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Politik kompakt:Deutsche Marine vereitelt Piratenangriff

Deutsche Marine verhindert Piratenangriff auf türkisches Schiff, 22 Tote bei Kämpfen im Kaukasus, Lockerbie-Attentäter verzichtet auf Berufung.

Deutsche Marine verhindert Piratenangriff auf türkisches Schiff

Die Fregatte Bremen (hier auf einem Archivbild) hat ein türkisches Schiff vor einem Piratenüberfall gerettet

(Foto: Foto: dpa)

Die deutsche Marine hat einen Piratenangriff auf ein türkisches Schiff im Golf von Aden vereitelt. Mit Warnschüssen habe der Bordhubschrauber der Fregatte "Bremen" am Freitag ein mutmaßliches Piraten-Boot gestoppt, das auf die unter türkischer Flagge fahrende "MS Elgiznur Cebi" zugesteuert sei, teilte die Bundeswehr mit. An Bord des Bootes habe die Besatzung des Hubschraubers sechs Menschen und Leitern zum Kapern eines Schiffes entdeckt. Soldaten der griechischen Fregatte "HS Narvarinon", die nach dem Hilferuf des türkischen Schiffes ebenfalls herbeigeeilt war, hätten auf dem mutmaßlichen Piraten-Boot später auch Waffen entdeckt.

Deutschland beteiligt sich mit zwei Fregatten und einem Aufklärungsflugzeug am EU-Einsatz "Atalanta" gegen die Piraterie vor der somalischen Küste. Erst Anfang August hatten Piraten nach einer Lösegeldzahlung den in der Region entführten deutschen Frachter "Hansa Stavanger" freigegeben. Piraten machen seit einigen Jahren den vielbefahrenen Seeweg zwischen Europa und Asien im Indischen Ozean und im Golf von Aden unsicher. Sie haben bereits viele Millionen Dollar Lösegeld erpresst.

Mindestens 22 Tote bei Kämpfen im Kaukasus

Im russischen Konfliktgebiet Nordkaukasus sind bei Anschlägen und Gefechten innerhalb eines Tages mindestens 22 Menschen getötet worden, darunter in der Teilrepublik Dagestan auch sieben junge Frauen in einer Sauna. Die Sauna befand sich in der Nähe einer Polizeistation, die am Donnerstagabend von mutmaßlich islamistischen Rebellen überfallen wurde. Die maskierten Männer erschossen dort auchvier Sicherheitskräfte. In der benachbarten Teilrepublik Tschetschenien starben ebenfalls am Donnerstagabend bei Feuergefechten zwischen moskautreuen Truppen und islamistischen Rebellen mindestens sechs Menschen. Das teilten die Behörden in der Konfliktregion am Freitag nach Angaben der Agentur Interfax mit.

In der dagestanischen Hauptstadt Machatschkala wurden bei dem Überfall auf die Polizeistation auch drei der 15 mutmaßlichen Untergrundkämpfer erschossen. Die Angreifer gingen nach Angaben des Innenministeriums äußerst kaltblütig vor. Die übrigen Täter entkamen unerkannt in die Berge. Auch am Freitag wurden in Dagestan zwei Polizisten erschossen. Die Gewalt im Nordkaukasus hat in den vergangenen Wochen wieder deutlich zugenommen. Fast täglich sterben auch in der russischen Teilrepublik Inguschetien Menschen bei Kämpfen. Zuletzt wurden immer wieder ranghohe Regierungsbeamte und Menschenrechtler Opfer der Gewalt in der Vielvölkerregion, in der islamistische Extremisten eine Loslösung von Moskau anstreben.

Lockerbie-Attentäter verzichtet auf Berufung

Der todkranke Lockerbie-Attentäter, der in der kommenden Woche voraussichtlich freigelassen werden soll, verzichtet auf eine ursprünglich geplante Berufung gegen seinen Schuldspruch. In den vergangenen Wochen habe sich der Gesundheitszustand seines Mandanten deutlich verschlechtert, teilte der Anwalt von Abdel Bassit Ali Mohammed al-Megrahi am Freitag mit. Nach Medieninformationen will der schottische Justizminister Kenny MacAskill voraussichtlich in der kommenden Woche eine Begnadigung verkünden.

Die Entlassung des Libyers könnte demnach noch vor Beginn des islamischen Fastenmonats Ramadan erfolgen, der Ende nächster Woche beginnt. Hinterbliebene der Opfer hatten entsetzt auf die Nachricht reagiert. Die schottische Regierung wies die Berichte über die Begnadigung als Spekulation zurück. Bei dem Anschlag über dem Ort Lockerbie starben 1988 insgesamt 270 Menschen.

Scharfe Minen auf "Bombodrom"-Gelände der Bundeswehr entdeckt

Auf dem "Bombodrom"-Gelände der Bundeswehr bei Wittstock in Brandenburg sind scharfe Anti-Personenminen sowjetischer Bauart entdeckt worden. Deshalb müssen weite Teile des nicht mehr genutzten Truppenübungsplatzes für Besucher gesperrt werden. Bisher wurden neun Minen entdeckt, die mit Flüssigsprengstoff gefüllt sind, sagte ein Sprecher der Bundeswehr in Wittstock. Die Fundstelle habe als eigentlich sicheres Gebiet gegolten. Die Minen seien zufällig bei einer Besichtigung entdeckt worden. Die Sprengkörper stammten vermutlich aus dem Jahr 1988 und seien damals wohl irrtümlicherweise von einem russischen Raketenwerfer abgefeuert worden.

Das Verteidigungsministerium hatte im Juli nach einem 17 Jahre dauernden Rechtsstreit mit der Bürgerinitiative Freie Heide auf die Nutzung des Geländes als Luft-Boden-Schießplatz verzichtet. Wie das 14.000 Hektar große Wald- und Heidegebiet an der Grenze zwischen Brandenburg und Mecklenburg Vorpommern künftig zivil genutzt werden soll, ist ungeklärt.

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