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Polizeigewalt in den USA:Familie von Sandra Bland verklagt Polizei

Cannon Lambert, Geneva Reed-Veal, Sierra Cole

Zweifel an der offiziellen Todesversion: Anwalt Cannon Lambert (von links), Sandra Blands Mutter Geneva Reed-Veal und ihre Schwester Sierra bei der Pressekonferenz in Houston

(Foto: AP)
  • Die Angehörigen von Sandra Bland verklagen die Polizei.
  • Die Afroamerikanerin war nach ihrer Festnahme in Texas tot in einer Gefängniszelle aufgefunden worden.
  • Ihre Familie bezweifelt, dass sich Bland selbst das Leben nahm, wie es im Autopsiebericht festgestellt wurde.

Die Familie der tot in einer Gefängniszelle im US-Staat Texas aufgefundenen Afroamerikanerin Sandra Bland hat eine Klage gegen die Polizei eingereicht. Im Zentrum steht der weiße Polizist, der die 28-Jährige vor knapp vier Wochen wegen eines Verkehrsverstoßes festgenommen hatte. Die Klage richtet sich zugleich an eine Reihe weiterer Beteiligter.

Die Angehörigen bezweifeln, dass Bland in der Zelle Suizid beging, wie von der Polizei behauptet und in einem Autopsiebericht bestätigt. Der offiziellen Version zufolge erhängte sich Bland in ihrer Zelle erhängt.

Anwalt Cannon Lambert sagte, die Familie wolle wissen, was getan worden sei, um ihr zu helfen. Zudem fehlten noch Informationen der Gerichtsmedizin über den Mageninhalt der Frau und die Würgemale. "Ehrlich gesagt kennen wir nicht einmal wirklich den Zeitpunkt des Todes."

Sandra Bland hatte unweit von Houston mit ihrem Auto die Fahrspur gewechselt, ohne zu blinken. Als der weiße Polizist sie stoppte, gerieten beide in einen lauten Streit. Bland kam daraufhin wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt ins Gefängnis. Drei Tage später wurde sie in ihrer Zelle tot aufgefunden. Vor anderthalb Wochen wurde sie in ihrem Heimatstaat Illinois beigesetzt.

Blands Festnahme und ihr Tod hatten die Diskussion über Polizeigewalt in den USA gegen Schwarze erneut angeheizt.

© SZ.de/AP/dpa/gal/cmy
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