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OECD:Globale Steuerreform angepeilt

Deutschland und Frankreich hoffen trotz des US-Rückzugs aus den Verhandlungen noch auf eine Verständigung auf eine globale Steuerreform in diesem Jahr. Die EU sollte mit einer abgestimmten Haltung Druck auf die Regierung in Washington ausüben, sagte Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire am Montag in Berlin. Die USA müssten erklären, wieso sie als einziges Land gegen den auf dem Tisch liegenden Reformvorschlag seien. "Es wäre gut, wenn wir als EU eine gemeinsame Haltung hätten, bevor wir eine endgültige Antwort an die USA geben." Die OECD arbeitet an den Details für eine Reform, die in 137 Ländern Anwendung finden soll. Sollte es hier eine Einigung geben, wäre es die größte Steuerreform auf internationaler Ebene seit hundert Jahren. Mit ihr sollen die aktuellen Regeln an das Digitalzeitalter angepasst werden. Insbesondere soll Steuervermeidung bei global tätigen Internet-Konzernen wie Apple, Facebook, Google und Amazon verhindert werden. Die OECD-Überlegungen umfassen zwei Säulen - eine globale Mindeststeuer und eine neue Verteilung der Besteuerungsrechte bei digitalen Dienstleistungen auf die einzelnen Länder.

© SZ vom 23.06.2020 / Reuters

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