Als Yoo Hyuk neun Jahre alt war, wollte er sterben. Sein Leben fühlte sich an wie ein Loch im Bauch. Es gab nicht genug zu essen in seinem Dorf in der Provinz Nord-Hamgyŏng in Nordkorea. Wenn er sich umschaute, sah er schroffe Berge, karge Häuserwände, seine mittellose Familie. Genauer gesagt das, was davon übrig geblieben war, seit die Mutter fünf Jahre zuvor nach Südkorea geflohen war: seinen Vater und die Großeltern. Der Vater ging jeden Tag in ein Büro, aber seine Arbeit brachte nicht genug Geld ein, um alle satt zu bekommen. Yoo Hyuk wollte ihn nicht allein lassen.
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Jedes Jahres fliehen Hunderte Menschen von Nordkorea nach Südkorea. Dort ist ihnen vieles fremd. Wie Yoo Hyuk in ein neues Leben findet.
Von Thomas Hahn
