Raketenbeschuss:Afghanische Soldaten sollen Hochzeitsgäste getötet haben

  • Nach dem tödlichen Raketenangriff auf eine Hochzeitsgesellschaft in Afghanistan ermittelt die Armee gegen zwei Soldaten.
  • Sie sollen die Hochzeitsgesellschaft nach Angriffen von Aufständischen irrtümlich mit Mörsergranaten beschossen haben.
  • Bei dem Angriff wurden nach offiziellen Angaben 17 Menschen getötet und 53 weitere Menschen verletzt. Das Gebiet, in dem die Hochzeit gefeiert wurde, gilt als Hochburg der Taliban.

Afghanische Soldaten sollen für Angriff auf Hochzeitsfeier verantwortlich sein

Für den Raketenangriff auf eine Hochzeitsfeier in Afghanistan mit 17 Toten waren nach Behördenangaben zwei afghanische Soldaten verantwortlich. Die Soldaten hätten die Hochzeitsgesellschaft nach Angriffen von Aufständischen irrtümlich mit Mörsergranaten beschossen, sagte der stellvertretende Gouverneur der südlichen Unruheprovinz Helmand, Mohammed Dschan Rasuljar.

Die Verantwortlichen wurden den Angaben zufolge festgenommen und sollen vor ein Kriegsgericht gestellt werden. Die Hochzeitsfeier im Bezirk Sangin in Helmand war am späten Mittwochabend bei Kämpfen zwischen afghanischen Sicherheitskräften und den radikalislamischen Taliban beschossen worden.

Die Raketen schlugen nach Angaben von Vize-Gouverneur Rasuljar in einem Raum ein, in dem sich weibliche Hochzeitsgäste versammelt hatten. 17 Frauen und Kinder seien getötet und 49 weitere Menschen verletzt worden. Die Zahl der Opfer könnte jedoch noch höher liegen, Augenzeugen berichten von etwa 30 Toten.

Afghanische Armee seit Jahresbeginn für Sicherheit zuständig

Die Hauptverantwortung für die landesweite Sicherheit liegt seit dem Jahreswechsel vollständig bei der afghanischen Armee und Polizei. Ausländische Soldaten unterstützen afghanische Sicherheitskräfte nach dem Ende des Isaf-Kampfeinsatzes weiter mit Ausbildung und Beratung. Der Raketenbeschuss der Hochzeitsgesellschaft hatte die Übergabe der Sicherheitsverantwortung an die einheimischen Streitkräfte am Donnerstag überschattet.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte den Raketenangriff verurteilt. Die afghanische Regierung müsse den Vorfall aufklären und die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen, forderte Ban. Den Angehörigen der Opfer sprach Ban sein Beileid aus.

Das Gebiet um die Stadt Sangin in der Provinz Helmand gilt als Hochburg der Taliban und als eine der unsichersten Gegenden. Es war dort immer wieder zu Gefechten zwischen den Aufständischen und der afghanischen Armee gekommen. Die Taliban bauen dort Mohn für die Herstellung von Heroin an.

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