Kosovo:Parlament ebnet Weg für Sondertribunal

Mit einer Verfassungsänderung ermöglicht Kosovos Parlament die Einrichtung eines Sondertribunals. Es soll Gräueltaten im Kosovo-Krieg Ende der Neunzigerjahre ahnden.

Das Parlament in Kosovo hat sich internationalem Druck gebeugt und mit einer Verfassungsänderung den Weg für ein Sondertribunal geebnet. Das Gericht soll Gräueltaten von Albanern an Serben im Kosovo-Krieg Ende der Neunzigerjahre ahnden. 85 Parlamentarier stimmten am Montag für die Vorlage, fünf votierten dagegen. Die Opposition im Parlament mit 120 Sitzen boykottierte die Abstimmung. Es soll um Morde, Verschleppungen, Vertreibungen, sexuelle Gewalt und die Zerstörung von Kirchen gehen. Die Verbrechen sollen Rebellen der inzwischen aufgelösten Kosovo-Befreiungsarmee (UCK) in der Zeit von 1998 bis Ende 2000 begangen haben. UCK-Veteranen protestierten vor dem Parlament gegen das Tribunal und riefen "Verräter". Das Tribunal gilt als Teil des Normalisierungsprozesses zwischen Serbien und Kosovo, um den sich die Europäische Union bemüht.

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