Saarland Kramp-Karrenbauer soll Müller ablösen‎

Die Nachfolge von Peter Müller scheint geklärt: Annegret Kramp-Karrenbauer, bisher Arbeitsministerin, wird offenbar Ministerpräsidentin im Saarland. Eine Kampfabstimmung konnte die CDU verhindern.

Die Entscheidung über den Wechsel an der Regierungsspitze des Saarlands ist anscheinend gefallen. Wie der Saarländische Rundfunk am Donnerstagabend unter Berufung auf CDU-Kreise berichtete, soll die derzeitige Arbeits- und Sozialministerin Annegret Kramp-Karrenbauer neue Ministerpräsidentin werden.

Annegret Kramp-Karrenbauer soll neue Ministerpräsidentin im Saarland werden - und Peter Müller (rechts) beerben.

(Foto: dapd)

Amtsinhaber Peter Müller werde die 48-Jährige auf einer CDU-Klausur am Samstag in Eppelborn offiziell vorschlagen. Kramp-Karrenbauer soll demnach auch den CDU-Landesvorsitz von Müller übernehmen, bevor dieser Ende des Jahres voraussichtlich als Richter ans Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe wechselt.

Zu einer Kampfabstimmung mit Innenminister Stephan Toscani, der ebenfalls eine Kandidatur erwogen habe, wird es dem SR-Informationen zufolge nicht kommen. Darüber habe man sich in der CDU verständigt.

Kramp-Karrenbauer gilt als Vertraute Müllers, dessen verschiedenen Regierungen sie bereits seit mehr als zehn Jahren angehört. In dieser Zeit trug sie nacheinander Verantwortung in praktisch allen Ressorts, in denen sich in der Landespolitik überhaupt noch inhaltliche Gestaltungsspielräume bieten.

Dabei hatte die verheiratete Mutter dreier Kinder beim ersten Wahlsieg Müllers 1999 zunächst gar nicht auf der Kabinettsliste gestanden. Sie rückte erst ein Jahr später für den zurückgetretenen Innen- und Sportminister Klaus Meiser (CDU) ins Kabinett nach.

2004 konnte sie die Kompetenzen ihres Ministeriums um die Bereiche Familien und Frauen erweitern, Zuständigkeiten, die sie 2007 mitnahm in ihr neues Ressort als Ministerin für Bildung, Frauen, Familie und Sport.

Dort war sie mit den Umsetzungen des achtjährigen Gymnasiums befasst, das ihr Vorgänger Jürgen Schreier (CDU) ihr hinterlassen hatte. 2008 war sie dann auch Präsidentin der Kultusministerkonferenz. Nach der Bildung der ersten schwarz-gelb-grünen Landesregierung 2009 konnte Kramp-Karrenbauer ihre Ressortzuständigkeit trotz Koalitionsnotwendigkeiten erneut erweitern, zeichnet jetzt als "Superministerin""verantwortlich für Arbeit, Soziales, Familie, Prävention und Sport.

Ihr Arbeitsstil gilt als unideologisch-pragmatisch. 57 Prozent der Saarländer waren bei der letzten Umfrage "sehr zufrieden" oder "zufrieden" mit ihrer Arbeit.

Kramp-Karrenbauer studierte Rechts- und Politikwissenschaften in Saarbrücken und Trier. In die CDU trat sie bereits 1981 ein, von 1991 bis 1998 war sie Grundsatz- und Planungsreferentin der Saar-CDU. Innerparteilich kann sie sich vor allem auf die Frauen stützen: Sie ist seit 1999 Landesvorsitzende der Frauen-Union. Und die Frauen-Union, deren Vize-Bundeschefin sie seit 2001 ist, ebnete ihr im November vergangenen Jahres schließlich auch den Aufstieg ins Präsidium der Bundespartei .