bedeckt München 17°
vgwortpixel

Realsatire:Russischer Bulldozer gegen drei ungarische Gänse

Sie kommen aus Europa und haben trotz eines Embargos ihren Weg in die Tiefkühltruhe eines russischen Supermarkts gefunden. Dafür werden die drei Gänse plattgemacht - doch sie leisten Widerstand.

Der Befehl kommt von ganz oben: Der russische Präsident Wladimir Putin hat angeordnet, es mögen alle europäischen Lebensmittel, die trotz Embargo ins Land gelangt sind, zerstört werden. Mit aller Gewissenhaftigkeit sind dieser Anordnung nun Beamte in der autonomen Republik Tatarstan gefolgt. In einem kleinen Supermarkt haben sie drei tiefgefrorene Gänse aus Ungarn entdeckt und vernichtet.

Glücklicherweise wurden die Polizisten dabei gefilmt. Denn ansonsten wäre uns ein Stück russischer Realsatire entgangen:

Mit gebotenem Ernst steht eine russische Beamtin vor den verpackten Fleischklumpen und beginnt mit der Beweisaufnahme: "Die Beschriftung auf der Verpackung ist lediglich auf Englisch nicht auf Russisch", sagt sie mit strengem Blick. Das Schicksal der Gänse ist da schon längst besiegelt.

Unter Zeugen, die etwas peinlich berührt ihre Namen in die Kamera sagen, soll ein russischer Bulldozer die ungarischen Gänse plattmachen. Doch die leisten Widerstand, das schwere Gerät muss mehrmals über sie hinwegrollen.

In Russland werden derzeit auf ähnliche Weise tonnenweise Lebensmittel zerstört. Das sorgt im Land für zunehmenden Protest. Hunderttausende Menschen haben sich einer Online-Petition angeschlossen, in der Putin aufgefordert wird die Anweisung zur Beseitigung der Lebensmittel zurückzunehmen und die Nahrungsmittel Menschen in Not zu übergeben.

Das vor einem Jahr verhängte Verbot von westlichen Agrarimporten habe zu einem spürbaren Anstieg der Lebensmittelpreise geführt, kritisieren die Organisatoren der Petition. Besonders Rentner, Veteranen, Großfamilien und andere Menschen in prekärer Lage litten darunter. Das nun erschienene Video zeigt wie irrwitzig die Situation ist und könnte dem Ansinnen weiteren Aufwind geben.

© SZ.de/anri/lkr

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite