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Polen:Im Morast der Geschichte

Mit dem Auftritt bei der Sicherheitskonferenz fügt der neue Regierungschef seinem Land Schaden zu.

Die Münchner Sicherheitskonferenz bietet eine Bühne wie gemacht für Polens neuen Ministerpräsidenten Mateusz Morawiecki. Anders als seine Vorgängerin Beata Szydło spricht der Wirtschaftsexperte exzellent Englisch, tritt verbindlich auf und wirkt weltgewandt. Seinen Auftritt in München hätte Morawiecki nutzen können, um eine neue, eine weniger konfrontative polnische Politik zu präsentieren. Genutzt hat er diese Gelegenheit eloquent - um alles noch viel schlimmer zu machen.

Das neue Gesetz, das es verbietet, Polen eine Mitschuld am Holocaust zu unterstellen, hat er ausgerechnet verteidigt, indem er unter anderem von "jüdischen Tätern" sprach. Seine Kanzlei stellte danach klar, Morawieckis Absicht sei es nicht gewesen, den Holocaust zu relativieren. Aber welche Absicht steckt dahinter, Juden eine Mitschuld am Holocaust zuzuschieben? Es ist falsch und verwerflich, wenn deutsche Konzentrationslager als "polnische Todeslager" bezeichnet werden. Doch Morawieckis Worte belegen einmal mehr, dass es in Wahrheit darum geht, selbst den Opfern das Reden über polnische Kollaboration zu verbieten.

Morwawiecki versinkt so immer tiefer im Morast einer ideologischen Geschichtspolitik, die Polen als Opfer einer internationalen Verschwörung hinstellt. In der durchsichtigen Absicht, die Stimmung im eigenen Lande innenpolitisch nutzbringend aufzuheizen, fügt der Regierungschef dem Ruf Polens in der Welt unermesslichen Schaden zu.

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