Nordkorea Sechs Raketentests binnen drei Tagen

Nordkorea provoziert weiter: Das kommunistische Land testet erneut zwei Kurzstreckenraketen - und damit bereits sechs in Folge. Nun hat sich auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon eingeschaltet und mahnt eine Rückkehr an den Verhandlungstisch an.

Nordkorea hat trotz internationaler Proteste am Montag zwei weitere Kurzstreckenraketen gestartet. Nach Angaben des südkoreanischen Verteidigungsministeriums wurden beide Raketen an der Ostküste in nordkoreanische Gewässer abgefeuert. Damit hat die Armee des kommunistisch regierten Landes innerhalb von drei Tagen sechs Raketen kürzerer Reichweite gestartet. Das südkoreanische Ministerium für Wiedervereinigung bedauerte den Test und forderte den Norden auf, zum Abbau der Spannungen beizutragen.

Den Angaben zufolge ist noch unklar, ob es sich um Lenkflugkörper oder Geschosse aus Raketenwerfern handelte. "Wir prüfen derzeit, um was für Tests es sich konkret handelt", erklärte der Sprecher des Stabschefs. Der südkoreanische Rundfunksender KBS unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Seoul.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon ruft zum Dialog auf

UN-Generalsekretär Ban forderte Nordkorea zum Verzicht auf Raketentests auf. "Ich hoffe, dass Nordkorea von weiteren derartigen Aktionen absieht", sagte er am Sonntag der russischen Nachrichtenagentur RIA Nowosti. Ban forderte die Führung in Pjöngjang auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Es sei Zeit, den Dialog wieder aufzunehmen. Die Vereinten Nationen seien bereit, dies zu unterstützen. Er hoffe, dass Russland seine Kontakte dazu nutzen werde, "die Spannungen zu senken und den Dialog mit Nordkorea zu stärken". Ban hielt sich nach Gesprächen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Moskau auf.

Ein Sprecher des US-Außenministeriums sagte, die Lage auf der koreanischen Halbinsel werde genau beobachtet. "Wir drängen Nordkorea, Zurückhaltung zu üben und Schritte zur Verbesserung der Beziehungen mit seinen Nachbarn einzuleiten."

Die nordkoreanischen Raketenstarts waren offenbar Teil einer Militärübung. Das Land feuert regelmäßig Kurzstreckenraketen zum Test oder im Zuge von Militärübungen ab. Die jüngsten Abschüsse erfolgten nach einem gemeinsamen Marinemanöver der USA und Südkoreas, die Nordkorea als Provokation verurteilt hatte.

Nach südkoreanischen Angaben hatte Nordkorea bereits am Samstag und Sonntag Raketen von der Ostküste abgeschossen. Südkorea bezeichnete die nordkoreanischen Tests am Wochenende als "bedauerlich" und als "Provokation".

Die Lage auf der koreanischen Halbinsel ist seit Monaten angespannt. Das abgeschottete Nordkorea hatte Südkorea und den USA unter anderem mit Atomangriffen gedroht. Zuletzt schien sich die Lage auf der koreanischen Halbinsel jedoch wieder leicht zu entspannen. Nach US-Angaben zog Nordkorea in Position gebrachte Mittelstreckenraketen wieder ab.