Klimaschutz:"Weiter so ist keine Option"

Windräder vor der Sonne

Laut einer neuen Studie der Deutschen-Energie-Agentur muss der Ausbau des Ökostroms deutlich erhöht werden. Das Bild zeigt Windräder in Hessen.

(Foto: Boris Roessler/dpa)

Experten fordern deutlich mehr Anstrengungen und ein Gesamtkonzept der Politik, um die Klimaziele zu erreichen. Dazu gehört auch ein früherer Kohleausstieg

Auf dem Weg zur Klimaneutralität bis 2045 sind aus Sicht der Deutschen Energie-Agentur (Dena) gewaltige Anstrengungen und ein Gesamtkonzept der Politik nötig. "Weiter so ist keine Option", sagte Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der Dena-Geschäftsführung, am Donnerstag in Berlin. Die Dena legte eine "Leitstudie Aufbruch Klimaneutralität" vor. Klimaneutralität bis 2045 ist das Ziel der Bundesregierung. Energiewende und Klimapolitik müssten besser organisiert werden, so Kuhlmann. Das "historische Klein-Klein" der vergangenen Jahre müsse überwunden werden.

Kuhlmann sagte, die Regierung müsse Entscheidungsprozesse besser organisieren. Es brauche eine starke Steuerung im Kanzleramt, außerdem müsse der Bundestag stärker eingebunden werden. Kuhlmann empfiehlt einen neuen Bundestagsausschuss Klimaneutralität und eine Enquete-Kommission. Gelinge ein Aufbruch, könnten die gesetzlich verankerten Ziele für 2030 erreicht werden, wie auch Klimaneutralität im Jahr 2045, so das Ergebnis der Studie.

Kuhlmann schränkte aber zugleich ein, konkrete sektorspezifische Jahresziele würden in den kommenden Jahren "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" nicht erreicht. Es sei in den vergangenen Jahren zu viel liegen geblieben. Falls Klimaziele in Sektoren wie dem Gebäude- oder Verkehrsbereich nicht erreicht werden, sieht das Klimaschutzgesetz vor, dass die zuständigen Ministerien Sofortprogramme vorlegen müssen. Kuhlmann äußerte Zweifel, ob diese Vorgabe sinnvoll sei.

Ein früherer Kohleausstieg sei möglich

Beteiligt an der Studie waren laut Dena zehn wissenschaftliche Institute, mehr als 70 Unternehmen und ein 45-köpfiger Beirat. Zu den Kernergebnissen zählen: Energieeffizienz und Ausbau des Ökostroms müssen deutlich erhöht werden. Außerdem geht es um einen Umstieg vom Auto auf Bahn und Bus sowie mehr Anstrengungen etwa bei energetischen Sanierungen von Wohnungen. Der Pkw-Bestand werde deutlich sinken.

Die Autoren der Studie setzen sich zudem dafür ein, zur Entlastung von Privathaushalten und Firmen bei den Strompreisen die EEG-Umlage zur Förderung des Ökostroms abzuschaffen. Ein früherer Kohleausstieg sei möglich und auch wahrscheinlich, heißt es in der Studie. Bisher soll Deutschland bis spätestens 2038 aus der klimafeindlichen Kohleverstromung aussteigen.

Zur SZ-Startseite
Frau hält sich zum Schutz vor den Sturmböen die Hände vor ihr Gesicht in der Innenstadt Frankfurt H

SZ PlusEnergiekosten
:Zieht euch warm an

Das Heizen dürfte für Millionen Haushalte deutlich teurer werden. Experten warnen: "Der Winter wird kritisch."

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB