bedeckt München -2°

Ostafrika:Putsch-Versuch in Burundi gescheitert

Ein Mann bringt sich in Sicherheit: In Bujumbura, der Hauptstadt von Burundi, gibt es seit Ende April Massenproteste.

(Foto: AP)
  • Die Aufständischen im ostafrikanischen Burundi gestehen ein, dass ihr Putschversuch gescheitert ist.
  • Der von Militärs für abgesetzt erklärte Präsident Pierre Nkurunziza teilte mit, er sei in das Land zurückgekehrt.
  • In Burundi gab es seit Ende April Massenproteste, weil Nkurunziza entgegen der Verfassung für eine dritte Amtszeit kandidieren wollte.

"Unsere Bewegung ist gescheitert"

Der Putsch im ostafrikanischen Burundi ist gescheitert. "Wir haben entschieden, uns zu ergeben. Ich hoffe, sie bringen uns nicht um", sagte Putschistenführer Godefroy Niyombare am Freitag nach Angaben des französischen Auslandsradiosenders Radio France Internationale (RFI). Drei führende Putschisten seien festgenommen worden, nicht jedoch Niyombare, meldete der Sender.

Zuvor hatte bereits die Nummer zwei der Bewegung, General Cyrille Ndayirukiye, gegenüber RFI gesagt: "Persönlich gestehe ich ein, unsere Bewegung ist gescheitert."

Die Aufständischen hätten sich einer zu großen militärischen Entschlossenheit gegenübergesehen, das bestehende System zu unterstützen, meinte er. Die Information über das Scheitern des Umsturzes sei auch von anderen Quellen unter den Putschisten bestätigt worden. Der Sender berichtete überdies, dass am Donnerstagabend in Teilen der Hauptstadt Bujumbura nach Aufständischen gefahndet wurde.

Präsident Nkurunziza sagt, er sei zurück im Land

Der von Militärs für abgesetzt erklärte Präsident Pierre Nkurunziza teilte im Kurznachrichtendienst Twitter mit, er sei am Donnerstag nach Burundi zurückgekehrt. Er beglückwünschte Polizei und Armee zu ihrem Patriotismus. Ein Verantwortlicher des tansanischen Sicherheitsdienstes sagte laut RFI hingegen, Nkurunziza befinde sich an einem sicheren Ort in Daressalam in Tansania.

Der UN-Sicherheitsrat in New York verurteilte den Putschversuch. Nach einer Sondersitzung in New York hieß es, das Gremium verurteile jede Gewalt in Burundi, insbesondere die, die geeignet sei, die rechtmäßige Ordnung zu stören. Die 15 Ratsmitglieder forderten alle Parteien auf, so schnell wie möglich zum friedlichen Dialog zu finden. Frieden und Stabilität müssten die Priorität haben. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon rief erneut alle Konfliktparteien zu Zurückhaltung und Besonnenheit auf.

Warum es zum Putschversuch kam

Am Donnerstag war es in Bujumbura zu schweren Kämpfen gekommen. In Burundi gibt es seit Ende April Massenproteste, weil Nkurunziza entgegen der Verfassung für eine dritte Amtszeit kandidieren wollte. Putschisten-General Godefroid Niyombare hatte am Mittwoch im Radio erklärt, die Armee habe die Kontrolle über das Land, Nkurunziza sei abgesetzt. Der Präsident, der sich zu dieser Zeit zu einem Burundi-Krisengipfel der Ostafrikanischen Gemeinschaft (EAC) im Nachbarland Tansania aufhielt, betonte dagegen, der Putschversuch sei gescheitert. Er rief die Menschen in einer im Internet verbreiteten Mitteilung zur Ruhe auf.

In Burundi, einem der ärmsten Länder der Welt, war vor zwölf Jahren ein blutiger Bürgerkrieg zwischen der Hutu-Mehrheit und der Tutsi-Minderheit beendet worden. Der Konflikt kostete UN-Schätzungen zufolge mehr als 300 000 Menschen das Leben.

© Süddeutsche.de/dpa/fued/pamu
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema