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Paris:Getrennt an einem Tisch

In Paris erinnern zwar mehr als 70 Staats- und Regierungschefs an das Ende des Ersten Weltkrieges. Gastgeber Macron nimmt sich gekonnt zurück, doch ein anderer Präsident geht lieber eigene Wege.

Von Nadia Pantel

Die Zeremonie begann wie eine Klassenfahrt zum Frieden. Präsidenten und Regierungschefs aus der ganzen Welt ließen ihre Limousinen stehen und kletterten stattdessen gemeinsam in Reisebusse. Die führenden Köpfe von mehr als 70 Ländern waren am Sonntag nach Paris gereist, um des Endes des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren zu gedenken. Zwei Stunden hätte es gedauert, jeden der Mächtigen im Extrakonvoi zum Triumphbogen zu fahren, teilte der Élysée-Palast mit. Die Lösung des Problems: So tun, als seien die Politiker der Welt eine große Fußballmannschaft. Es brauchte vier Busse, damit jeder einen Platz fand. Die Bilder, die dabei entstanden, waren auf die bestmögliche Art französisch. Égalité, Gleichheit. Egal wie mächtig der Einzelne zu Hause ist, hier warten erst einmal alle auf den Bus.

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