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Frankreich:Zwei Tote und mehrere Verletzte nach Schüssen in Straßburg

Sicherheitskräfte sind in der Straßburger Innenstadt vor Ort, wo Schüsse gefallen sind.

(Foto: Frederick Florin/AFP)
  • Bei Schüssen in der französischen Stadt Straßburg sind zwei Menschen getötet worden, mehrere wurden verletzt.
  • Der Schütze ist auf der Flucht.
  • Die Polizei hat das Europäische Parlament abgeriegelt.

Im Zentrum der französischen Stadt Straßburg sind im Bereich des Weihnachtsmarkts Schüsse gefallen. Das teilten die Behörden in einer Pressemitteilung mit. Demnach eröffnete ein Schütze das Feuer, als er in Richtung der Rue des Orfèvres unterwegs war. Es gibt nach aktuellem Stand zwei Tote und 12 Verletzte, sechs von ihnen schwer. Mehrere Medien berichten von mindestens vier Toten.

Der Schütze ist auf der Flucht und wird von der Polizei verfolgt. Medienberichten zufolge haben Sicherheitskräfte den Tatverdächtigen bei einem Schusswechsel angeschossen, bevor er die Flucht ergreifen konnte. Berichten zufolge läuft derzeit ein Polizeieinsatz im Stadtteil Neudorf südlich der Innenstadt, wo sich der Schütze verschanzt haben soll.

Castaner zufolge ist der Mann wegen Körperverletzung polizeibekannt und identifziert. Mehrere Medien berichten unter Berufung auf Ermittlerquellen, der Tatverdächtige sei 29 Jahre alt und als "fiché S", also als Sicherheitsrisiko, eingestuft. AFP zufolge hätte er bereits am Morgen wegen Mordverdachts verhaftet werden sollen, war aber nicht zu Hause. Der Zeitung Le Figaro zufolge gibt es möglicherweise einen zweiten Verdächtigen.

Die Ermittler halten ein terroristisches Motiv für die Tat mittlerweile für möglich. Die französischen Anti-Terror-Behörden haben sich in die Ermittlungen eingeschaltet.

Bilder aus der Stadt zeigen eine hohe Präsenz von Sicherheitskräften. Für Autos sind Straßen abgesperrt. Die Menschen im Stadtteil Neudorf und in der Gegend um den Parc de L'Etoile sind aufgefordert, nicht auf die Straße zu gehen. Die Behörden baten die Bürger auch, den Bereich um das Polizeipräsidium im Bereicht des Weihnachtsmarkts zu meiden und keine falschen Informationen zu verbreiten. "Danke an alle, die zu Hause bleiben und auf die Klärung der Situation warten", schrieb der Mitarbeiter des Bürgermeisters Alain Fontanel.

Polizei riegelt Europaparlament ab

Der Straßburger Weihnachtsmarkt ist einer der ältesten und größten in Europa. Er zieht viele Besucher in die elsässische Stadt.

Die Polizei riegelte auch das Gebäude des Europäischen Parlaments in Straßburg ab. Dort finden in dieser Woche Plenarsitzungen des Parlaments statt, Hunderte Abgeordnete und ihre Mitarbeiter halten sich in der Stadt auf. Wegen der polizeilichen Absperrung konnten Parlamentarier, Mitarbeiter und Journalisten das Gebäude am Abend zunächst nicht verlassen. Mitarbeiter seien per Handy-Kurznachricht oder Mail gewarnt worden, teilte eine Parlamentssprecherin der dpa mit.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat Medienberichten zufolge einen Termin im Elysée-Palast abgebrochen. Innenminister Castaner hat er nach Straßburg geschickt.

Die Bundespolizei in Baden-Württemberg verstärkte nach eigenen Angaben die Kontrollen an der deutsch-französischen Grenze. Straßburg liegt direkt am Rhein, der in dieser Region Grenzfluss ist.