Manuela Schwesig:Gesund und dankbar

Ministerpräsidentin Schwesig zu erfolgreicher Krebs-Therapie

Eine Welle des Zuspruchs habe sie getragen, sagt Manuela Schwesig.

(Foto: Jens Büttner/dpa)

Die SPD-Politikerin und Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern hat ihre Brustkrebstherapie überstanden. Sie bedankt sich für den Zuspruch aus der Bevölkerung und die Unterstützung ihrer Kollegen.

Von Peter Burghardt, Hamburg

Acht Monate ist es her, seit Manuela Schwesig ihre Brustkrebserkrankung öffentlich gemacht hatte. "Die gute Nachricht ist: Dieser Krebs ist heilbar", sagte sie damals. Nun, an diesem Dienstagvormittag im Mai, lud die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern die Journalisten wieder in eigener Sache in die Schweriner Staatskanzlei. Sie nahm ihren Mundschutz ab und sagte: "Ich bin wieder gesund." Auch wenn es natürlich "wie für viele andere auch für mich keine Garantie gibt und ein Restrisiko bleibt".

Anfang September 2019 war die Diagnose für alle ein Schock gewesen. Vorgänger Erwin Sellering hatte ebenfalls wegen einer Krebserkrankung 2017 seinen Rücktritt erklärt, auch er erholte sich später. Manuela Schwesig, 45, gab damals ihren Posten als Bundesfamilienministerin auf und wurde seine Nachfolgerin. Sie blieb dann trotz ihrer Krankheit Regierungschefin im Nordosten, legte aber ihr Amt als Mitglied der kommissarischen SPD-Führung nieder. Andernfalls wäre sie möglicherweise eine aussichtsreiche Kandidatin für den Parteivorsitz gewesen. Jetzt sagte sie: "Ich bin froh und dankbar, dass ich meine Krebstherapie gut überstanden habe."

Es sei "bisher der schwerste Kampf in meinem Leben gewesen". Die vergangenen Monate hätten Kraft gekostet und Spuren hinterlassen, sie wolle deshalb eine Anschlussbehandlung machen. Noch dazu fielen die letzten dieser schweren Wochen in diese Zeit der Corona-Krise.

Wegen der Pandemie wurde Mecklenburg-Vorpommern für Urlauber gesperrt, obwohl Deutschlands beliebteste Ferienregion vom Fremdenverkehr lebt. Zuletzt gehörte das rot-schwarze Kabinett Schwesig dann zur Spitzengruppe der Öffner: Seit dem Wochenende ist die Gastronomie wieder teilweise erlaubt, ab kommendem Montag sind Hotels wieder für einheimische Gäste und ab dem 25. Mai auch für auswärtige Touristen zugänglich. Mit nur 729 registrierten Erkrankungen verzeichnet das dünn besiedelte Bundesland die mit Abstand wenigsten Fälle von Covid-19. 20 Bewohner sind, Stand 12. Mai, an dem Virus verstorben. Erstmals nach vielen Videokonferenzen traf sich das Kabinett Schwesig am Dienstag zu einer regulären Sitzung. Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in der industrialisierten Welt, laut Deutscher Krebsgesellschaft erkrankt eine von acht Frauen im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Die Zahl der Erkrankungen ist laut der Organisation erheblich gestiegen, die Zahl der Sterbefälle allerdings sinke, das Mammakarzinom sei erfolgreicher behandelbar als früher. Die genesene Manuela Schwesig zeigte sich erstmals mit kurzen Haaren, sie bedankte sich für den Zuspruch aus der Gesellschaft, "eine Welle hat mich getragen", und "bei allen politischen Kräften für Anstand und Fairness". Ihr besonderer Dank ging an ihre Ärzte. Allen Erkrankten wünsche sie "alles Gute. Ich werde, so wie es viele für mich getan haben, für Sie heute Abend eine Kerze anzünden".

© SZ vom 13.05.2020
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