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Pkw-Maut:Gutachter streiten über Kalkulationen

Verkehrsforscher kritisieren die Prognose eines Gutachters heftig. Er behauptet, die Maut-Einnahmen könnten höher ausfallen als erwartet.

Die Berechnung der Einnahmen aus der geplanten Pkw-Maut steht erneut in der Kritik. Eine Neuberechnung vom Februar hatte vorausgesagt, die Maut-Einnahmen könnten sogar um bis zu 25 Prozent höher ausfallen als die bisher erwarteten. Verkehrsforscher stellen diese optimistische Prognose des Gutachters Wolfgang Schulz von der Zeppelin-Universität in Friedrichshafen nun mit scharfer Kritik infrage. Das Gutachten sei "mit schwerwiegenden Mängeln behaftet und verletze elementare wissenschaftliche Standards", warnt der Verkehrsforscher Alexander Eisenkopf - ein Professor der gleichen Uni.

Bislang kalkulierte Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) mit Nettoeinnahmen von 524 Millionen Euro für das Jahr 2019. Schulz verwies in seiner Kalkulation unter anderem auf einen größeren Anteil von Diesel-Autos, für die höhere Mautsätze fällig würden als für Benziner. Das Gutachten sei jedoch nicht geeignet, Zweifel an den Mautprognosen des Verkehrsministeriums zu zerstreuen", schreibt Eisenkopf. Es erscheine befremdlich, dass das Ministerium sich die Aussage zu eigen mache, da die genannte Größenordnung von 25 Prozent an keiner Stelle abgeleitet werde. Die umstrittene Maut ist diesen Freitag Thema im Bundestag und Bundesrat. Die Opposition sieht sich in ihrer Kritik bestätigt. Ein Forscher nach dem anderen nehme die Mautberechnungen auseinander, sagt der Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer. "Wir fordern CDU und SPD auf, die Reißleine zu ziehen und den Maut-Unsinn zu begraben."