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Schweinepest:Immer mit der Ruhe

Die Krankheit ist für die Tiere hochansteckend, für den Menschen aber ungefährlich. Und: Sie lässt sich eindämmen.

Von Michael Bauchmüller

Es war eine Frage der Zeit, bis die Afrikanische Schweinepest nach Deutschland kommt. Ein hüfthoher Weidezaun entlang von Oder und Neiße hätte kaum dauerhaft die Einschleppung verhindern können. Wildschweine, die wichtigsten Überträger des Virus, kennen in diesem Europa noch weniger Grenzen als Menschen.

Jetzt aber, da die Krankheit da ist, sind die Sorgen groß. Tatsächlich ist die Schweinepest hochansteckend. Wo auch nur ein Tier befallen ist, müssen ganze Bestände gekeult werden. Und weil sich das Virus auch über Fleischprodukte verbreitet, gilt ab sofort auch deutsche Wurst als potenziell ansteckend - das alles wohlgemerkt nur für Schweine. Denn für Menschen ist das Virus völlig harmlos.

So unschön es ist, dass Deutschland nun als Tierseuchenland gilt: Es gibt keinen Grund zur Panik. Gerade weil sich das Virus schon seit 2007 gen Westen ausbreitet, gibt es reichlich Krisenpläne. Es gilt nun, die betroffene Region einzugrenzen und die Ausbreitung zu verhindern - etwa durch die Suche nach Kadavern verendeter Wildschweine, an denen sich Artgenossen infizieren können. Mastbetriebe müssen noch mehr darauf achten, dass nichts und niemand das Virus in die Ställe trägt. Das alles bedeutet viel Aufwand. In Tschechien und Belgien aber hat das die Seuche gestoppt.

© SZ vom 11.09.2020
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