Produzent von "Innocence of Muslims" Schauspieler wurden nachsynchronisiert

Tatsächlich scheint es möglich, dass Nakoula alias Sam Bacile der Produzent des Films ist, ein anderer aber Regie geführt hat. Doch wer? Auf einem Casting-Aufruf vom Juli 2011 für "Desert Warrior" - so der Arbeitstitel des Film während der Dreharbeiten in Los Angeles - steht der Name Alan Roberts.

"Der kannte sich mit grundlegenden Dingen nicht aus"

Das US-Blog Gawker hat mit zwei Männern gesprochen, die behaupten, Crew-Mitglieder während der Dreharbeiten gewesen zu sein. Sie sagen, Roberts sei kein weiteres Pseudonym Nakoulas'. Sie bestätigen: "Sam Bacile" habe sich einzig um die Logistik gekümmert, Roberts Regie geführt. Wenn auch offenbar sehr unprofessionell. "Der kannte sich mit den grundlegenden Dingen nicht aus", zitiert Gawker einen Schauspieler.

Möglicherweise hat "Sam Bacile" auch ihn über den Inhalt des Films getäuscht, so wie die Schauspieler. Große Teile des ursprünglichen Texts, den sie beim Dreh einsprachen, wurden jedenfalls nachträglich durch islamophobe Inhalte ersetzt. "Wir sind schockiert über die drastischen Änderungen des Skriptes und die Lügen, die allen Beteiligten erzählt wurden", heißt es in einer Stellungnahme von 80 Crew-Mitgliedern, aus der der Nachrichtensender CNN zitiert.

Gawker sprach mit einer Nebendarstellerin, die erklärte, man habe ihr bei den Dreharbeiten erzählt, an einem Film über das Leben im alten Ägypten mitzuwirken. "Das hatte überhaupt nichts mit Mohammed und nichts mit Muslimen zu tun", so Cindy Lee Garcia.

Schauspieler zeigen sich geschockt

Auch der TV-Fernsehsender al-Arabija hat mit zwei Schauspielern gesprochen. Beide distanzieren sich von dem Film. Als sie das Werk gesehen hätten, seien sie "geschockt" gewesen, Teil von etwas so "Schmutzigem und Ekelhaftem" zu sein. Eine der Schauspielerinnen, die laut al-Arabija anonym bleiben wollte, habe für einen Drehtag einen Scheck über 100 Dollar bekommen.

Das Haus von Nakoula Basseley Nakoula im Ort Cerritos im Großraum Los Angeles wird inzwischen von Journalisten belagert. Sie klopfen an die Tür, schauen in den Briefkasten, fotografieren die Einkäufe, die in dem in der Einfahrt geparkten Wagen liegen. Vor dem Gebäude ist ein Mikrofonständer aufgebaut.

Die Polizei ist vor Ort. "Wir haben eine Bitte erhalten und wir antworten darauf. Wir sind die Garanten der öffentlichen Sicherheit", sagte der Sprecher des Sheriffs von Los Angeles County.

Er machte weder Angaben dazu, wer die Behörden um Hilfe gebeten habe, noch zur genauen Art des Polizeischutzes. "Es gibt keinen Aufstand, kein Verbrechen." Der Grund für die Anwesenheit der Polizei sei vielmehr die Presse.