Panama Papers ICIJ veröffentlicht Offshore-Datenbank

Der Süddeutschen Zeitung wurden von einer anonymen Quelle Daten der panamaischen Kanzlei Mossack Fonseca zugespielt. Das ICIJ veröffentlicht jetzt ein Offshore-Register zu den Firmen, die im Leak auftauchen.

(Foto: REUTERS)

Das International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) gibt am 9. Mai ein Offshore-Register zu den Firmen und Personen in den Panama Papers heraus. Fragen und Antworten.

Das International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) wird am 9. Mai eine Datenbank zu den Panama Papers veröffentlichen. Darin werden die Namen und Adressen von mehr als 200.000 Briefkastenfirmen und Trusts, von ihren Vermittlern und einigen Tausend Anteilseignern zu finden sein. Die Süddeutsche Zeitung beantwortet hier vorab die wichtigsten Fragen und Antworten.

Warum macht das ICIJ einige Informationen über Briefkastenfirmen öffentlich?

Es herrscht weltweit ein breiter Konsens darüber, dass bestimmte Informationen über Unternehmen öffentlich zugänglich und transparent sein sollten. In Deutschland gibt es beispielsweise das Handelsregister, aus dem hervorgeht, wer Anteilseigner einer Firma ist und wer die Geschäfte der Firma führt. In Steueroasen existieren diese Register auch - allerdings sind die Informationen nicht immer verlässlich. Oftmals werden Direktoren nur zum Schein eingetragen, um die wahren Besitzverhältnisse zu verschleiern. Mit der Offshore-Leaks-Datenbank hat das ICIJ bereits vor drei Jahren begonnen, Informationen zu Briefkastenfirmen, ihren Vermittlern und Besitzern für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Diese Datenbank wird nun vom ICIJ um die Informationen aus den Panama Papers erweitert.

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Werden alle geleakten Dokumente aus den Panama Papers veröffentlicht?

Nein, es werden im Wesentlichen Namen von Firmen und die der jeweiligen Anteilseigner bzw. Direktoren veröffentlicht. Das ICIJ wird eine Datenbank veröffentlichen, welche die mehr als 200.000 Briefkastenfirmen und Trusts verzeichnet, die von Mossack Fonseca verwaltet wurden bzw. werden. Aufgelistet werden außerdem Namen und Adressen von zwischengeschalteten Klienten, wie Banken oder Anwälten, sowie von den Anteilseignern der Briefkastenfirmen - sofern diese Mossack-Fonseca-intern als solche geführt wurden. Aus diesen Informationen ergibt sich in den meisten Fällen allerdings nicht, wer der tatsächliche Eigentümer war oder derzeit ist. Die Datenbank wird aber keinerlei Originaldokumente aus den Panama Papers enthalten

Werden auch deutsche Namen in der Datenbank auftauchen?

Ja, es sind auch deutsche Privatpersonen darunter, und auch Namen, über die die Süddeutsche Zeitung bislang nicht berichtet hat oder nicht berichten wird, etwa weil sich nach bisherigen Recherchen kein Hinweis auf eine Straftat ergeben hat, der ein hinreichend hohes öffentliches Interesse an einer Berichterstattung rechtfertigen würde. Der Besitz einer Briefkastenfirma ist an sich nicht illegal; die Kenntnis darüber lässt es nicht automatisch als berechtigt erscheinen, über die Vermögensverhältnisse einer Privatperson zu berichten. Das ist nach der in Deutschland geltenden Rechtslage nicht ohne Weiteres zulässig und möglich.

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