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Kämpfe im Jemen:45 Tote bei Luftangriff

  • Bei einem Luftangriff auf ein Flüchtlingslager im Nordwesten des Jemen sollen 45 Menschen getötet, mindestens 200 weitere verletzt worden sein.
  • Die jemenitische Regierung beschuldigt Huthi-Rebellen für den Angriff. Eine jemenitische Nachrichtenseite meldet, Flugzeuge der von Saudi-Arabien geführten Koalition hätten das Lager angegriffen.
  • Saudi-Arabien und mehrere weitere arabische Staaten fliegen im Jemen seit fünf Tagen Luftangriffe gegen mutmaßliche Stellungen der vorrückenden Huthi-Miliz.

75 Helfer im Einsatz

Bei einem Luftangriff auf ein Flüchtlingscamps im Nordwesten des Jemen sollen nach Angaben von Beobachtern mindestens 45 Menschen getötet, 200 weitere verletzt worden sein, sagte ein Sprecher der Internationalen Organisation für Migration (IOM). Die Organisation Ärzte ohne Grenzen bestätigte den Angriff. 75 Helfer der Organisation seien im Einsatz, um den Opfern zu helfen. Das Flüchtlingscamp, das es seit 2009 gibt, liegt etwa zehn Kilometer von einem Militärstützpunkt entfernt.

Unklar ist noch, wer für den Angriff verantwortlich ist. Die jemenitische Regierung machte Huthi-Rebellen verantwortlich. Allerdings flog auch die saudiarabische Luftwaffe den fünften Tag in Folge Angriffe auf die schiitischen Huthi-Milizen, die gegen Anhänger von Präsident Abd-Rabbu Mansur Hadi in Aden vorrücken - Aden ist die letzte Bastion der Hadi-Fraktion. Unter anderem seien der Präsidentenpalast und mehrere militärische Ziele in der Hauptstadt Sanaa bombardiert worden, berichteten Augenzeugen. Die jemenitische Nachrichtenseite Barakish.net meldete ebenfalls, Flugzeuge der von Saudi-Arabien geführten Koalition hätten das Flüchtlingslager angegriffen.

Rebellen rücken in den Süden vor

Die schiitischen Huthi-Rebellen hatten im September 2014 Sanaa unter ihre Kontrolle gebracht und rückten dann weiter nach Süden vor. Saudi-Arabiens sunnitisches Königshaus unterstützt den außer Landes geflohenen Präsidenten Abd Rabo Mansur Hadi und wirft dem Iran sowie Hadis Vorgänger Ali Abdallah Saleh vor, die schiitischen Rebellen zu unterstützen.

Angesichts der zahlreichen gewaltsamen Konflikte in der Region hatte die Arabische Liga am Sonntag die Gründung einer gemeinsamen militärischen Eingreiftruppe beschlossen. Die Staats- und Regierungschefs hatten sich auf "Prinzipien" für die Einheit geeinigt, sagte der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi bei einem Gipfeltreffen im Badeort Scharm el Scheich.

© SZ.de/AFP/dpa/fie/anri

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