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Museum der Moderne:Unzeitgemäß

Das Projekt verstört mit maßloser Größe und hohen Kosten.

Der Bundestag trifft an diesem Donnerstag eine der weitreichendsten Entscheidungen für die Berliner Kulturlandschaft seit Jahren. Er stimmt über die 364 Millionen Euro ab, die im Haushaltsentwurf für das geplante Museum der Moderne am Berliner Kulturforum vorgesehen sind. Läge dem Parlament wirklich an der Kultur, würde es den Posten streichen und eine neue Debatte über das Projekt verlangen.

Nicht das Museum selbst ist das Problem. Sondern die Kombination aus maßloser Größe und Ideenmangel, die aus dem Entwurf der Architekten Herzog & de Meuron spricht. "Scheune" nennt man das Gebäude gerne, weil es auf den Bildern so schlicht aussieht. Doch das täuscht: Gebaut wird ein unzeitgemäß prunkvoller Kunsttempel, der weder heutigen Anforderungen an Nachhaltigkeit genügt, noch die Stadt um konzeptuelle Impulse bereichert. Was ist ein Museum? Was ist Kunst? Für was stand die Moderne? Das sind Fragen, die diesen Bau nicht beschäftigen.

Und dann die Kosten. Einst war das Museum auf 130 Millionen Euro kalkuliert. Daraus sind bis jetzt 364 Millionen geworden. Kulturstaatsministerin Monika Grütters rechnet mit 450, Experten halten 600 für realistisch. Kultur lebt nicht von teuren Bauten, sondern von Inhalten. Davon spricht niemand.