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Sachsen wählen neuen Landtag:A wie Apfel bis Z wie Zastrow

Von ganz links bis ganz rechts: Im Dresdner Landtag ist das komplette politische Spektrum vertreten. Am 30. August wird sich zeigen, ob dies so bleibt. Dann wählen die Sachsen ihren neuen Landtag.

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Stanislaw Tillich, dpa

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Stanislaw Tillich, CDU

Erst vor zwei Jahren löste Ministerpräsident Stanislaw Tillich seinen zurückgetretenen Vorgänger Georg Milbradt ab, jetzt muss der 50-Jährige sich erstmals selbst zur Wahl stellen. Der Sorbe stammt aus der Lausitz, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Anders als viele CDU-Politiker spricht er sich gegen Studiengebühren aus. Außerdem möchte er Vorschriften und Bürokratie abbauen. Als er das Ministerpräsidentenamt von Milbradt übernahm, galt er als Hoffnungsträger der CDU. Diesen Sommer kassierte Tillich negative Schlagzeilen. Grund war seine seine Tätigkeit in der DDR-Verwaltung und der früheren Blockpartei CDU.

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Thomas Jurk, dpa

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Thomas Jurk, SPD

Als gelernter Funkmechaniker bleibt SPD-Chef und Wirtschaftsminister Thomas Jurk technisch auf der Höhe der Zeit. Über das Online-Portal Twitter vermittelt der 47-Jährige seine Wahlkampfthemen. Unter anderem möchte der stellvertretende Ministerpräsident Politik transparenter gestalten und den öffentlichen Nahverkehr stärken. Wie viele ostdeutsche Politiker kam Jurk erst im Herbst des Wende-Jahres 1989 zur Politik. Seit 2004 ist er Parteichef. Bei der Landtagswahl im gleichen Jahr verlor die SPD erdrutschartig und erreichte nur 9,8 Prozent. Mitregieren durfte sie trotzdem - in Sachsen zum ersten Mal. Denn die CDU büßte die absolute Mehrheit ein und musste eine Koalition eingehen. Da ein Bündnis mit der Linken (damals noch PDS) für die CDU nicht in Frage kam, koalierte sie mit der SPD. Thomas Jurk ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.

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Holger Zastrow, AP

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Holger Zastrow, FDP

FDP-Partei- und Fraktionschef Holger Zastrow übernahm die sächsischen Liberalen 1999 in einer chaotischen Zeit. Bei der Landtagswahl kamen sie damals auf nur 1,1 Prozent. Der gelernte Industriekaufmann Zastrow suchte sich ein junges Team und führte die FDP 2004 nach zehnjähriger Abstinenz mit 5,9 Prozent wieder ins Parlament. Dort ist der 40-Jährige Mitglied im Ausschuss für Haushalts- und Finanzpolitik. Privat ist er Chef einer Werbe- PR- und Eventagentur. Die FDP will die deutschlandweite Vorbildrolle Sachsens im Bildungsbereich ausbauen, um hier künftig auch europaweit punkten zu können. Zastrow ist ledig und hat keine Kinder.

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Antje Hermenau, ddp

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Antje Hermenau, Bündnis 90/Die Grünen

Politik mit Augenmaß und Leidenschaft fordert die Spitzenkandidatin der Grünen, Antje Hermenau. 1990 hatte die heute 45-Jährige Sachsens Grüne mitbegründet, bis 1994 saß sie als Abgeordnete im Landtag. Es folgten zehn Jahre im Bundestag, wo sich die studierte Deutsch- und Englisch-Lehrerin den Ruf einer Finanzexpertin erwarb. Jetzt soll sie garantieren, was den Grünen bei der Wahl 2004 mit 5,1 Prozent gelang - den Wiedereinzug in den Landtag. Hermenau will sich für eine bessere Kooperation mit den Nachbarländern Polen und Tschechien einsetzen und mit ihrer Kompetenz im Bereich der demographischen Entwicklung punkten.

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Andre Hahn, ddp

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André Hahn, Die Linke

Auch der Spitzenkandidat der Linken, André Hahn, ist ein ehemaliger Lehrer. 1985 bis 1989 war der 46-Jährige Mitglied der SED, ein Jahr später saß er für die PDS am zentralen Runden Tisch der DDR. Seit 1994 ist er Abgeordneter im sächsischen Landtag, wo er zwölf Jahre Parlamentarischer Geschäftsführer seiner Fraktion blieb. Vor zwei Jahren übernahm der Vater einer Tochter den Fraktionsvorsitz der Linken. Bei der letzten Landtagswahl erreichte die Linke (damals noch PDS) 23,6 Prozent. Seine Herzensthemen sind die Bildungs- und Sportpolitik. Er möchte, dass mehr junge Menschen ein Studium beginnen können, ohne dafür Studiengebühren bezahlen zu müssen.

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Holger Apfel, dpa

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Holger Apfel, NPD

Seit fünf Jahren sitzt die NPD unter Holger Apfel schon im sächsichen Landtag. Damals erhielt sie 9,2 Prozent der Stimmen. Der 38-jährige Fraktionschef wirft den anderen Parteien "volksfeindliche Absichten" vor. Generell nimmt er das Wort Volk häufig in den Mund, wenn er für die Themen seiner rechtsextremen Partei wirbt: Die NPD fordert die Wiedereinführung der D-Mark und will die Herkunft von Straftätern statistisch erfassen. Antisemitische und fremdenfeinliche Ausfälle brachten dem gebürtigen Hildesheimer wiederholt Ordnungsrufe ein. Allerdings schaffte er es, die NPD-Fraktion im Landtag nach zusammenzuhalten, nachdem drei Abgeordnete ausgetreten waren und ein weiterer sie wegen "finanzieller Unregelmäßigkeiten" verlassen musste. Holger Apfel ist verheiratet und hat drei Kinder.

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(sueddeutsche.de/dpa/jhh)

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