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Kampf gegen den IS:Viel Grün ist die Hoffnung

Mit farbigen Karten wollen die USA ihren Erfolg gegen den "Islamischen Staat" belegen. Sie erklären, dass die internationale Koalition die Dschihadisten-Miliz bereits deutlich zurückgedrängt habe.

Es gibt kein Hauptquartier, keine Webseite und schon gar keinen Pressesprecher. Die Koalition für den Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat", der mehr als 60 Staaten angehören, ist mehr loser Klub denn Militärbündnis - zumal sich nur der kleinere Teil der Koalitionäre am aktiven Kampf beteiligt. Als Antwort auf den Vormarsch der Islamisten hatten die USA im Sommer 2014 damit begonnen, eine informelle Allianz zu schmieden, zu der sowohl die klassischen westlichen Verbündeten als auch die Golfstaaten gehören. Sie sollte den Kampf an mehreren Fronten aufnehmen und ebenso helfen, die Finanzquellen der islamistischen Krieger auszutrocknen wie ihre Propaganda zu kontern. An allen diesen Fronten gebe es Erfolge, versichern die Amerikaner. Angeblich auch an der entscheidenden - jener, die sich in militärischen Landkarten abbilden lässt. US-Offiziere wehren sich gegen den Vorwurf, die seit einem guten Jahr geflogenen Luftangriffe seien wirkungslos.

Auf einer Karte haben die Amerikaner ihre Sicht der Dinge eingezeichnet. Sie zeigt, wie sich die Einflusszone des IS zwischen August 2014 und August 2015 verändert hat. In dunkelbrauner Farbe eingezeichnet sind die Gebiete, die der IS in diesem Zeitraum erobert hat. Hellbraun markiert ist das Territorium, das der IS halten konnte und grün jenes, aus dem die Terrormiliz vertrieben werden konnte. Im Norden Syriens und in Teilen Iraks ist einiges an Grün zu sehen. Dunkelbraun sind nur ein paar Inseln. Die Frontlinien in großen Teilen des nördlichen und zentralen Syriens hätten zurückgedrängt werden können, vermelden die Amerikaner. Im Irak habe die Terrormiliz 15000 bis 20000 Quadratkilometer verloren, somit 30 bis 37 Prozent ihres ursprünglich gehaltenen Territoriums. In Syrien lägen die Verluste zwischen 2000 und 4000 Quadratkilometer, somit bei etwa fünf bis zehn Prozent.

Ein General verbringt viel Zeit damit, die lockere Koalition gegen den IS zusammenzuhalten

Ihre Operation Inherent Resolve führen die USA hauptsächlich vom Flugzeugträger Theodore Roosevelt im Persischen Golf aus. Zwar tragen die USA die Hauptlast der seit August 2014 angeblich 6600 geflogenen Luftangriffe der Koalition. Sie legen aber auch Wert darauf, nicht allein zu sein. Auch Australier, Briten, Kanadier und Jordanier fliegen Luftangriffe. US-General John Allen, Beauftragter von US-Präsident Barack Obama für die Koalition, verbringt viel Zeit damit, das lockere Bündnis zusammenzuhalten. Besonders musste er sich um die Türken kümmern, die erst seit Kurzem Basen zur Verfügung stellen und sich an den Angriffen gegen den IS beteiligen, das aber auch mit Attacken auf die kurdische PKK flankieren. Nicht zuletzt die Türkei hatte sich eine stärkere Rolle Frankreichs bei den Luftangriffen gewünscht - ein Wunsch, der mittlerweile in Erfüllung gegangen ist.