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Richtungsstreit in der AfD:Wirbel um Lucke

Bernd Lucke

Um Bernd Lucke, den Chef der AfD, kursieren Rücktritssgerüchte.

(Foto: dpa)

Informationen aus dem Umfeld der Parteispitze zufolge plant der AfD-Vorsitzende Lucke die Partei zu verlassen. Sein Parteifreund Hans-Olaf Henkel bezeichnet die Gerüchte dagegen als "totalen Quatsch".

In der Alternative für Deutschland (AfD) gibt es Wirbel um die Führungsfigur Bernd Lucke. Aus dem Umfeld der Parteispitze wurden am Sonntagabend Spekulationen bekannt, wonach der Parteivorsitzende die AfD verlassen wolle.

Es hieß, dass Lucke gemeinsam mit dem Europaabgeordneten Hans-Olaf Henkel einen Neuanfang plane. Lucke wollte sich zu der Angelegenheit nicht äußern. Er kommentiere keine Gerüchte, ließ er erklären. Der Parteivorsitzende hatte zuletzt wiederholt vor einem Rechtsruck der Partei gewarnt und entsprechende Entwicklungen in der AfD beklagt.

"Es gibt diese Gerüchte. Ich würde begrüßen, wenn Bernd Lucke sich dazu jetzt klar äußert", sagte der stellvertretende Parteivorsitzende und AfD-Chef in Brandenburg, Alexander Gauland, am Sonntag der Süddeutschen Zeitung. Gauland zählt ebenfalls zu den AfD-Gründern. Im internen Richtungsstreit gilt er als Gegenspieler Luckes.

Der Ko-Vorsitzende der AfD, Konrad Adam, sagte der Bil d-Zeitung, es gebe "handfeste Anhaltspunkte", dass Lucke die Partei verlassen wolle. "Meine Kollegen und ich nehmen das sehr ernst und fordern ihn in tiefer Sorge um die Zukunft der AfD auf, sich dazu zu erklären."

Dagegen dementierte der Europa-Abgeordnete Hans-Olaf Henkel vehement. Er gilt als enger Vertrauter Luckes. "Das ist totaler Quatsch", sagte Henkel der SZ. "Wir bemühen uns, die AfD auf den richtigen Kurs zu bringen." Henkel hatte sich wegen der Entwicklungen in der AfD vor Kurzem aus der Parteispitze zurückgezogen. Die AfD will auf einem Bundesparteitag Mitte Juni eine neue Parteispitze wählen. Die Wahl soll eine Entscheidung über den Richtungsstreit in der AfD bringen.