Ökostrom Schmutziger Erfolg

Deutschland produziert 40 Prozent seines Stroms aus erneuerbarer Energie. Doch das hat auch Nachteile.

Von Benedikt Müller

Erstmals erzeugt Deutschland mehr als 40 Prozent seines Stroms aus erneuerbaren Energien. Das ist eine gute Nachricht, weil jede verfeuerte Tonne Kohle und Gas eine zu viel ist in Zeiten des Klimawandels. Und doch offenbart die Statistik des Fraunhofer-Instituts auch Schattenseiten der Energiewende.

So geht der viele Ökostrom zulasten der Gas- und Steinkohlekraftwerke; dabei sind die noch die umweltfreundlichsten unter den fossilen Meilern. Die vermeintlich günstige Braunkohle hingegen, die besonders viel CO₂ verursacht und für die Wälder und Dörfer sterben, bleibt mit nur leichtem Minus wichtigster Stromlieferant. Das zeigt, dass Verschmutzungsrechte noch teurer werden müssten, dass es alternativ eine CO₂-Steuer bräuchte, damit klimafreundlichere Gaskraftwerke endlich stärker ausgelastet werden.

Insgesamt stellt Deutschland so viel Strom her, dass es im Schnitt die Leistung von vier Großkraftwerken exportiert. Auf diesen Handelsüberschuss kann die Republik im Sinne der Umwelt getrost verzichten, da hiesiger Billigstrom sonst die Energiewende in Nachbarstaaten bedroht. Es ist daher richtig, dass Deutschland nach und nach aus Atomkraft und Kohleverstromung aussteigt. Dies wird dann gelingen, wenn mehr Ökostromkraftwerke und vor allem mehr Speicher für überschüssige Energie entstehen.