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Joachim Gauck:"Ich hätte mir eine zweite Amtszeit gewünscht"

Warme Worte für das scheidende Staatsoberhaupt: Politiker wie Katrin Göring-Eckardt danken Gauck für seine Arbeit. Die Nachfolgedebatte solle nicht "parteipolitisch aufgeladen" werden.

Katrin Göring-Eckardt (Fraktionschefin der Grünen im Bundestag): "Wir haben Joachim Gauck viel zu verdanken. Er ist ein wunderbarer Bundespräsident. Ich hätte mir gewünscht, dass er noch länger unser Bundespräsident ist. Seine persönliche Entscheidung verdient Respekt. Ich rate dazu, die Nachfolgefrage nicht parteipolitisch aufzuladen. Das wäre dem Amt nicht würdig. Die wichtigste Aufgabe der kommenden Jahre ist der Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Dafür sollte auch das neue Staatsoberhaupt stehen. Ich würde es begrüßen, wenn wir uns parteiübergreifend auf eine Persönlichkeit verständigen. Die Wahl steht erst nächstes Jahr an. Die Zeit sollten wir uns nehmen."

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU): "Erstens hätte ich mir eine zweite Amtszeit gewünscht. Zweitens respektiere ich selbstverständlich die Mitteilung des Bundespräsidenten und möchte ihm für die Arbeit bisher danken. (...) Wir werden nicht nur zwischen CDU und CSU Gespräche führen, wir werden auch darüber hinaus Gespräche führen. Wir werden jetzt in aller Ruhe ... im Lichte der Zusammensetzung der Bundesversammlung geeignete Entscheidungen treffen."

Bundespräsident Joachim Gauck

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundespräsident Joachim Gauck.

(Foto: dpa)

Sigmar Gabriel (SPD-Chef, Wirtschaftsminister): "Er hat das eingehalten, was wir damals wussten oder uns gedacht haben - dass er Ecken und Kanten hat. Ich bedaure, dass er keine zweite Amtszeit macht. Es werden in den nächsten Wochen und Monate alle mit allen reden."

Horst Seehofer (bayerischer Ministerpräsident, CSU): "Die CSU respektiert die Entscheidung des Bundespräsidenten und bedauert sie. Joachim Gauck hat eine herausragende Arbeit für unser Land geleistet. Er hat den Menschen Orientierung gegeben und sie zusammengeführt. Die CSU wird in aller Ruhe mit Vernunft und Disziplin die Nachfolgefrage behandeln. Zu einem hektischen Übereifer besteht kein Anlass."

Heiko Maas (Bundesjustizminister, SPD): "Gauck hat mit hoher moralischer Integrität dem Amt des Bundespräsidenten seine Würde zurückgegeben."

Katja Kipping (Bundesvorsitzende der Linken, auf Twitter): "Werden uns für eine parteiübergreifende Kandidatur im Zeichen von sozialer Gerechtigkeit & Weltoffenheit einsetzen."

Cem Özdemir (Bundesvorsitzender der Grünen, auf Twitter): "Großen Dank & Respekt. Freuen uns, dass Sie noch bis 2017 unser Staatsoberhaupt sind. Nun bitte keine Parteitaktik."

Manuela Schwesig (Bundesfamilienministerin, SPD): "Joachim Gauck ist ein sehr guter und äußerst bürgernaher Bundespräsident, der in der Bevölkerung große Sympathie genießt. Ich persönlich finde es schade, dass er 2017 nicht noch einmal antritt, aber ich habe Verständnis und großen Respekt für seine Entscheidung. Ich bin sicher, dass er die kommenden acht Monate weiterhin das Bild Deutschlands maßgeblich prägen wird - so, wie er es auch bisher getan hat."

Christian Lindner (Bundesvorsitzender der FDP): "Eine zweite Amtszeit von Herrn Gauck wäre mein Wunsch gewesen. Es geht jetzt nicht nur um eine vertrauenswürdige Persönlichkeit, sondern in politisch bewegten Zeiten auch um ein angemessenes Verfahren. Die taktische Nennung von tausend Namen bringt da nichts."

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Wer sollte nach Joachim Gauck Bundespräsident oder -präsidentin werden?

Seit 2012 ist Gauck Deutschlands Bundespräsident. Nun verzichtet der Staatsmann auf eine zweite Amtszeit. Welche Qualitäten muss der Nachfolger oder die Nachfolgerin mitbringen?

Reiner Haseloff (Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, CDU): "Für uns als Ostdeutsche war er auch ein Zeichen dafür, dass die deutsche Einheit damit auch gelungen ist. Auf der anderen Seite respektiere ich seine Entscheidung. Er ist 76 Jahre alt und muss persönlich für sich sehen, ob er eine volle Wahlperiode durchstehen würde."

Renate Künast (Bundestagsabgeordnete, Grüne): "Hier schon mal herzlichen Dank für seine Arbeit. Er hat dem Amt auch Würde zurückgegeben."