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Schweden:Vorwürfe  fallen gelassen

Die Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange wegen eines Sexualdelikts ein.

Die schwedische Staatsanwaltschaft stellt ihre Ermittlungen gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange ein, dem ein Sexualdelikt vorgeworfen wurde. Für eine Anklage habe die Untersuchung keine ausreichenden Beweise ergeben, erklärte Staatsanwältin Eva-Marie Persson. Assange sitzt in London in Haft, ein Gericht wird Anfang 2020 über eine Auslieferung in die USA entscheiden. Die Vorwürfe, die er bestreitet, stammen aus dem Jahr 2010. Assange war 2012 in die Botschaft Ecuadors in London geflüchtet, um so der Auslieferung nach Schweden zu entgehen. Nach sieben Jahren beendete Ecuador das Botschaftsasyl und übergab ihn der britischen Polizei. Sofort danach beantragte in Stockholm eine der zwei Frauen, die Assange 2010 angezeigt hatten, die Wiederaufnahme des Verfahrens.

"Ich möchte betonen, dass die Klägerin eine glaubwürdige und vertrauenswürdige Schilderung gegeben hat", sagte Staatsanwältin Persson. Ihre Aussage sei aufgrund zunehmender Erinnerungslücken aber immer schwächer geworden. Persson sagte: "Mittlerweile sind neun Jahre vergangen. Die Zeit spielt eine Rolle in diesem Fall." Den Ermittlungen zugrunde lagen die Anzeigen zweier Schwedinnen im August 2010. Beide hatten mit Assange einvernehmlichen Sex, beschuldigten ihn aber, er habe sie zum ungeschützten Geschlechtsverkehr genötigt.

Einen ersten Haftbefehl gegen Assange erließ die schwedische Staatsanwaltschaft im November 2010. Da befand sich Assange bereits in London. Derzeit sitzt Assange in London in Haft. Ein Gericht hatte ihn im Mai 2019 wegen Verletzung der Kautionsauflagen zu 50 Wochen Haft verurteilt. Eigentlich hätte er diese Strafe im September abgesessen. Er muss aber in Haft bleiben, bis über seinen Auslieferungsantrag in die USA entschieden ist. Die USA werfen ihm Spionage vor.