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Juni-Flut:Kanzlerin Merkel verspricht Hochwasseropfern rasche Hilfe

Bundeskanzlerin Merkel in Fischbeck

Merkel in Fischbeck: Die Bundeskanzlerin verspricht rasche Hilfe

(Foto: dpa)

Fischbeck ist ein Symbol für die Flutkatastrophe: Dort brach im Juni der Deich und das Wasser überschwemmte weite Landstriche Sachsen-Anhalts. Kanzlerin Merkel besucht die Region und sagt den Flutopfern baldige Hilfe zu. Noch im August sollen sie Geld erhalten.

Fischbeck bei Stendal wurde zu einem symbolischen Ort des Hochwassers, das im Juni weite Teile Deutschlands und Europas überschwemmt hatte. In der Nähe der Ortschaft in Sachsen-Anhalt war der Deich gebrochen, weite Landstriche wurden überflutet, viele Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Die Situation entspannte sich erst, als bei einer spektakulären Aktion das Loch im Elbedeich mit mehreren versenkten Schiffen geschlossen wurde.

Am heutigen Dienstag ist Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach Fischbeck gereist, um dort den Opfern des Hochwassers rasche Hilfe zuzusagen. Erstes Geld aus dem acht Milliarden Euro umfassenden Hilfsfonds von Bund und Ländern werde noch im August fließen, versprach Merkel. "Die Betroffenen können davon ausgehen."

Sachsen-Anhalts Regierungschef Reiner Haseloff (CDU) sagte, an diesem Donnerstag werde die Verordnung von Bund und Ländern über die Verteilung des Geldes verabschiedet. Es sei sehr gut, dass Merkel sich kurz vorher noch einmal über die letzten Details informiert habe. Noch nie sei Hilfsgeld in Deutschland so schnell geflossen. Unabhängig davon hatte es in Sachsen-Anhalt Soforthilfen des Landes gegeben.

Die Länder haben dem Bund Schäden von insgesamt knapp 6,7 Milliarden Euro gemeldet. Das sind laut Bundesinnenministerium allerdings vorläufige Zahlen. Die höchsten Schäden meldete Sachsen-Anhalt mit etwa 2,7 Milliarden Euro. Danach folgen Sachsen (1,9 Milliarden) und Bayern (1,3 Milliarden). Bei der Jahrhundertflut im Jahr 2002 lag der Gesamtschaden in Deutschland bei etwa 13 Milliarden Euro.

Die Kanzlerin erkundigte sich in Gesprächen mit Betroffenen nach dem Wiederaufbau in der besonders stark betroffenen Region. Dabei besichtigte sie auch die ICE-Trasse Hannover-Berlin, die zwischen Stendal und Rathenow aufgrund von Hochwasser-Schäden gesperrt ist - vermutlich noch monatelang. "Man sieht die Wucht der Natur", sagte Merkel.

Der Bürgermeister von Fischbeck, Bodo Ladwig, forderte Hilfe beim Wiederaufbau und beim Deichbau. "Es kann nicht sein, dass ein armes Land wie Sachsen-Anhalt die schlechtesten Deiche hat", sagte der parteilose Politiker.

© Süddeutsche.de/dpa/kjan/dayk

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