Politiker im UrlaubMit Bambi und Brusthaar

Ein echter Politiker kennt keine Ferien. So muss auch der Familienurlaub als Bühne für makellose Inszenierungen herhalten. Nicht immer erfolgreich.

Bei standesgemäßen Urlaubsfotos von Politikern gibt es mehrere Regeln zu beachten. Die wichtigste: Niemals lächerlich wirken oder sich allzu freizügig zeigen. Denn ein weißes Bäuchlein, nicht mehr allzu straff, lässt die immer wieder beschworene Disziplin unglaubwürdig dastehen.

Reichspräsident Freidrich Ebert (rechts) und Reichswehrminister Gustav Noske hatten im Sommer 1919 offenbar noch nicht von dieser Regel gehört. Gut gelaunt und so gar nicht staatsmännisch zeigten sie sich in schlabbrigen Badehosen in der Ostsee. Schon drei Monate später musste Ebert den fröhlichen Schnappschuss bereuen - am Tag seiner offiziellen Vereidigung veröffentlicht eine Tageszeitung das Foto großformatig.

Der Reichspräsident wurde zum Gespött der Antidemokraten, die keine Gelegenheit ausließen, um die junge Weimarer Republik zu demontieren.

Foto: bpk-Images

11. Juli 2010, 12:172010-07-11 12:17:00 © sueddeutsche.de/Hanna Ziegler/mati/bavo