technischen Fragen im US-Heer. Dieser ist dem Verteidigungsminister direkt unterstellt.

Shanahan war seit 2017 zunächst Vize-Verteidigungsminister und Anfang 2019 zum kommissarischen Pentagon-Chef aufgerückt, nachdem der frühere US-Verteidigungsminister James Mattis wegen inhaltlicher Meinungsverschiedenheiten mit dem Präsidenten seinen Rücktritt eingereicht hatte. Mattis soll sich außerdem immer wieder abfällig über Trump geäußert haben.

Sein Nachfolger hatte vor seiner Berufung zum stellvertretenden Verteidigungsminister drei Jahrzehnte lang für Boeing gearbeitet. Militärische oder politische Erfahrung hatte Shanahan damals noch keine. Er selbst sagte zu seinem Wechsel ins Pentagon: "Es ist so, wie wenn man sich nach vielen Jahren von seiner Freundin trennt und dann die Liebe seines Lebens trifft."

Der Wechsel an der Spitze des Verteidigungsministeriums fällt in bewegte Zeiten. Nach ungeklärten Angriffen auf zwei Tanker im Golf von Oman herrscht Angst vor einer militärischen Eskalation zwischen den USA und Iran. Shanahan hatte erst am Montagabend in Washington angekündigt, zu "Verteidigungszwecken" rund 1000 weitere Soldaten in den Nahen Osten zu entsenden. Die US-Regierung macht Teheran für die Attacken verantwortlich. Die iranische Führung weist die Anschuldigungen zurück.

Politik USA Trumps Sprecherin Sanders verlässt das Weiße Haus

USA

Trumps Sprecherin Sanders verlässt das Weiße Haus

Das teilte der US-Präsident am Donnerstag auf Twitter mit. Demnach werde Sanders in ihre Heimat Arkansas zurückkehren. Zunächst nannte er keinen Ersatz.