Reaktionen auf den "Stinkefinger" "Kasperletheater statt Kanzleramt"

Das Cover des SZ-Magazins ziert diese Woche der SPD-Kanzlerkandidat - in umstrittener Pose. Die politische Konkurrenz reagiert mit scharfer Kritik. "Peinlich, peinlich, peinlich", heißt es aus der CDU. Doch auch Peer Steinbrück hat sich geäußert.

Seit wenigen Stunden ist bekannt, wer diese Woche das Cover des SZ-Magazins ziert: SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück ist darauf zu sehen, der im Rahmen der Rubrik "Sagen Sie jetzt nichts" auf eine Frage mit einer sehr bestimmten Geste antwortet - mit dem ausgestreckten Mittelfinger.

Die Meinungen über das Foto gehen weit auseinander, die politische Konkurrenz übt zum Teil scharfe Kritik. FDP-Chef Philipp Rösler hat das Foto von Peer Steinbrück kritisiert und die Eignung des Sozialdemokraten als Kanzler angezweifelt. "Die Geste verbietet sich als Kanzlerkandidat. So etwas geht nicht", sagte er am Rande des Wahlkonvents seiner Partei in Mainz.

Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) bemängelt auf Twitter Steinbrücks fehlende Stilsicherheit:

CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn sagt gegenüber der Rheinischen Post: "Erst die Kavallerie, dann die Clowns, jetzt der Stinkefinger. Da verwechselt jemand das Kanzleramt mit dem Kasperletheater. Peinlich, peinlich, peinlich."

Der Vorsitzende der Linkspartei, Bernd Riexinger, sagte der in Halle erscheinenden Mitteldeutschen Zeitung. "Franz Müntefering hat die Wähler erst nach der Wahl beschimpft, Steinbrück macht es schon vorher". Die Stinkefinger-Geste sei das offizielle Ende der Kanzlerkandidatur von Peer Steinbrück. Dieser bereite offensichtlich bereits seinen Abgang vor. Die SPD spiele nicht mehr auf Sieg, sondern nur noch auf Platz. Der ehemalige SPD-Vorsitzende Franz Müntefering hatte Nichtwähler einst "arrogant" genannt.

Und Steinbrück selbst? Teilt über Twitter mit:

Am Rande einer SPD-Kundgebung in München sagte der SPD-Kanzlerkandidat über die besondere Interviewform des SZ-Magazins: "Da werden einem Fragen gestellt, die man übersetzt in Gebärden, in Grimassen, in Emotionen." Das schauspielere man dann. "Und ich hoffe, dass die Republik auch den Humor hat, dann diese Grimassen und diese Gebärdensprache bezogen auf die Fragen richtig zu verstehen."

Auf die Frage, ob er gewusst habe, dass das Magazin dieses Foto auf den Titel nehmen wolle, sagte Steinbrück: "Nein." Steinbrücks Sprecher Rolf Kleine betonte am Abend, dass die Fotos im Rahmen eines ironischen Formats entstanden seien: "Das muss ja wohl noch erlaubt sein." Die Bilder seien bereits vor rund einem Monat entstanden - man sei über die Veröffentlichung rund eine Woche vor der Wahl im Bilde gewesen.

Manche Nutzer nehmen die Sache mit Humor. So hat die Deutschlandkette Angela Merkels nun auf Twitter einen Gegenpart gefunden:

Andere sehen die Chance für eine groß angelegte Kampagne: